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Schallmeiner/Grüne: Krisenmanagement statt „Prinzip Hoffnung“ bei Grippe-Impfstoff gefordert

Wien (OTS) – „Die Lieferverzögerung bei 868.000 Grippe-Impfdosen ist
ernst, und
Gesundheitsministerin Schumann bzw. ihre Staatssekretärin
Königsberger-Ludwig müssen jetzt Lösungen liefern. Die Menschen
brauchen Klarheit, wann sie sich impfen lassen können, und die
Ordinationen brauchen Planungssicherheit“, fordert Ralph
Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen. Die Ursache liege vor
allem in der Produktion, betont Schallmeiner. Grippe-Impfstoffe
müssten Monate im Voraus hergestellt werden und ließen sich während
der Saison nicht einfach nachproduzieren. „Wenn ein Hersteller weder
Menge noch Liefertermin zusagen kann, dann zeigt das einmal mehr, wie
verletzlich Europa durch seine Abhängigkeit von wenigen Produzenten
und fragilen Lieferketten ist. Wer das im Vorhinein nicht einplant,
agiert fahrlässig. Genau hierauf muss die Beschaffung besser
vorbereitet sein.“

Für Schallmeiner steht dabei außer Frage, dass das öffentliche
Influenza-Impfprogramm der richtige Weg ist. Früher mussten sich die
Menschen den Impfstoff selbst in der Apotheke kaufen, oft war er
ausverkauft, und Österreichs Impfquote zählte zu den niedrigsten in
Europa. „Mit dem unter Johannes Rauch eingeführten Gratis-
Impfprogramm haben wir den Zugang für alle geöffnet, unabhängig vom
Geldbörserl. Dieser Fortschritt darf jetzt nicht durch ein
Lieferproblem in Misskredit geraten. Die Antwort auf einen Engpass
ist ein besser abgesichertes Impfprogramm und nicht weniger davon“,
so Schallmeiner.

Abschließend nimmt Schallmeiner die Bundesregierung in die
Pflicht. Die verfügbaren Dosen müssten jetzt rasch und
nachvollziehbar an Risikogruppen, ältere Menschen, Schwangere und
Kinder gehen, Ordinationen und Apotheken brauchen dafür klare
Informationen. Die Verträge und Ausfallsklauseln sind morgen im
Gesundheitsausschuss offenzulegen und Vertragsstrafen konsequent
durchzusetzen. Für die kommenden Saisonen fordert Schallmeiner, die
Beschaffung krisenfest aufzustellen: mit Verträgen bei mehreren
Herstellern, verbindlichen Ersatzlieferpflichten, einer Reserve für
Ausfälle und einer stärkeren Beteiligung an der gemeinsamen EU-
Beschaffung. „Die Menschen in Österreich müssen sich darauf verlassen
können, dass die Grippeimpfung kostenlos, einfach und rechtzeitig
verfügbar ist. Dafür trägt jetzt die Ministerin die Verantwortung.“