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Belvedere: Asta Gröting in CARLONE CONTEMPORARY

Wien (OTS) – Mit der Präsentation eines Werks der deutschen
Bildhauerin und
Medienkünstlerin Asta Gröting beschließt Generaldirektorin Stella
Rollig die von ihr 2018 initiierte und seither kuratierte Reihe
CARLONE CONTEMPORARY im Oberen Belvedere. Erstmals wird in diesem
Kontext eine Videoinstallation gezeigt.

Scheinbar willkürlich gewählte Dinge schweben in unvorhersehbarer
Abfolge in Zeitlupe empor in einen strahlend blauen Sommerhimmel –
die Schwerkraft ist aufgehoben. 16 organische und anorganische
Objekte gleiten in Asta Grötings Videoarbeit Things in hohem Bogen
durch die Luft. In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY erobern sie den
Himmel des barocken Deckenfreskos von Carlo Innocenzo Carlone.

Die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Dingen sind
wiederkehrende Themen in Asta Grötings multimedialem Schaffen. Die
Künstlerin verweist in ihren Werken auf das für das bloße Auge nicht
Sichtbare und findet für soziale und psychologische Zustände in
Skulpturen, Videos und Performances Formen. Mit Things aus dem Jahr
2018 richtet sie den Blick mit beharrlicher Intensität auf die
immense Vielfalt an Dingen, die uns tagtäglich umgibt. Die zeitliche
Dehnung der Bewegung und die aus der Untersicht gefilmte Perspektive
legen jene Momente frei, die der unmittelbaren Wahrnehmung sonst
entgehen.

Generaldirektorin und Kuratorin Stella Rollig: Asta Gröting
schenkt uns einen Moment der Leichtigkeit. Für einen Augenblick
verlieren die Dinge ihr Gewicht und ihre gewohnte Ordnung. Die
scheinbar außer Kraft gesetzte Schwerkraft lässt uns Vertrautes neu
sehen – losgelöst von seinen Funktionen und offen für andere
Bedeutungen. Mit Things gelingt die überzeugende Überführung
skulpturaler Fragestellungen in die Möglichkeiten des Films.

Im barocken Carlone-Saal trifft die Videoarbeit auf das
illusionistische Deckenfresko und eröffnet den Besucher*innen eine
ungewohnte Perspektive auf die materielle Welt und ihre Bedeutung.
Mit jedem Objekt, das im Slow-Motion-Flug seine eigentümliche
Verformung vor dem blauen Himmel entfaltet, steigt die Spannung
darauf, was als Nächstes erscheinen wird.

Seit den 1990er-Jahren verschränkt Asta Grötings multimediale
Praxis skulpturales Denken mit filmischer Arbeit: Zeit ist für sie
form- und dehnbares Material, die Kamera ihr künstlerisches
Instrument, um Flüchtiges für das menschliche Auge sichtbar zu machen
und Vertrautes zu verfremden. Ihre Arbeit kreist um Beziehungen – sei
es zwischen Menschen, Tieren, Dingen und Räumen. Konzeptuell
verknüpft sie dabei stets Persönliches mit gesellschaftlich
relevanten Fragestellungen.

Biografie Asta Gröting

Asta Gröting, 1961 in Herford (DE) geboren, lebt und arbeitet in
Berlin. Einzelausstellungen (Auswahl): Städel Museum, Frankfurt a.
M.; Centre Pasquart, Biel/Bienne; KINDL – Zentrum für zeitgenössische
Kunst, Berlin; ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe; Neuer
Berliner Kunstverein (n.b.k.); Lentos Kunstmuseum Linz; Henry Moore
Institute, Leeds; MARTa Herford. Darüber hinaus nahm sie an
zahlreichen internationalen Großausstellungen teil (Auswahl): Musée
des Beaux-Arts de la Ville de Paris; Fundación Juan March, Madrid;
James-Simon-Galerie, Staatliche Museen zu Berlin; Kunsthalle
Bielefeld; 22. Bienal de São Paulo; 8. und 14. Biennale of Sydney;
44. Biennale di Venezia.
Werke von Asta Gröting befinden sich u. a. in den Sammlungen des
Städel Museums, Frankfurt a. M., des Museums Ludwig, Köln, des
Hamburger Bahnhofs – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin, und des
Centre Pompidou, Paris.

In der Reihe CARLONE CONTEMPORARY werden halbjährlich im Carlone-
Saal des Oberen Belvedere zeitgenössische Werke präsentiert. Die
Künstler*innen nehmen Bezug auf das barocke Bildprogramm der Fresken
im Saal und schlagen eine Brücke von der antiken Götterwelt Apolls
und Dianas in die Gegenwart.

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