Wien (OTS) – Angesichts der dramatischen Daten zur österreichischen
Wasserversorgung warnt Lukas Hammer, Umweltschutzsprecher der Grünen,
vor den fatalen Folgen politischer Untätigkeit. Unterstützend zur
aktuellen Kritik der ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas-
und Wasserfach) fordert Hammer ein sofortiges, entschlossenes Handeln
der Bundesregierung. „Die Politik darf beim Trinkwasser nicht länger
wegschauen. Was wir jetzt brauchen, sind echte Reformen des
Wasserrechts – reine PR-Politik und das Schönreden der Situation
gefährden unsere Lebensgrundlage“, stellt Hammer klar.
Aktuelle Daten des BMLUK und Analysen von Greenpeace zeigen, dass
regionaler Wassermangel bittere Realität ist: Aktuell führen neun von
zehn Flüssen in Österreich Niedrigwasser und an rund 80 Prozent der
Messstellen im Land werden zu geringe Pegel verzeichnet. In den
vergangenen zehn Jahren sind die Stände im Schnitt um 30 bis 50
Zentimeter gesunken. „Angesichts dieser Fakten ist die anhaltende
Untätigkeit der Bundesregierung brandgefährlich. Wir müssen jetzt
konsequent in ein grünes Sicherheitsnetz investieren, um unser Wasser
dauerhaft zu schützen“, sagt Hammer.
Um den Druck auf den zuständigen Umweltminister Norbert Totschnig
zu erhöhen, bringen die Grünen diese Woche einen umfassenden
Entschließungsantrag im Nationalrat ein. Das grüne Fünf-Punkte-
Programm fordert:
1. Transparentes Wasserentnahmeregister: Lückenlose Erfassung der
tatsächlichen Entnahmen durch industrielle und landwirtschaftliche
Großverbraucher. Man kann nur managen, was man misst.
2. Entschädigungsloser Vorrang für Trinkwasser: Gesetzliche Priorität
für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung vor kommerziellen
Interessen oder privaten Luxusnutzungen (wie Poolbefüllungen) im
Krisenfall – ohne Steuerzahler:innen-Geld für Entschädigungen.
3. Flächenversiegelung stoppen: Begrenzung des Bodenverbrauchs auf
maximal 2,5 Hektar pro Tag, damit Böden Regenwasser aufnehmen und das
Grundwasser speisen können.
4. Flussrenaturierung: Wiederherstellung naturnaher
Flusslandschaften, um den Abfluss zu verlangsamen und Dürren
abzumildern.
5. Wasser-Kreislaufwirtschaft: Schrittweise Umstellung von
Großverbrauchern auf Regen- und Nutzwasser zur Schonung der
Trinkwasserreserven.
„Wir müssen heute auf unser Wasser aufpassen, damit wir es morgen
noch haben. Jeder Tag des Zögerns und der PR-Inszenierungen auf
Kosten echter Reformen gefährdet die Wassersicherheit künftiger
Generationen“, schließt Hammer.