Wien (OTS) – Die österreichische Lack- und Anstrichmittelindustrie
blickt auf ein
wirtschaftlich weiterhin schwieriges Jahr zurück. Nach deutlichen
Rückgängen in den Vorjahren zeigte sich 2025 erstmals eine leichte
Stabilisierung: Der Umsatz legte um 1,2 Prozent zu, die Absatzmenge
stieg um rund 4 Prozent. Dennoch blieb die Entwicklung insgesamt
deutlich hinter den Erwartungen der Branche zurück.
„ Die leichte Stabilisierung darf nicht darüber hinwegtäuschen,
dass sich unsere Branche weiterhin in einem sehr anspruchsvollen
Umfeld bewegt. Die fehlende Dynamik in zentralen Abnehmermärkten
bremst die Erholung deutlich “, erklärt Hubert Culik, Obmann der
österreichischen Lack- und Anstrichmittelindustrie.
Zwtl.: Schwache Baukonjunktur und träge Industrienachfrage bremsen
Wachstum
Besonders belastend wirkte sich 2025 die weiterhin schwache
Baukonjunktur aus. Während das niedrige Niveau des Vorjahres gehalten
werden konnte, blieb eine echte Erholung aus. Fehlende
Infrastrukturprojekte, eine geringe Zahl an Baubewilligungen sowie
die allgemeine Investitionszurückhaltung verhinderten eine stärkere
Nachfrage.
Im industriellen Bereich gab es zwar leichte Zuwächse, diese
reichten aber nicht aus, um die schwache Entwicklung in anderen
Segmenten zu kompensieren. Besonders angespannt bleibt die Lage im
Automotive-Sektor, wo Produktionskürzungen und Konsumzurückhaltung
die Nachfrage weiterhin dämpfen.
Zwtl.: Ausblick 2026: Kostensteigerungen und geopolitische Risiken
verschärfen Lage
Für 2026 bleibt der Ausblick verhalten. Neben strukturellen
Herausforderungen belasten zunehmend auch geopolitische Entwicklungen
die Branche.
„ Auf der einen Seite kämpfen wir mit starkem Wettbewerbsdruck
aufgrund der hohen Energie- und Lohnstückkosten. Andererseits
verschärfen geopolitische Risiken die Lage “, so Culik.
Der Konflikt im Nahen Osten wirkte sich negativ auf die
internationale Rohstoffversorgung und Logistik aus. Steigende
Rohölpreise führten zu massiven Kostensteigerungen bei zentralen
Rohstoffen wie Lösungsmitteln, Harzen und Pigmenten.
Preissteigerungen von bis zu 90 Prozent bei einzelnen Chemikalien
verdeutlichen die Dynamik dieser Entwicklung.
„ Die aktuellen Krisen führten zu spürbaren Verwerfungen in den
globalen Lieferketten. Umleitungen wichtiger Schifffahrtsrouten
verlängern die Transportzeiten signifikant und erhöhen das Risiko von
Versorgungsengpässen entlang der gesamten Wertschöpfungskette “,
betont Culik.
Eine nachhaltige Erholung ist derzeit nicht in Sicht. Vielmehr
ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der geopolitischen
Spannungen und strukturellen Herausforderungen die Branche noch
länger begleiten werden.
Zwtl.: Bürokratielast bremst Unternehmen
Auch die zunehmende regulatorische Belastung stellt die
Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Der Abbau von
Bürokratie zählt trotz Omnibus-Paketen zu den dringendsten
wirtschaftspolitischen Aufgaben auf österreichischer und europäischer
Ebene.
Aus Sicht der Lack- und Anstrichmittelindustrie werden spürbare
Entlastungen erst dann möglich sein, wenn der Zustrom neuer
Berichtspflichten, Dokumentationsvorgaben und Regulierungen deutlich
zurückgeht.
Über die österreichische Lack- und Anstrichmittelindustrie
Die 28 Betriebe der österreichischen Lack- und
Anstrichmittelindustrie beschäftigen etwa 2.800 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Sie produzieren jährlich 139.000 Tonnen Lack- und
Anstrichmittel im Wert von 508 Millionen Euro. Die Branche ist sehr
innovativ und investiert 10 bis 15 Prozent des Umsatzes in Forschung
und Entwicklung.