Wien (OTS) – Österreichs neuestes Hochleistungsrechnersystem, das
Multi-Site
Computer Austria (MUSICA), wurde am 3. Juli 2026 feierlich eröffnet.
Mit der offiziellen Inbetriebnahme von MUSICA wird die nationale
Rechenleistung erheblich gesteigert. Der Supercomputer stellt
Wissenschaft, Forschung, Unternehmen und öffentlichen Institutionen
die Leistung zur Verfügung, die notwendig ist, um weiterhin im
internationalen Spitzenfeld mitzuhalten.
Zwtl.: Für KI und datenintensive Forschung entwickelt
MUSICA zählt aktuell zu den 100 schnellsten Supercomputern im
weltweiten TOP500-Ranking. Mit einer Gesamtleistung von 45.11
Petaflops übertrifft MUSICA die bestehenden nationalen Supercomputer
VSC-4 und VSC-5 um mehr als das Achtfache. Als universell
einsetzbares System konzipiert, werden sowohl klassische High-
Performance-Computing-Anwendungen als auch großskalige KI-Anwendungen
unterstützt. Das System umfasst mehr als 1.000 NVIDIA H100 GPUs und
bietet damit die notwendige Leistung für das Training moderner
Machine-Learning-Modelle und großer neuronaler Netze. Gleichzeitig
ermöglicht es anspruchsvolle Simulationen und datenintensive
Workflows in Bereichen wie Physik, Ingenieurwesen, Chemie,
Lebenswissenschaften und Umweltforschung.
Zwtl.: Rechenleistung für Wissenschaft und Wirtschaft
MUSICA steht wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und
der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung. Wissenschaftler_innen der
Partneruniversitäten können das System kostenfrei nutzen, weitere
Nutzer_innen erhalten über Pay-per-Use-Modelle Zugang.
„MUSICA liefert genau das, was in den strategischen Zielsetzungen
verankert ist: Wettbewerbsfähigkeit, Exzellenz und Innovationskraft.
Entscheidend ist jetzt eine stabile Finanzierung der laufenden
Kosten, damit aus Spitzeninvestition auch Spitzenleistung wird – im
gesamten HPC-Bereich“ , so Nikolaus Hautsch, Vorsitzender des ASC
Steering Committees und Vizerektor für Infrastruktur an der
Universität Wien.
Zwtl.: Hochleistungsrechnen trifft Quantencomputing
Über MUSICA ist auch Österreichs erster produktiv nutzbarer
Quantencomputer niederschwellig erreichbar:
„Mit dem Ionenfallen-Quantencomputer OTTER und maßgeschneiderten
Ausbildungsangeboten erweitern wir den ASC um die dritte
Zukunftstechnologie im Scientific Computing: High Performance
Computing, Künstliche Intelligenz und Quantencomputing auf
internationalem Niveau ergeben so einen Leuchtturm in der
europäischen Forschungslandschaft. Umso klarer ist: Wenn bei den
Universitätsbudgets gekürzt wird, trifft das nicht nur
Hochleistungsrechnen und KI – es würde auch Österreichs ersten
Quantencomputer massiv in seiner Nutzung und Weiterentwicklung
betreffen“ , betont Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung an der
Universität Innsbruck.
Zwtl.: Sieben Partner, drei Standorte
MUSICA entstand aus der langjährigen Kooperation österreichischer
Universitäten und Forschungseinrichtungen im ASC-Konsortium (Austrian
Scientific Computing, ehemals Vienna Scientific Cluster – VSC).
Partner im MUSICA-Projekt sind die TU Wien (Projektkoordination), die
Universität Wien, die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die
Universität Innsbruck, die Technische Universität Graz und die
Johannes Kepler Universität Linz. Neuestes Mitglied im Konsortium ist
das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), welches den
weiteren Infrastrukturausbau unterstützt.
„Universitäten sind die Wurzeln, aus denen das Wissen und der
Fortschritt der Menschheit wachsen. Dazu müssen wir zusammenarbeiten,
und MUSICA ist ein gelungenes Beispiel für diese Art der Kooperation.
Der Hochleistungsrechner steht somit Forscher_innen in ganz
Österreich zur Verfügung und erlaubt auch unseren
Wissenschaftler_innen an der JKU Linz, unter bestmöglicher IT-
Infrastruktur wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und Forschung auf
internationalem Niveau zu betreiben. Ich bin dankbar für die
Initiative, die dieses Projekt ermöglicht hat“, so Alberta Bonanni,
Vizerektorin für Forschung und Internationales der Johannes Kepler
Universität Linz.
„MUSICA ist nicht nur der mit Abstand größte Supercomputer des
Landes. Er ist ein manifestes Bekenntnis der Politik zum
Forschungsstandort Österreich, ein Leuchtturm interuniversitärer
Kooperation und ein Motor für datenintensive Forschung und KI-
Entwicklung in nie dagewesener Form. Die unglaubliche Rechenpower
ermöglicht die nächste Generation von Simulationen, Datenanalysen und
großen neuronalen Netzen – mit unmittelbarem Nutzen für Lebens- und
Umweltwissenschaften, Wirtschaft und öffentliche Institutionen“ ,
freut sich Christoph Pfeifer, Vizerektor für Forschung und Innovation
der BOKU University.
Ein zentrales Merkmal von MUSICA ist dessen Multi-Site-
Architektur. Das System ist auf drei Standorte verteilt: das Science
Center der TU Wien im Wiener Arsenal, die Universität Innsbruck sowie
die Johannes Kepler Universität Linz. Alle Komponenten werden zentral
konfiguriert und verwaltet, können als ein hochperformantes System
oder auch autonom betrieben werden. Dieser Aufbau erhöht die
Ausfallsicherheit und Flexibilität im Betrieb und stellt sicher, dass
Rechenprozesse auch bei möglichen Einschränkungen an einem Standort
fortgeführt werden können.
„MUSICA vereint zwei Welten, die in der modernen Wissenschaft
zunehmend zusammenwachsen: klassische Großsimulation und KI-gestützte
Datenanalyse. Mit 1.088 High-End-GPUs und der Integration von Cloud-
Diensten bietet das System die notwendige Leistung und Flexibilität
für die nächste Generation wissenschaftlichen Rechnens und der KI-
Entwicklung. Eine verlässliche, planbare Finanzierung des MUSICA-
Betriebs durch entsprechende Universitätsbudgets ist unabdingbar,
damit das Weltklasseniveau ihre Wirkung auch tatsächlich entfalten
kann“ , sagt Andreas Rauber, Leiter des ASC Research Center.
Zwtl.: Energieeffizientes Hochleistungsrechnen
Energieeffizienz war ein zentrales Kriterium bei der Entwicklung
von MUSICA. Der Großteil des Systems nutzt eine direkte
Heißwasserkühlung, bei der Kühlungselemente direkt an Prozessoren,
GPUs und Speichermodulen angebracht sind. Dadurch ist ganzjährig Free
-Cooling möglich, was den Energiebedarf im Vergleich zu luftgekühlten
Systemen deutlich reduziert.
Zwtl.: Investition in Zukunftsbereiche
„MUSICA ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort
Österreich. Der Supercomputer schafft die Grundlage dafür, dass
Spitzenforschung, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und
Innovation auch künftig in Österreich auf höchstem Niveau stattfinden
können. Wer die Zukunft gestalten will, muss heute in die dafür
notwendige Infrastruktur investieren. Denn Forschung schafft
Fortschritt: für bessere Medizin, Klimaschutz, innovative
Arbeitsplätze und ein gutes Leben für alle. MUSICA stärkt damit nicht
nur unsere Forschung, sondern auch die technologische Souveränität
Europas“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen,
Wissenschaft und Forschung
Zwtl.: Förderung und Finanzierung
MUSICA wurde mit 20 Millionen Euro von der Österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen von Quantum Austria
und des europäischen Aufbau- und Resilienzplans gefördert; weitere 16
Millionen Euro kommen vom BMFWF. Die Beschaffung und HPC-Integration
des Quantencomputers im Projekt QACI wurde zusätzlich mit 9 Millionen
Euro (FFG/Quantum Austria/Aufbau- und Resilienzplan) unterstützt.
Während Errichtung und Beschaffung damit gesichert sind, werden
Infrastrukturmaßnahmen wie Stromversorgung und Kühlung sowie laufende
Betriebskosten von den Konsortialpartnern getragen. Ohne
entsprechende Universitätsbudgets wird das nicht im notwendigen
Ausmaß möglich sein.
///
Zwtl.: INFOBOX MUSICA / KURZ
Technische Spezifikationen von MUSICA:
Leistung:
45.11 Petaflop/s
TOP100 weltweit (Stand Juni 2026)
Rechenressourcen:
1.088 NVIDIA H100 GPUs, 880 AMD EPYC CPUs, 768 GB RAM
Speicher:
WEKA Data Platform
12 PB All-Flash-Speicher
1.800 GB/s Lesedurchsatz, 750 GB/s Schreibdurchsatz
Architektur:
Verteiltes HPC-System
Standorte Wien, Linz, Innsbruck
Mehr: https://asc.ac.at/systems/MUSICA
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at