· Bauen

neunerhaus Policy Lab: Neue Allianzen für soziale Veränderung

Wien (OTS) – (Wien, 6.10.) Der Druck auf den Sozialbereich wächst:
Budgets werden
knapper, der öffentliche Ton wird rauer und soziale Probleme werden
zunehmend einzelnen Menschen zugeschrieben. Vor diesem Hintergrund
lud neunerhaus gestern zum ersten Policy Lab in den Wiener Markhof.
Die Veranstaltung knüpft an die langjährige Erfahrung von neunerhaus
in der Wohnungslosenhilfe sowie an Schnittstellen zu Wohnen,
Gesundheit und Arbeit an. Im Zentrum steht die Frage, wie soziale
Organisationen über die Unterstützung einzelner Menschen hinaus
gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen mitgestalten und systemisch
wirksam werden können.

Zwtl.: Verantwortung und Veränderung

Den inhaltlichen Rahmen setzten neunerhaus-Geschäftsführerin
Elisabeth Hammer und Christoph Hofinger vom Foresight Institut.
Elisabeth Hammer richtete den Blick auf die Verantwortung sozialer
Organisationen im Rahmen von aktiver Policy Arbeit, Christoph
Hofinger ordnete aktuelle sozialpolitische und gesellschaftliche
Entwicklungen empirisch ein. „Was wir derzeit erleben, ist ein
Klimawandel im Sozialen: Solidarität wird brüchiger, soziale Probleme
werden stärker individualisiert, und Organisationen sollen mit
weniger Ressourcen immer mehr auffangen. Wer täglich sieht, wo
Systeme nicht mehr funktionieren, trägt auch Verantwortung, dieses
Wissen in Veränderung zu übersetzen. Policy-Arbeit ist dafür ein
zentraler Hebel“, so Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von
neunerhaus. „Wir haben in unserer Gesellschaft nach wie vor viele
Gemeinsamkeiten und Konsenspunkte. Diese gemeinsame Basis ist eine
große Ressource, wenn es darum geht, Zukunft zu gestalten. Wenn die
Ressourcen knapp werden, wird es notwendig sein, Allianzen über
Sektoren hinweg zu bilden“, ergänzt Christoph Hofinger.

Zwtl.: Impulse und Wirksamkeit

In sechs Arbeitsgruppen wurden zentrale Handlungsfelder für
wirksame Policy-Arbeit diskutiert – von Kooperation und
Wissenstransfer über öffentliche Diskurse bis hin zu strukturellen
Möglichkeiten und Investitionen in eine soziale Zukunft. Die
Diskussionen zeigten, wo bestehende Strukturen Veränderung erschweren
und an welchen Hebeln künftig angesetzt werden kann.„Keine
Organisation kann die aktuellen sozialen Verschiebungen alleine
auffangen. Wirksam werden wir dort, wo Praxiswissen, Forschung,
Verwaltung, Politik und Wirtschaft gemeinsam an Rahmenbedingungen
arbeiten. Das Policy Lab hat gezeigt: Wissen und Ideen sind
vorhanden. Entscheidend ist jetzt, wie wir die Gegenwart von einer
sozialen Zukunft her denken und in konkrete nächste Schritte für
innovative Lösungen machen“, so das Fazit von Elisabeth Hammer.

Fotomaterial unter www.neunerhaus.at/presse