Wien (OTS) – „Mit einem selbst erfundenen ‚Pension Overshoot Day‘ den
Jungen
einzureden, ihre Pensionen seien nicht mehr finanzierbar, ist
unseriös und schürt unnötige Zukunftsängste“, kritisiert ÖGB-
Bundespensionist:innenvorsitzende Monika Kemperle.
„Das österreichische Pensionssystem ist sicher. Die gesetzlich
vorgesehenen Bundesmittel bedeuten kein plötzliches Loch, sondern sie
sind seit jeher Teil der Finanzierung unseres Umlageverfahrens“, so
Kemperle. Aus dem Pensionsbudget werden nämlich nicht nur die
klassischen Alterspensionen finanziert, sondern auch wichtige
sozialpolitische Leistungen wie Pensionsbeiträge, die der Bund für
gewisse Gruppen von Personen übernimmt, um fehlende Beitragszahlungen
auszugleichen – beispielsweise für Menschen, die Kinder erziehen oder
während Zeiten des Kranken- und Wochengeldbezugs.
Entscheidend für die Finanzierung sei vielmehr, wie viele
Menschen in Beschäftigung sind und ob bzw. unter welchen Bedingungen
sie bis zum Pensionsantritt arbeiten können.
Ältere brauchen Jobs, keine Pensionspanik
Gerade hier gebe es Handlungsbedarf: „Wer behauptet, die
Pensionen seien zu teuer, muss auch darüber sprechen, warum so viele
ältere Menschen aus der Arbeitslosigkeit oder dem Krankenstand in
Pension gehen. Menschen über 50 brauchen bessere Chancen am
Arbeitsmarkt und gute Arbeitsbedingungen, damit sie gesund bis zur
Pension arbeiten können.“
Kemperle fordert daher, die Debatte über die Zukunft der
Pensionen sachlich zu führen: „Wer die Pensionen der Zukunft sichern
will, muss für gute und ausreichend viele Arbeitsplätze sorgen, auch
für Ältere. Pensionspanik und Rechenkunststücke helfen dabei nicht.
Ebenso wenig, wenn man immer wieder ein höheres, unrealistisches
Pensionsantrittsalter fordert.“