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Erneuerbaren-Boom und steigender Energiebedarf: Nächste Ausbaustufe der Energiewende notwendig

Wien (OTS) – Ob Extremwetterlagen oder die rasant wachsende Zahl
neuer
Stromverbraucher – die Energiewende steht vor neuen
Herausforderungen. Bei der Pressekonferenz anlässlich der OVE-
Energietechnik-Tagung in Wien waren sich die Expert:innen heute
einig: Für ein resilientes Energiesystem der Zukunft braucht es neue
und mutige Lösungen. Moderne Leistungselektronik, intelligente
Systemführung, digitale Steuerungssysteme und flexible Speicher
werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.

Unser Energiesystem ist zunehmend mit neuen Herausforderungen
durch Umweltfaktoren und neue Stromverbraucher konfrontiert. Die
Integration der Erneuerbaren Erzeugung schafft Energieunabhängigkeit,
ist aber technisch komplex. Immer öfter sind extreme Wetterlagen und
deren Folgen – etwa Niedrigwasser – auszugleichen. Zusätzlich steigen
die Anforderungen an die Stromnetze mit der zunehmenden Anzahl neuer
Stromverbraucher wie Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und dezentrale
Speichersysteme.

Zwtl.: Energiewende braucht Zusammenspiel aller Komponenten

Die Elektrifizierung von Wärme, Mobilität und Industrie sowie das
Bevölkerungswachstum in Wien werden den Strombedarf in den kommenden
Jahren deutlich erhöhen, betont Wien Energie-Geschäftsführer Sascha
Zabransky. „Man kann sich die Energiezukunft wie ein Orchester
vorstellen. Dabei gibt es unterschiedliche Technologien, die sich wie
verschiedene Instrumente einander ergänzen. Das sind beispielsweise
Photovoltaik, Windkraft und Batteriespeicher aber auch die Kopplung
von Sektoren wie Strom, Wärme, Kühlung und Mobilität. Um dieses
Orchester zu bauen und optimal zusammenzustellen, investiert Wien
Energie bis 2030 etwa 1,7 Milliarden Euro in erneuerbaren Strom, eine
Milliarde Euro in Ausbau und Dekarbonisierung der Fernwärme und mehr
als 450 Millionen Euro in E-Mobilität und Digitalisierung.“

Zwtl.: Netze als Rückgrat eines zukunftsfitten Energiesystems

Vor allem die Stromnetze müssen künftig neuen Belastungen
standhalten. „Der Erfolg der Energiewende wird sich in den
Verteilnetzen entscheiden“ ist OVE-Präsident und Wiener Netze-
Geschäftsführer Gerhard Fida überzeugt. „Unsere Netze müssen
leistungsfähig und smart genug sein, um Stromangebot und -bedarf zu
jedem Zeitpunkt miteinander in Einklang zu bringen. Das kürzlich
beschlossene Elektrizitätswirtschaftsgesetz hat wichtige und richtige
Weichenstellungen gesetzt. Angesichts der aktuellen Entwicklungen
müssen aber weitere Schritte folgen.“ Die Wiener Netze investieren
bis 2030 rund 2,4 Mrd. Euro in ihre Netze. In den nächsten Jahren
kommen 13 neue Umspannwerke und 4.000 Kilometer neue Stromleitungen
dazu. Investitionen in Messsysteme, IT und digitale Services sollen
die Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent nachhaltig absichern.

Zwtl.: Leistungselektronik für ein stabiles Energiesystem

Leistungselektronik könne als Schlüsseltechnologie einen
wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Energiesystems und damit zur
Versorgungssicherheit leisten, zeigte sich Britta Buchholz,
Vorsitzende der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, überzeugt:
„Spannungsregelung und netzbildende Eigenschaften werden immer
wichtiger – und genau da zeigt Leistungselektronik ihre Stärke. Wir
müssen nun daran arbeiten, dass diese Technologie auch im Verteilnetz
als Standard-Betriebsmittel eingesetzt werden kann.“

Zwtl.: Innovationen in die Praxis bringen

Aus Forschung und Wissenschaft liegen bereits zahlreiche Konzepte
vor, um neue Verbraucher, Speicher und Flexibilitäten effizient in
den zukünftigen Systembetrieb einzubinden. Jetzt müssen diese
Lösungen zielstrebig und mutig in die Praxis überführt werden,
erklärt Bernd Klöckl, Universitätsprofessor für Energiesysteme und
Netze an der TU Wien: „In der theoretischen Forschung sind
Systemführungskonzepte für die Energiewende seit längerer Zeit in
Entwicklung. Nicht alle davon lassen sich sinnvoll in der Praxis des
über Jahrzehnte gewachsenen Stromnetzes umsetzen. Das Ziel
hochwertiger universitärer Forschung und Lehre muss daher die Vorgabe
langfristiger Entwicklungspfade sein: konservativ, wo nötig, aber
disruptiv, wo möglich.“

Zwtl.: Qualifizierte Fachkräfte dringend notwendig

Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist eine gezielte
Förderung von Forschung und Innovation notwendig, sind sich die
Expert:innen einig. Es brauche auch in Zukunft eigene Forschungs- und
Entwicklungskompetenzen, um energiepolitische Ziele umzusetzen. Mit
Blick auf geplante Einsparungen im Unibudget warnen sie außerdem vor
einem drohenden Mangel an hochqualifizierten Fachkräften. „Die
Energiewende ist heute weniger eine Frage der Technologie als der
Geschwindigkeit ihrer Umsetzung. Damit Versorgungssicherheit,
Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen gewährleistet
werden können, brauchen wir entschlossenes Handeln auf allen Ebenen.
Die Förderung von qualifizierten Ausbildungen muss hier eine hohe
Priorität haben. Denn schon jetzt fehlen österreichweit rund 10.000
HTL-Absolvent:innen – Tendenz steigend“ , so OVE-Präsident Fida
abschließend.

Zwtl.: Über den OVE:

Der OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik gestaltet als
unabhängige Branchenplattform die Zukunft der Elektrotechnik und
Informationstechnik aktiv mit. Der OVE vernetzt Industrie und
Gewerbe, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie
Anwender:innen und fördert mit zahlreichen Weiterbildungsangeboten
und Nachwuchsinitiativen den Erfolg der Branche. Als
elektrotechnische Normungsorganisation sowie mit seinen weiteren
Kernbereichen Zertifizierung und Blitzforschung vertritt der Verband
die österreichischen Interessen offiziell in internationalen Gremien.
Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website www.ove.at .

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