Wien (OTS) – Am MedUni Campus AKH der Medizinischen Universität Wien
und des
Universitätsklinikums AKH Wien wurden heute das Center for
Translational Medicine und das Eric Kandel Institute – Center for
Precision Medicine offiziell eröffnet. Die beiden neuen
Forschungsgebäude schaffen am Standort von MedUni Wien und AKH Wien
einzigartige Voraussetzungen, um Erkenntnisse aus der
Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu übersetzen und
Prävention, Diagnostik und Therapie stärker individuell auszurichten.
Am Pressegespräch anlässlich der Eröffnung nahmen der Rektor der
MedUni Wien Markus Müller, die Bundesministerin für Frauen,
Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner sowie Wiens
Bürgermeister Michael Ludwig teil.
Mit den beiden Forschungszentren werden am MedUni Campus AKH zwei
eng miteinander verbundene Strategien für medizinische Innovation auf
international höchstem Niveau weiterentwickelt: Während
translationale Medizin darauf ausgerichtet ist, wissenschaftliche
Erkenntnisse von der Grundlagenforschung in die medizinische
Anwendung zu übertragen, setzt Präzisionsmedizin auf die
Berücksichtigung individueller, biologischer und molekularer
Unterschiede. Die direkte Anbindung der beiden Gebäude an den
Baukörper des Universitätsklinikums AKH Wien durch Brücken ermöglicht
eine unmittelbare Verbindung von innovativer Forschung und täglicher
Patient:innenversorgung. Die MedUni Wien benannte das Center for
Precision Medicine und den größten Hörsaal der MedUni Wien im Center
for Translational Medicine nach zwei bedeutenden, 1929 in Wien
geborenen, Persönlichkeiten der Medizin. Die Namen des
Nobelpreisträgers Eric Kandel und des Vaters der modernen Kardiologie
Eugene Braunwald, die als Kinder im Zuge des Anschlusses Österreichs
an das nationalsozialistische Deutschland 1938 fliehen mussten,
werden somit für kommende Generationen an der MedUni Wien verewigt
sein.
„Mit Eric Kandel und Eugene Braunwald würdigen wir heute zwei
herausragende Persönlichkeiten der Medizin. Die Familien Kandel und
Braunwald unterstreichen durch ihre Anwesenheit als Ehrengäste ihre
große Verbundenheit mit unserer Universität. Mit den beiden neuen
Zentren werden, vor allem für die kommenden Generationen, hier in
Wien die Schienen für zwei zentrale Zukunftsfelder der modernen
Medizin gelegt: die rasche Übertragung wissenschaftlicher
Erkenntnisse in die klinische Anwendung und eine zunehmend präzise,
individuell ausgerichtete Medizin“, sagte Markus Müller, Rektor der
MedUni Wien.
„Wir investieren nicht in Forschung um ihrer selbst willen. Wir
investieren in Forschung, weil sie unser Leben besser machen kann.
Mit dem neuen Center for Translational Medicine und dem Eric Kandel
Institute schaffen wir die besten Voraussetzungen dafür, dass aus
wissenschaftlichen Erkenntnissen schneller konkrete Fortschritte für
Patientinnen und Patienten werden. Wir investieren in Forschung, weil
sie unsere Gesellschaft stärker und unsere Zukunft besser macht“,
sagte Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen,
Wissenschaft und Forschung.
„Mit dem Center for Translational Medicine und dem Eric Kandel
Institut setzt Wien ein starkes Zeichen als internationale
Gesundheits- und Forschungsmetropole. Wenn Spitzenforschung und
Patientenversorgung Tür an Tür arbeiten, kommen neue Therapien
schneller und präziser dort an, wo sie gebraucht werden – bei den
Menschen in unserer Stadt. Denn Spitzenmedizin darf in Wien nicht zu
einer Frage des Einkommens werden“, betonte Bürgermeister Michael
Ludwig und unterstrich zudem: „Dass das Zentrum für Präzisionsmedizin
den Namen unseres Ehrenbürgers Eric Kandel trägt, erfüllt mich mit
Stolz und ist zugleich Auftrag: Das Wien von heute ist eine Stadt,
die kluge Köpfe willkommen heißt – und nicht vertreibt. Eine Stadt,
die Forschung und Innovation eine Heimat bietet.“
Die Keynote der Eröffnung hielt Robert A. Harrington, Dean der
Weill Cornell Medicine in New York. Seine Festrede umfasste die
Themen Translational Medicine und Academic Medicine.
Vom Labor bis zur frühen klinischen Forschung unter einem Dach
Das Center for Translational Medicine (CTM) umfasst rund 14.000
Quadratmeter Nutzfläche, davon etwa 11.700 Quadratmeter für Forschung
und 2.300 Quadratmeter für Lehre. Im Mittelpunkt steht das Prinzip
der translationalen Medizin – „vom Labor zum Krankenbett und zurück
ins Labor“: Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung sollen möglichst
rasch für Patient:innen nutzbar gemacht werden, während Erfahrungen
aus der klinischen Versorgung wiederum in neue Forschungsfragen
einfließen. Das CTM verbindet dafür die gesamte Entwicklungskette von
experimentellen Laboruntersuchungen bis zur klinischen Phase-I/II-
Forschung in einem Gebäude.
Zur Infrastruktur zählen unter anderem ein klinisches Zentrum für
Phase-I- und Phase-II-Studien, Labor- und Forschungsflächen, eine
Biobank, Einrichtungen für Bioinformatik und präklinische Forschung
sowie GMP-Einheiten für Zelltherapie, Radiopharmazie und Biologicals.
Core Facilities ermöglichen Forschungsgruppen den Zugang zu
spezialisierten Technologien und Geräten. Durch die unmittelbare
Verbindung zum Hauptgebäude des AKH Wien rücken Grundlagenforschung,
klinische Forschung und Patient:innenversorgung auch räumlich enger
zusammen. Die Gesamtinvestitionssumme für das CTM beträgt rund 120
Millionen Euro und wird von Bund und Stadt Wien getragen.
Im neuen Center for Translational Medicine wird mit dem Eugene
Braunwald Auditorium der größte Hörsaal der MedUni Wien nach Eugene
Braunwald (1929 – 2026) benannt. Der österreichisch-US-amerikanische
Kardiologe gilt als eine der prägenden Persönlichkeiten der modernen
Herzmedizin. Braunwald verstarb am 22. April 2026 im Alter von 96
Jahren in Massachusetts, USA.
Präzisionsmedizin auf Basis individueller Merkmale
Das Eric Kandel Institute – Center for Precision Medicine (CPM)
schafft auf rund 6.100 Quadratmetern eine spezialisierte
Forschungsinfrastruktur für personalisierte und digitale Medizin.
Künftig sollen hier rund 200 Forscher:innen an neuen Präventions-,
Diagnose- und Therapiemethoden arbeiten, die individuelle biologische
und molekulare Merkmale von Patient:innen berücksichtigen. Zu den
Schwerpunkten zählen biomedizinische Forschung, klinische Studien,
Genomtechnologien, Bioinformatik und digitale Methoden. Moderne
Verfahren wie Genomsequenzierung oder molekulare Bildgebung
ermöglichen es, individuelle Krankheitsrisiken und molekulare
Krankheitsmechanismen genauer zu erfassen und bei der Entwicklung
gezielter medizinischer Maßnahmen zu berücksichtigen.
Das Forschungsgebäude bietet dafür unter anderem Flächen für
computergestützte Biomedizin, Technologieplattformen und eine
Biobank. Ziel ist es, zentrale Technologien der Präzisionsmedizin an
einem Standort zu bündeln und neue Ansätze für Prävention, Diagnostik
und Therapie zu entwickeln. Die Errichtung des rund 90 Millionen Euro
teuren Zentrums wird aus Mitteln der European Recovery and Resilience
Facility der Europäischen Union sowie aus Spenden finanziert.
Das Center for Precision Medicine trägt den Namen des 1929 in
Wien geborenen Neurowissenschafters und Nobelpreisträgers Eric
Kandel. Kandel musste 1939 mit seiner Familie vor dem
nationalsozialistischen Regime in die USA emigrieren. Für seine
Forschungen zu den molekularen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis
erhielt er 2000 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin; 2018
verlieh ihm die MedUni Wien die Ehrendoktorwürde.
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Copyright: MedUni Wien/APA/Hinterramskogler
Galerie der Eröffnung: www.meduniwien.ac.at/CTM-CPM
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