Grüne/Hammer zur thermischen Sanierung: Regierung lässt Menschen und Betriebe im Regen stehen

Wien (OTS) – „Seit Februar gibt es keine Fördermittel für thermische
Sanierung
mehr, weil die Bundesregierung bis zum Jahresende keine Mittel mehr
zur Verfügung stellt. Wenn Kollege Muchitsch von der SPÖ und die
Wirtschaftskammer die schleppende Sanierungsquote beklagen und den
Förderstopp mit keinem Wort erwähnen, dann ist das unglaubwürdig“,
sagt Lukas Hammer, Energiesprecher der Grünen, anlässlich der
heutigen Aussagen zur thermischen Sanierung im Ö1 Morgenjournal.

Kaum mehr als zwei Monate nach Start der Neuauflage hat
Umweltminister Norbert Totschnig den Sanierungsbonus Anfang Februar
wegen ausgeschöpfter Mittel eingestellt. Im Juli sind schließlich
auch die verbliebenen Mittel für den Heizkesseltausch ausgelaufen.
„Viele Menschen schlafen besser, weil sie in den vergangenen Jahren
die Chance nutzen konnten, ihr Zuhause zu sanieren, Energie zu sparen
und ihre Heizkosten dauerhaft zu senken. Wer jetzt vor genau
derselben Entscheidung steht, schaut durch die Finger. Das ist nicht
nur ungerecht, sondern auch völlig kontraproduktiv“, kritisiert
Hammer.

„Wesentlich effizienter als reine Förderungen wäre eine
gesetzliche Verpflichtung zum Umstieg auf saubere Heizsysteme sowie
Erleichterungen für thermische Sanierungen im Wohnrecht. Diese
Maßnahmen wurden aber sowohl von der ÖVP als auch von der SPÖ in der
vergangenen Legislaturperiode mit aller Kraft blockiert und
verhindert. Wenn wir beim Kühlen und Heizen Klimaneutralität bis 2040
erreichen wollen, braucht es stabile Rahmenbedingungen und keine Stop
-and-Go-Politik“, so Hammer und weiter: „Ja, wir brauchen mehr Tempo
– sowohl bei der thermischen Sanierung als auch beim Heizungstausch.
Aber wenn ausgerechnet diejenigen, die eine gesetzliche Regelung beim
Heizungstausch verhindert haben, die vergangenen Förderungen madig
machen und gleichzeitig die jetzigen Fördermittel als zu gering
kritisieren, frage ich mich schon, was sie eigentlich wollen.“

Die Begründung, der Kesseltausch bringe pro Fördereuro höhere CO2
-Einsparungen, greift für Hammer viel zu kurz: „Wir brauchen beides.
Thermische Sanierungen senken dauerhaft den Energieverbrauch und
damit auch die Heizkosten. Sanierung und Heizungstausch gegeneinander
auszuspielen, ist realitätsfern.“

Auch für die Betriebe bedeutet das Förderloch fehlende
Planungssicherheit. „Die Sanierungsbranche schafft regionale
Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Wer es mit der Wärmewende ernst
meint, darf sie nicht finanziell austrocknen. Genau das macht diese
Regierung aber gerade“, so Hammer abschließend.