Wien (OTS) – Die aktuellen Zahlen zum Hitzeschutz an Wiener Schulen
könnten nicht
deutlicher sein. Eine Anfragebeantwortung der Wiener Volkspartei
offenbart, dass an 173 von 408 öffentlichen Pflichtschulen in Wien
keinerlei Maßnahmen gegen die Hitze im Sommer vorhanden sind. Weder
gibt es dort eine Außenbeschattung an den Fenstern noch eine
mechanische oder aktive Kühlung der Räumlichkeiten. Darüber hinaus
gibt Stadträtin Emmerling sehr offen zu, dass es weder einen
Hitzeschutzplan noch ein Temperaturmonitoring für Wiens
Bildungseinrichtungen gibt. „Damit haben wir es nun schwarz auf weiß:
Diese Stadtregierung ist beim Hitzeschutz in Bildungseinrichtungen im
Blindflug unterwegs. Auch kann Stadträtin Emmerling nicht sagen, wie
viel Geld sie für Hitzeschutz in Kindergärten und Schulen ausgibt.
Das ist angesichts vermehrt auftretender Hitzeperioden mehr als
fahrlässig. Statt einer professionellen Planung gibt es aber offenbar
einzelne Alibi-Projekte wie die Hibiskus-Pergola vor einer Wiener
Volksschule von Stadtrat Czernohorszky, während es in den
Klassenzimmern selbst auch im nächsten Sommer heiß bleibt“, so
Zierfuß.
Auch bei den städtischen Kindergärten explodieren die Ansuchen um
Ventilatoren förmlich. Allein im vergangenen Kindergartenjahr 2025/26
wurden mit 805 Ventilatoren rund die Hälfte aller seit 2020
bewilligten Geräte (1.638) beantragt – im Vergleich zum Jahr davor (
289 Ventilatoren) bedeutet das nahezu eine Verdreifachung. An den
Schulen hingegen verweigert die Stadtverwaltung selbst die
Genehmigung für Deckenventilatoren, während regelmäßige
Temperaturmessungen gar nicht erst durchgeführt werden. „Fast die
Hälfte der öffentlichen Wiener Pflichtschulen hat überhaupt keinen
Hitzeschutz und damit weder eine Außenbeschattung noch eine
mechanische oder aktive Kühlung der Räumlichkeiten. Gleichzeitig
explodieren die Ansuchen von städtischen Kindergärten auf
Ventilatoren. Kinder, Elementarpädagogen, Lehrkräfte und Schulleiter
brauchen aber keine weiteren Ausreden und Verweise zwischen
Magistratsabteilungen, sondern endlich konkrete Standards, belastbare
Daten und einen nachvollziehbaren Ausbauplan von
Hitzeschutzmaßnahmen“, betont der Bildungssprecher.
„Alibi-Begrünungsprojekte vor einzelnen Schulgebäuden dürfen
nicht länger als Ersatz für erträgliche Temperaturen in den
Unterrichtsräumen herhalten. SPÖ und Neos sind aufgefordert, den
Hitzeschutz in Wiens Bildungseinrichtungen endlich ernst zu nehmen
und den Schutz der Kinder vor extremen Temperaturen systematisch,
strategisch und koordiniert anzupacken“, so Zierfuß abschließend.