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FPÖ – Kolm: „Sandoz zeigt, wohin Preisdiktat führt!“

Wien (OTS) – Das letzte vollständig integrierte Penicillin-Werk
Europas im Tiroler
Kundl steht angesichts der Konkurrenz aus China vor einer ungewissen
Zukunft. Laut der dortigen Standortleiterin könne das Werk mit den
deutlich niedrigeren Produktionskosten in China kaum mehr mithalten,
wodurch Europa bei einer Schließung des Standorts bei diesem
lebenswichtigen Antibiotikum vollständig von Peking abhängig wäre.
„Wenn Europas letztes vollständiges Penicillin-Werk gegen China nicht
mehr bestehen kann, dann ist das kein Marktversagen, sondern
Regierungsversagen – es ist das Ergebnis wirtschaftspolitischer
Fehlsteuerung“, so FPÖ-Wirtschaftssprecherin NAbg. Dr. Barbara Kolm
zur Warnung von Sandoz in Kundl.

„Wo der Staat als Einkäufer nur auf den niedrigsten Preis schaut,
wandert die Produktion dorthin ab, wo sie am billigsten ist. Sandoz
sagt selbst, dass sich Kundl zu diesen Preisen nicht mehr trägt. Dazu
kommen Industriestrompreise, die in Österreich noch über dem EU-
Schnitt liegen. Und der liegt laut Internationaler Energieagentur
schon fast 50 Prozent über dem chinesischen Niveau. Allein bei den
Netzkosten liegt Österreich im EU-Vergleich weit hinten. Das ist
hausgemachte übereifrige Klimapolitik und nicht aus Peking
importiert“, erklärte Kolm.

„Erst vor drei Jahren sind 50 Millionen Euro öffentliches
Steuergeld in den Ausbau des Werks geflossen, und jetzt steht eine
Antidumping-Untersuchung mit möglichen Strafzöllen im Raum. Dass sich
das Unternehmen wehrt, ist verständlich. Aber die Spirale aus ewigen
Förderungen und europäischer Abschottung löst kein einziges
Strukturproblem. Wer Kundl halten will, muss an die Ursachen: eine
Beschaffung lebenswichtiger Medikamente, die nicht nur auf den
Billigstpreis schaut, weniger Regulierung, niedere und
wettbewerbsfähige Lohnnebenkosten. Ein Appell der ÖVP-Tirol nach
Brüssel ersetzt nicht die überfälligen Reform-Hausübungen der ÖVP-
geführten Bundesregierung“, so Kolm abschließend.