Nationalrat beschließt Verbot von Einweg-Vapes

Wien, am 6.Juni (OTS) – Anfang der Woche wird der Nationalrat das
Ablaufdatum für Einweg-
Vapes beschließen. Diese dürfen nur noch bis Ende des Jahres verkauft
werden. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat ein solches
Verbot schon letztes Jahr gefordert. „Das Verbot ist ein wichtiger
Schritt für den Umwelt- und Ressourcenschutz. Jetzt kommt es darauf
an, dass es auch wirkt“, sagt Anna Leitner, Ressourcen- und
Lieferkettensprecherin von GLOBAL 2000. Die derzeitige Definition,
was als Einweg-E-Zigarette gilt, ist ungenau. Beispiele aus anderen
Ländern zeigen, dass Hersteller Verbote mit kleinen Änderungen an
ihren Produkten umgehen. GLOBAL 2000 erwartet klare Regeln und
wirksame Kontrollen, damit Einweg-Vapes tatsächlich Geschichte werden
und „Pseudo-Mehrweg“ keine Chance hat. Eine Petition von GLOBAL 2000
erreichte in kurzer Zeit 12.000 Unterschriften.

Einweg-Vapes: Paradebeispiel für Verschwendung

Einweg-Vapes sind ein Paradebeispiel für Ressourcenverschwendung:
Sie enthalten wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel,
werden aber nach kurzer Nutzung weggeworfen. In 10 dieser Vapes
steckt de facto ein Smartphone-Akku, der, anstatt jahrelang verwendet
zu werden, schon nach wenigen Zügen im Müll landet. Dort verursachen
die eingebauten Lithium-Akkus regelmäßig Brände in Müllfahrzeugen und
Abfallanlagen. Leitner: „Einweg-Vapes sind dabei nur die besonders
auffällige Spitze des österreichischen Müllberges. Wir sind mit 803
kg pro Kopf und Jahr trauriger Europameister beim Wegwerfen. Die
wertvollsten Rohstoffe landen als gackernde Glückwunschkarten und
Fast Fashion nach Einmalgebrauch im Müll. Das kann so nicht
weitergehen.“

Extremer Ressourcenverbrauch in Österreich

Österreich liegt beim Rohstoff-Verbrauch im weltweiten
Spitzenfeld, weit vor Deutschland, der Schweiz, Italien oder
Frankreich. Unser nationaler Overshoot Day war daher schon Anfang
April. Leitner: „Wir leben in Österreich weit über unsere
Verhältnisse. Unser Welterschöpfungstag muss wieder ans Ende des
Jahres verschoben werden und daher muss die Bundesregierung jetzt
endlich in die Gänge kommen“. Konkret fordert GLOBAL 2000 ein echtes
Kreislaufwirtschaftsgesetz, ein Verbot von Fast Fashion und die
Wiedereinführung des Reparaturbonus bzw. der Geräte-Retter-Prämie.
„Nur so können wir Ressourcen schonen und Abfälle dauerhaft
vermeiden“, so Leitner abschließend.