Wien (OTS) – –
Erzeugung erneuerbarer Energien in 20 Jahren verdoppelt
–
100 % Ökostrom dank Ausbau von Windkraft und Photovoltaik
–
Hoher Erdölverbrauch durch Ölraffinerie und wachsenden
Flugverkehr
Durch den Ausbau regionaler Biomasseheizwerke und Holzkraftwerke
hat sich die Erzeugung biogener Fernwärme in Niederösterreich seit
2005 mehr als verfünffacht, informiert der Österreichische Biomasse-
Verband anlässlich seines Energiewende-Checks der Bundesländer. Über
ein flächendeckendes Netz mit etwa 1.360 km Trassenlänge versorgen
837 Biomasse-Nahwärmeanlagen und fast 40 Biomasse-
Kraftwärmekopplungsanlagen mehr als 47.800 Anschlüsse und daraus
150.000 Haushalte mit Wärme aus Biomasse. Der Betrieb der Anlagen
kreiert jährlich rund 120 Mio. Ꞓ Wertschöpfung in NÖ. Bis 2030 möchte
das Land NÖ 1.000 Biomasseanlagen in Betrieb haben. Im Frühjahr 2026
wurden sieben weitere neue Biomasse-Nahwärmeprojekte in Gänserndorf,
Karlstetten, Melk, Schwarzau am Steinfeld, Traisen, Petzenkirchen und
Waldenstein auf den Weg gebracht. Etwa zwei Drittel der Fernwärme in
NÖ stammen aus Biomasseanlagen, der Rest basiert vor allem auf Erdgas
(18 %) und Erdöl (14 %). Durch den stark gestiegenen Einsatz von
Waldhackgut und Sägenebenprodukten hat sich Bioenergie mit einem
Anteil von 47 % zum wichtigsten erneuerbaren Energieträger in NÖ
entwickelt.
Zwtl.: Holzenergie hat Erdgas in der Raumwärme überholt
Holzbrennstoffe haben Erdgas als wichtigste Raumwärmequelle der
NÖ Haushalte abgelöst. Der Einsatz von Holzbrennstoffen hat sich seit
2003/04 um etwa 20 % erhöht, wobei sich der Pelletsverbrauch in
dieser Zeit fast verzehnfacht hat. Dennoch handelt es sich bei über
80 % der in NÖ Haushalten eingesetzten Holzbrennstoffe um Scheitholz.
188.000 Haushalte in NÖ verwenden eine Holzheizung als primäres
Heizsystem. 2025 wurden knapp 6.000 neue Holzzentralheizungen in NÖ
installiert, das war der dritthöchste Wert in der Historie.
Holzheizungen decken gut 40 % des Raumwärmebedarfs der Haushalte, die
biogene Fernwärme weitere 5 %. Mehr als in Haushalten (35 %) wird
Fernwärme in NÖ mit einem Anteil von 37 % in Dienstleistungsgebäuden,
wie Hotels, Krankenhäuser, Einkaufs- oder Handelsgebäude, genutzt;
auch die Industrie bezieht einen hohen Anteil (28 %).
Zwtl.: Langsamer Rückgang bei Öl- und Gasheizungen
Bei in den letzten fünf Jahren weitgehend gleichbleibendem
Verbrauch deckt Erdgas noch 24 % des Raumwärmebedarfs in NÖ. Die
Anzahl von Ölkesseln ging in den letzten 20 Jahren von 136.000 auf
60.000 Geräte zurück. Parallel dazu war der Heizöleinsatz um 41 %
rückläufig, womit Heizöl noch 11 % zum Raumwärmeverbrauch beiträgt.
Zusammen mit Stromdirektheizungen erreichen fossile Energieträger
einen Anteil von immer noch 44 % am Raumwärmeeinsatz der Haushalte.
Die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor sind seit 1990 um fast
die Hälfte gesunken. Dies ist bedingt durch die milde Witterung, die
verstärkte Nutzung erneuerbarer Energieträger und die anhaltend hohen
Energiepreise. Laut dem im Oktober 2025 adaptierten NÖ Klima- und
Energiefahrplan sollen die rund 240.000 fossil betriebenen Heizkessel
in NÖ bis 2040 stufenweise weitgehend auf erneuerbare Heizungen
umgestellt werden. Eine langfristige Förderung „Raus aus Öl und Gas“
im Rahmen der Wohnbauförderung NÖ soll dabei sichergestellt werden.
Zwtl.: 100 % Ökostrom dank Windkraft und Photovoltaik
Die Biomasse-KWK-Anlagen in Niederösterreich haben 2024 etwa 413
GWh Strom ins Netz eingespeist und 2,4 % zur Stromproduktion
beigetragen. Gegenüber ihrem Peak von 2016 ist die Stromerzeugung der
Holzkraftwerke aufgrund unzureichender Förderungen und gestiegener
Produktionskosten um 38 % zurückgegangen. Etwa 85 Biogasanlagen
stellen 1,3 % der NÖ Stromproduktion bereit. Das NÖ Klima- und
Energieprogramm 2030 fordert auf Bundesebene die möglichst rasche
Umsetzung eines geeigneten Erneuerbares-Gas-Gesetz (EGG), das Anreize
für Reststoffe setzt. NÖ erzielte 2024 zum zweiten Mal nach 2023
einen Anteil von 100 % Erneuerbaren in der Elektrizitätserzeugung,
bei Berechnung nach der EU-Erneuerbaren-Richtlinie. Ausschlaggebend
war vor allem der deutliche Ausbau von Windkraft und Photovoltaik.
Vor der Windkraft (31 %) und der Photovoltaik (12 %) war 2024 die vor
allem entlang der Donau produzierte Wasserkraft mit 44 % Anteil
wichtigster Stromerzeuger. Aufgrund der niedrigen Wasserführung der
Fließgewässer gingen die Erträge der Wasserkraft im Jahr 2025 um fast
26 % zurück. Extremes Niederwasser der Donau sorgte heuer für weitere
Rückgänge. 2030 sollen in Niederösterreich laut NÖ Klima- und
Energiefahrplan 8 TWh Windkraft und 4,5 TWh Solarstrom erzeugt
werden.
Zwtl.: Höchste Erzeugung Erneuerbarer und höchster Erdölverbrauch in
Österreich
Die Erzeugung erneuerbarer Energien in NÖ hat sich in den letzten
20 Jahren etwa verdoppelt. Mit mehr als 33 TWh produzierte NÖ 2024
die größte Menge erneuerbarer Energien unter allen Bundesländern. Mit
einem Anteil von 54 % am Bruttoinlandsverbrauch Energie ist jedoch
Erdöl wichtigster Energieträger in NÖ. Verantwortlich dafür ist neben
dem hohen stofflichen und energetischen Einsatz in der
Erdölraffinerie Schwechat die Verwendung im Straßen- und Flugverkehr.
Fast der gesamte Energieverbrauch des heimischen Flugverkehrs geht
auf das Konto Niederösterreichs. Im Vorjahr wurden mehr als 1 Mio.
Tonnen Kerosin in Österreich getankt – mehr als je zuvor.
Zwtl.: Niederösterreich reduziert Treibhausgase außerhalb
Emissionshandel um 25 %
Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch
soll laut NÖ Klima- und Energiefahrplan bis 2030 von 44 % auf 55 %
gesteigert werden. Bis 2050 sollen die Treibhausgasemissionen gegen
null zurückgehen, beim Energieverbrauch wird nur ein leichter
Rückgang erwartet. Effizienzgewinnen in Gebäuden und in der Mobilität
stehen eine Zunahme des Flugverkehrs sowie das Bevölkerungs- und
Wirtschaftswachstum gegenüber. Zur Erreichung des österreichweiten
Ziels, die Treibhausgasemissionen in den Sektoren außerhalb des
Emissionshandels bis 2030 um 48 % gegenüber 2005 zu reduzieren,
möchte das Land Niederösterreich einen wesentlichen Beitrag leisten,
eine konkrete Zielvorgabe für diese Reduktion fehlt jedoch im
adaptierten NÖ Klima- und Energiefahrplan. Bislang bewegt sich
Niederösterreich mit einer Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 25
% in den Sektoren außerhalb des ETS im Gleichschritt mit dem Bund.
Für schwer vermeidbare Treibhausgasemissionen fordert das Land NÖ auf
Bundesebene die Schaffung von Rahmenbedingungen für die technische CO
2 -Speicherung.
Zur gesamten Presseaussendung des Österreichischen Biomasse-
Verbandes gelangen Sie hier:
https://www.biomasseverband.at/niederoesterreich-auf-dem-weg-zu-1-000
-biomasseheizwerken/