SPÖ-Regner: Neue Unternehmenskategorie macht EU-Gesetze zu zahnlosen Tigern

Wien (OTS) – Das Europäischen Parlament hat gemeinsam mit dem Rat
eine vorläufige
Einigung zur Einführung einer neuen Unternehmenskategorie der
sogenannten „Small Mid-Caps“ erzielt. Künftig sollen Unternehmen mit
bis zu 1.000 Beschäftigten und bis zu 200 Millionen Euro Umsatz in
bestimmten Bereichen von Erleichterungen profitieren, die bisher
kleinen und mittleren Unternehmen vorbehalten waren. SPÖ-EU-
Abgeordnete Evelyn Regner kritisiert die Einigung scharf: „Im
Deregulierungs-Labor der EU wurde nun eine neue Unternehmenskategorie
zusammengemischt: die sogenannten ‚Small Mid-Caps‘. Was als
Erleichterung für Unternehmen verkauft wird, ist in Wahrheit ein
fataler Deregulierungsschritt. Denn Unternehmen mit bis zu 1.000
Beschäftigten und 200 Millionen Euro Umsatz sind keine kleinen
Familienbetriebe, sondern große wirtschaftliche Akteure mit
entsprechenden Ressourcen, gewachsenen Strukturen und klarer
Verantwortung. Genau deshalb ist es so problematisch, wenn diese
Unternehmen künftig von Vorteilen profitieren sollen, die bisher
echten Klein- und Mittelbetrieben vorbehalten waren. Wir haben immer
gesagt, dass kleine Betriebe, die keine eigene Rechtsabteilung und
nicht die personellen Ressourcen haben, um komplexe Vorgaben
umzusetzen, gezielt entlastet werden müssen. Es ist richtig, sie dort
von Verpflichtungen auszunehmen, wo diese für sie unverhältnismäßig
wären. Aber Unternehmen dieser Größenordnung unter dem Deckmantel des
Bürokratieabbaus aus zentralen Verpflichtungen herauszunehmen, ist
der falsche Weg. Damit macht Europa seine hart erkämpften Gesetze zu
zahnlosen Tigern und verfestigt unfairen Wettbewerb.“ ****

Regner weiter: „Dass die Schwelle im Vergleich zum ursprünglichen
Kommissionsvorschlag sogar noch von 750 auf 1.000 Beschäftigte
angehoben wurde, verschärft diese Schieflage zusätzlich. Große
Schultern können mehr tragen. Und Unternehmen mit bis zu 1.000
Beschäftigten haben diese großen Schultern. Ihnen kann und muss man
zutrauen, ihren Beitrag zu leisten und Verantwortung für die
Gesellschaft zu übernehmen.“ (Schluss) bj