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ÖGNI Symposium 2026: Ban Ki-Moon fordert im Wiener Ronacher den Schritt vom Wollen ins Tun

Wien (OTS) – Rund 600 Entscheidungsträger:innen der Bau- und
Immobilienwirtschaft
folgten gestern Abend der Einladung der ÖGNI ins Ronacher in Wien.
Unter dem Titel „Sustainability: Turning Intentions into Impact!“
standen konkrete Lösungen im Mittelpunkt: von transparenten
Datenflüssen über KI und Robotik bis zu lebenslangem Lernen.

Nach der erfolgreichen Premiere 2024 in der Wiener Hofburg lud
die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft
(ÖGNI) am 22. Oktober 2026 zum zweiten Mal zu ihrem Symposium. Das
Ronacher in Wien bildete dafür eine außergewöhnliche Kulisse. Die
Botschaft des Abends war klar: Absichtserklärungen allein reichen
nicht mehr, die Branche muss ins Handeln kommen.

Zwtl.: ERÖFFNUNG: NACHHALTIGKEIT BRAUCHT MESSBARE ERGEBNISSE

ÖGNI Geschäftsführer Peter Engert und ÖGNI Präsident Andreas
Köttl eröffneten den Abend, durch den Moderatorin Manuela Raidl
führte.

Peter Engert: „Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht mit einem
Thema. Sie zeigt sich dann, wenn Gebäude langfristig funktionieren:
ökologisch, wirtschaftlich und sozial. Das ÖGNI Symposium hat
deutlich gemacht, dass wir Klimaschutz, Resilienz, Sanierung,
Digitalisierung, Finanzierung und Betrieb gemeinsam denken müssen.
Die Branche weiß sehr viel. Jetzt geht es darum, dieses Wissen
schneller in Entscheidungen, Projekte und Qualität umzusetzen.“

Zwtl.: LOUISA SCHNEIDER: UNS FEHLEN DIE UTOPIEN

Mit einem Impuls über Gemeinschaft, Mut und Zuversicht brachte
Klimajournalistin Louisa Schneider eine persönliche Perspektive auf
die Bühne. Für ein Multimedia-Projekt mit Greenpeace bereiste sie
fünf Klimakipppunkte der Erde und sprach vor Ort mit betroffenen
Menschen. Ihre Erfahrungen hat sie in Live-Shows und in ihrem Buch
„Grad°Jetzt“ zu einem Plädoyer der Zuversicht verarbeitet.
Am Beispiel indigener Gemeinschaften im Amazonasgebiet zeigte
Schneider, wie der Schutz natürlicher Lebensgrundlagen und
gemeinschaftliches Handeln zusammenhängen. Das kreisrunde Dorf der
Yanomami wurde dabei zum Bild für eine andere Beziehung zwischen
Menschen und Natur.
„Uns fehlen die Utopien“, erklärte Schneider im Gespräch über ihren
Vortrag. Es brauche konkrete, positive Bilder einer lebenswerten
Zukunft, die Mut machen und zum Handeln motivieren. Technologie müsse
dazu beitragen, das Leben zu erhalten und zu stabilisieren. Solche
Zukunftsbilder können Menschen darin bestärken, Veränderungen
gemeinsam anzugehen.

Zwtl.: DREI ARBEITSGRUPPEN, DREI KONKRETE LÖSUNGSANSÄTZE

Im Vorfeld des Symposiums hatten Expert:innen aus der gesamten
DACH-Region in drei Arbeitsgruppen praxistaugliche Lösungen
erarbeitet, die gestern präsentiert wurden:

Zwtl.: KI und Robotik aus gesellschaftspolitischer Sicht

KI und Robotik sollen den Wohlstand sichern und Menschen bei
ihrer Arbeit unterstützen. Angesichts fehlender Arbeitskräfte greift
die verbreitete Vorstellung, KI vernichte vor allem Jobs, aus Sicht
der Arbeitsgruppe zu kurz. Entscheidend ist, wie die Technologien
eingesetzt werden und wem die entstehende Wertschöpfung zugutekommt.
Sie darf nicht allein in den Händen weniger globaler Konzerne liegen.
Die Gruppe formuliert drei Forderungen: Menschliche Arbeit soll von
Lohnabgaben befreit werden. Staatliche Förderung soll gezielt dort
ansetzen, wo Menschen mit KI und Robotik zusammenarbeiten. Zudem
braucht es klare Regeln dafür, welche Aufgaben Menschen und
Technologien jeweils übernehmen, sowie verbindliche Lernmöglichkeiten
für Berufseinsteiger:innen.

Zwtl.: Zielgerichtete Digitalisierung durch transparente Datenflüsse

Digitalisierung braucht Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen
hinweg. Schon die zu Beginn eines Projekts definierten
Leistungsbilder schaffen häufig Silos und Schnittstellen, wo
verbindende Nahtstellen und durchgängige Datenflüsse notwendig wären.
Die Arbeitsgruppe fordert deshalb mehr Mut zu partnerschaftlicher
Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Disziplinen und
Projektbeteiligten. Ein zentrales Hindernis ist das
„Mehrwertdilemma“: Die Kosten der Digitalisierung fallen heute an,
ihr Nutzen wird häufig erst später sichtbar. Um diesen Mehrwert zu
erschließen, müssen die Beteiligten gemeinsame Ziele verfolgen und
Informationen durchgängig nutzbar machen.

Zwtl.: Lebenslanges Lernen als Schlüssel für die Transformation

Wir brauchen eine echte Lernkultur in den Unternehmen und
Lernformate, die Fähigkeiten und Wissen konsequent umsetzen:
Gelerntes muss in der Praxis erprobt, gelebt und verinnerlicht
werden. Innovation entsteht nur im gemeinsamen Tun der Branche und
mit flexiblen Rahmenbedingungen, damit Wertschöpfung im Lebenszyklus
von Immobilien ermöglicht wird. Die Thesen der Arbeitsgruppe richten
sich an die Gesellschaft, weit über die Branche hinaus. Ob daraus
Wirkung wird, entscheidet sich auch nicht an einem Abend, sondern am
nächsten Tag in den Unternehmen, Teams und Projekten. Die
Arbeitsgruppe ruft auf, gemeinsam vom Wissen ins Tun zu kommen.

Die vollständigen Ergebnisse werden zeitnah auf der Website der
ÖGNI zur Verfügung stehen.

Zwtl.: BAN KI-MOON: VOM PARISER ABKOMMEN ZUR GEBAUTEN REALITÄT

Höhepunkt des Abends war das Kamingespräch mit Ban Ki-moon. Der
ehemalige UN-Generalsekretär (2007–2016) prägte die Verabschiedung
des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 mit ihren 17
Sustainable Development Goals entscheidend mit. Wie kaum eine andere
Persönlichkeit steht er für den Übergang von Absichtserklärungen zu
konkretem Handeln, und damit für das Leitmotiv des Symposiums.
„Dass Sie mich heute eingeladen haben, zeigt mir, dass Sie diese
Anliegen teilen. Ich hoffe, dass dieser Abend eine Gelegenheit
bietet, ernsthaft darüber nachzudenken, wie wir alle zu Frieden,
Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung beitragen können“ , sagte Ban
Ki-moon.
Er rief dazu auf, die Gestaltung einer friedlichen und nachhaltigen
Zukunft nicht allein der Politik und Wirtschaft zu überlassen. Auch
jede und jeder Einzelne könne zu Frieden, Sicherheit, Menschenrechten
und der Überwindung von Armut beitragen. Mit Blick auf das Pariser
Klimaabkommen erinnerte Ban Ki-moon an die Kraft internationalen
Zusammenhalts. Seine Ausführungen zu den globalen
Nachhaltigkeitszielen machten zugleich deutlich, wie konkret
nachhaltige Entwicklung im Leben der Menschen werden muss: Niemand
sollte an vermeidbaren Krankheiten sterben oder durch Hunger und
Armut sein Leben verlieren. Kinder müssen Zugang zu Bildung erhalten.

Zwtl.: BÜHNE FÜR INNOVATION: START-UP CORNER UND „MARIA THERESIA“

Im Start-up Corner präsentierten zwölf Jungunternehmen aus den
Bereichen Gebäude und Industrie ihre Lösungen. Sie hatten sich im
Rahmen der ÖGNI Start-up Challenge powered by Orbyz einen
kostenfreien Ausstellungsplatz gesichert. Das Spektrum reichte von
Drohnen-Gebäudeerfassung über CO₂-speichernde Baustoffe bis zur
Entsiegelung von Parkflächen durch Baumpflanzungen.

Für besondere Momente sorgten zwei Showeinlagen aus der
Produktion „Maria Theresia – Das Musical“ der Vereinigten Bühnen
Wien. Beim abschließenden Networking setzten die Gäste den Austausch
bis in den späten Abend fort.

DANK AN ALLE PARTNER:INNEN
Die ÖGNI bedankt sich bei allen Partner:innen und Medienpartnern des
Symposiums 2026, die diesen Abend möglich gemacht haben.

Über die ÖGNI

Die ÖGNI – Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige
Immobilienwirtschaft ist eine NGO (Nichtregierungsorganisation) und
NPO (Non-Profit Organisation), die sich seit 2009 für die Etablierung
der Nachhaltigkeit in der Bau- und Immobilienbranche einsetzt.

Als zentrale Plattform vereint die ÖGNI Akteure aus Planung, Bau,
Immobilienwirtschaft und Wissenschaft und fördert den fachlichen
Austausch sowie die Weiterentwicklung der Branche.

Durch die Zertifizierung von Gebäuden und Quartieren zeigt die
ÖGNI den Mehrwert nachhaltiger Immobilien auf. Ebenso bietet die ÖGNI
EU-Taxonomie Verifikationen an und vermittelt über ihre Akademie
praxisnahes Wissen.

Mitglieder profitieren von Vernetzung, Sichtbarkeit, fachlicher
Mitgestaltung und einem starken nationalen wie internationalen
Netzwerk.

Als Systempartner der DGNB (Deutsche Gesellschaft für
Nachhaltiges Bauen), established member des World Green Building
Councils und mit ihrer Tochtergesellschaft, CPEA (Climate Positive
Europe Alliance) in Brüssel bringt die ÖGNI internationale
Perspektiven und europäische Qualitätsstandards in den
österreichischen Markt ein. www.ogni.at

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