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Paul-Weis-Preise für Verdienste um die Menschenrechte verliehen

Wien (OTS) – Zum vierten Mal wurde am Freitag, dem 23. Oktober 2026,
der Paul-Weis
-Preis für Verdienste um die Menschenrechte verliehen. Ausgezeichnet
wurden erneut Personen, die sich in besonderer Weise für den Schutz
und die Rechte geflüchteter Menschen eingesetzt haben. Die Preise
wurden in den Kategorien „Einsatz in Österreich“, „Internationales
Engagement“ und „Journalismus“ vergeben. Veranstalter war der Verein
„Courage2030 – Allianz für Flucht und Vernunft“. Durch den Abend
führte dessen Vorstandsvorsitzende, die Schauspielerin Katharina
Stemberger. Den würdigen Rahmen bot der Festsaal der Raiffeisen Bank
International.

Auch in diesem Jahr bestand das Auswahlkomitee aus Irmgard Griss
(ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshofs), Christian Konrad (
ehemaliger Generalanwalt des Raiffeisenverbandes), Cathrin Kahlweit (
Publizistin) und Manfred Nowak (Generalsekretär des Global Campus for
Human Rights). Aus einer Vielzahl an Nominierungen wählten sie die
Preisträgerinnen und Preisträger aus.

„In einer Zeit, in der manche versuchen, Grenzen des Sagbaren zu
verschieben und Ausgrenzung salonfähig zu machen, ist der Einsatz für
Menschenrechte kein Selbstläufer“, betont Katharina Stemberger:
„Genau deshalb ehren wir mit dem Paul Weis-Preis Menschen, die sich
nicht beirren lassen, die laut und klar für Würde, Gerechtigkeit und
den Dialog einstehen. Ihr Tun zeigt, wie viel Courage es braucht, um
die Mitte zu stärken und für die Werte einer offenen Gesellschaft
einzutreten. Eine Haltung, die Sichtbarkeit und Würdigung verdient.“

Die Festrede hielt Irmgard Griss. Vor der Verleihung gab es
außerdem eine „Standortbestimmung zu Menschenwürde in Zeiten
multipler Krisen“. Dabei sprachen Migrationsforscherin Judith
Kohlenberger und Andreas Mailath-Pokorny, Rektor der Musik- und
Kunstprivatuniversität MUK, über aktuelle Umbrüche, die Rolle von
Kunst und Forschung dabei sowie über ihre Eindrücke aus der Arbeit
mit jungen Generationen, die in dieser Zeit aufwachsen und die
Zukunft gestalten werden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026

In der Kategorie „Einsatz in Österreich“ wurde Stephanie Krisper
ausgezeichnet. Als Menschenrechtsexpertin und ehemalige
Nationalratsabgeordnete der NEOS setzt sie sich seit vielen Jahren
konsequent für Rechtsstaatlichkeit, die Rechte geflüchteter Menschen
und die Bekämpfung von Korruption ein. Ihre Expertise beruht auf
langjähriger praktischer Arbeit im Flüchtlings- und Asylbereich,
unter anderem beim UNHCR, beim Danish Refugee Council und am Ludwig
Boltzmann Institut für Menschenrechte. In ihrer Funktion als
Vorstandsmitglied von Hemayat und im Beirat von CEHRI setzt sie sich
weiterhin für Verbesserungen im Asyl- und Fremdenrecht, bei
Haftbedingungen und im Umgang mit polizeilicher Zwangsgewalt ein.

Der Paul-Weis-Preis in der Kategorie „Journalismus“ ging an
Franziska Grillmeier . Die freie Journalistin hat über Jahre hinweg
über die Folgen der europäischen Migrationspolitik berichtet – von
den EU-Außengrenzen über gefährliche Fluchtrouten bis zum Ankommen in
Österreich. Mit sorgfältig recherchierten Reportagen und
investigativer Arbeit macht sie die Geschichten jener Menschen
sichtbar, deren Schicksale in der politischen Debatte häufig wenig
Beachtung fanden. Sie zeigt, wie politische Entscheidungen das Leben
von Geflüchteten beeinflussen und legt Missstände offen.

Im Bereich „Internationales Engagement“ wurde Maksym Butkevych
ausgezeichnet. Der ukrainische Journalist und Menschenrechtsaktivist
setzt sich seit vielen Jahren für Menschenrechte, soziale
Gerechtigkeit und den Schutz von Geflüchteten ein. Mit dem von ihm
mitkoordinierten No Borders Project unterstützt er Asylsuchende und
Geflüchtete in der Ukraine und engagiert sich gegen rechtswidrige
Abschiebungen. Nach seiner Gefangennahme durch russische Streitkräfte
und mehr als zwei Jahren Haft widmet er sich seit 2025 über die von
ihm mitbegründete Stiftung „Principle of Hope“ insbesondere dem
Schicksal von Kriegsgefangenen und Zivilpersonen in russischer
Gefangenschaft.

Die Initiative Courage2030 dankt der Raiffeisen Bank
International für die großzügige Bereitstellung von
Veranstaltungsort, Technik und Catering.

Über den Namensgeber Paul Weis

Die Auszeichnung wurde 2023 von der Initiative Courage ins Leben
gerufen und nach dem österreichischen Völkerrechtler und Holocaust-
Überlebenden Paul Weis benannt, um dessen Lebenswerk zu würdigen.
Weis war unter anderem Mitverfasser der Genfer Flüchtlingskonvention,
lieferte wichtige Grundlagen für das internationale Asylrecht und
gilt als „Gründervater des Schutzes“ geflüchteter Menschen. Dadurch
ermöglicht er bis heute Millionen geflüchteter Menschen, sich eine
sichere Existenz in einer neuen Heimat aufzubauen.

Hochkarätiges Publikum

Der Einladung zur Gala waren zahlreiche Gäste gefolgt, darunter
Migrationsforscherin Judith Kohlenberger, Christoph Pinter, Leiter
des UNHCR-Büros in Wien, Weihbischof Franz Scharzl, Ex-Grünen-
Vorsitzender Werner Kogler, Fritz Hausjell, Präsident von Reporter
ohne Grenzen, „Sag’s Multi“-Erfinder Peter Wesely, Ex-Raiffeisen-
Generalsekretär Ferry Maier, Regisseurin Brigitte Fenko und Paul-Weis
-Preisträger 2025, Alshater Abdulhkeem.

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Chris Allen Dutoit Trio
mit Chris Allen Dutoit (Gitarre), František Kříž (Trompete/Flügelhorn
) und Azin Reaj (Kontrabass).

Weitere Information, umfangreiches Bildmaterial und einen Link zu
einer Video-Aufzeichnung der Gala finden Sie unter
https://www.courage2030.eu/de/#preis .

Gerne stehen wir für Rückfragen und Interviewwünsche zur Verfügung.