Wien (OTS) – Anlässlich des Tages des Öffentlichen Dienstes hat
Staatssekretär
Alexander Pröll ein klares Bekenntnis zu den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern des Staates abgelegt – verbunden mit einer Reformansage.
Unter dem Leitmotiv „Gestalten“ skizzierte Pröll seine Vision eines
modernen, bürgernahen Staates und gab den rund 375.000 öffentlich
Bediensteten in Österreich drei konkrete Versprechen für die
kommenden Jahre.
„Sie sind der Staat. Nicht die Politiker, nicht die Paragrafen “,
betonte Pröll und dankte jenen Menschen, die „ jeden Morgen aufstehen
– für die Menschen in diesem Land “. Der öffentliche Dienst sei „
keine Kostenstelle, sondern eine Investition in die
Handlungsfähigkeit unseres Staates “.
Zwtl.: Wandel gestalten
Alexander Pröll hob dabei sein Motto hervor, das er anlässlich
der ID Austria Servicetour zum Credo gemacht hat: „ Das Amt muss zu
den Bürgern kommen und nicht die Bürger zum Amt .“ Dafür sei es
notwendig, dass man Strukturen gemeinsam verändere. „ Es liegt an uns
allen, die Verwaltung durch Digitalisierung, insbesondere durch
Künstliche Intelligenz, weiterzuentwickeln. “ Vor dem Hintergrund von
Demografie, Budgetdruck und der Disruption durch Künstliche
Intelligenz machte Pröll die Dringlichkeit deutlich: In den kommenden
13 Jahren würden rund vier von zehn Bundesbediensteten in den
Ruhestand treten. „ Die Frage ist nicht, ob sich der öffentliche
Dienst verändern wird. Die Frage ist, ob wir diese Veränderung
gestalten – oder von ihr gestaltet werden “, so der Staatssekretär.
Sein Ziel: ein Verständnis von Verwaltung, das nicht beim „ Nein,
weil…“ stehen bleibt, sondern zum „ Ja, wenn…“ kommt.
Zwtl.: Drei Versprechen an den öffentlichen Dienst
Moderne Werkzeuge. Der Staat investiert gezielt in digitale
Kompetenzen und Technologie – „ nicht, um Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter zu ersetzen, sondern um sie zu entlasten “. Konkret wird
das KI-Tool GovGPT noch im Juli für alle Bundesbediensteten
ausgerollt; der ELAK erhält noch heuer KI-Funktionen, mit denen sich
Akten innerhalb von wenigen Sekunden zusammenfassen lassen – eine
große Erleichterung im Alltag vieler Bediensteter. Begleitet wird
dies durch den Ausbau der digitalen Schulungsangebote der
Verwaltungsakademie, ein neues Reallabor und die Public-AI-
Initiative.
Zweitens – Bürokratieabbau. Jede Reform werde an der Frage
gemessen, ob sie einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger
schaffe oder nur Ressourcen binde. In künftigen Dienstrechts-Novellen
soll jeweils ein Digitalisierungs- und Deregulierungsschwerpunkt
gesetzt werden – unter dem Motto „ Abschaffen, vereinfachen oder
automatisieren “.
Drittens – die besten Köpfe für den öffentlichen Dienst. Der
öffentliche Dienst soll zum „attraktivsten Arbeitgeber dieses Landes“
entwickelt werden. Dazu zählen die Stärkung unabhängiger Elemente in
Auswahlkommissionen, ein modernes Führungsverständnis mit klaren
Zielen und messbaren Ergebnissen sowie ein gezielter Wissenstransfer
zwischen den Generationen.
Zur Ausarbeitung der Maßnahmen wurde bereits eine Arbeitsgruppe
eingesetzt, unterstützt von den externen Expertinnen und Experten
Mag. Dr. Iris Rauskala und Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid.
Zwtl.: Mut zur Entscheidung
Mit Verweis auf Estland, wo 99 Prozent der Behördenwege digital
erledigt werden, warb Pröll für mehr Mut: „ Glaubt irgendjemand
ernsthaft, dieses Land scheitert an einem Formular?“ Ein Staat werde
nicht daran gemessen, wie viele Strategien er verabschiede, sondern
ob er Probleme lösen könne. „ Wir sind das Land, das aus Trümmern ein
Wirtschaftswunder gebaut hat. Das Land der Erfinder, der Hidden
Champions, der Weltmarktführer aus dem hintersten Tal. Was wir jetzt
brauchen, ist der Mut dafür. Wir haben die Menschen, die Ideen und
den Willen. Jetzt brauchen wir den Mut.“ Sein Appell zum Abschluss:
„Österreich braucht Sie. Österreich schätzt Sie. Und Österreich wird
gemeinsam mit Ihnen besser. Gestalten wir es. Gemeinsam “, so Pröll.
„ In einer Welt, die sich jeden Tag schneller dreht, ist ein
starker, moderner, bürgernaher Staat kein Luxus. Er ist ein
Versprechen, dass der Staat für seine Bürgerinnen und Bürger da ist,
wenn er gebraucht wird. Österreich braucht Sie, schätzt Sie und wird
gemeinsam mit Ihnen besser “, sagte Pröll abschließend.
Bilder von der Rede sind über das Fotoservice des
Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.