Mental Health im Klassenzimmer

Wien (OTS) – Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit, volle Klassen:
Der
Schulalltag fordert Lehrkräfte und Schüler*innen heutzutage besonders
stark und macht psychische Gesundheit zu einem Thema, das man nicht
mehr ignorieren kann. Genau hier setzt der Österreichische
Bundesverlag Schulbuch (öbv) an: Anfang Juni veröffentlicht er ein
kostenloses Whitepaper zur psychischen Gesundheit in der Schule. Es
verbindet aktuelle Forschungsergebnisse mit persönlichen Erfahrungen
sowie konkreten Handlungstipps und wird so für alle, die im und rund
um den Unterricht tätig sind, zu einem fundierten wie praxisnahen
Nachschlagewerk.

Zwtl.: Viele Perspektiven, ein gemeinsamer Nenner

Den Auftakt macht ein Leitartikel, der die Kernfragen in den
Mittelpunkt stellt: Wie steht es um die psychische Gesundheit von
Lehrkräften und Schüler*innen? Was sind die größten
Herausforderungen? Und was kann getan werden? Zu Wort kommen dabei
neben Schüler*innen und den Lehrkräften auch Bildungsminister
Christoph Wiederkehr, Bildungspsychologe Marco Lüftenegger und Mental
-Health-Days-Gründer Golli Marboe. So unterschiedlich ihre
Blickwinkel auch sind, bei einem Punkt sind sie sich einig: Es
braucht multiprofessionelle Teams an Schulen.

Zwtl.: Meister*innen der Resilienz

Wie es um die Lehrenden selbst steht, zeigt eine gemeinsame
Studie des öbv und der Johannes Kepler Universität (JKU). Das
Ergebnis überrascht: Lehrkräfte sind offenbar Meister*innen der
Resilienz. Denn obwohl 52 Prozent der Lehrpersonen ihre Arbeit als
psychisch belastend erleben, sind 71 Prozent mit ihrem Leben sehr
oder eher zufrieden. Ein bemerkenswerter Gegensatz, der zeigt, wie
viel Kraft und Ausgleich im Lehrberuf trotz allem stecken. Dieses
Wohlbefinden endet nicht bei den Lehrenden, sondern strahlt bis in
den Unterricht aus: Rund drei Viertel der Lehrkräfte thematisieren
Mental Health aktiv mit ihren Schüler*innen oder setzen gezielt
Maßnahmen für deren psychisches Wohlbefinden.

Zwtl.: Die drängendsten Fragen

Wo genau die größten Belastungen liegen und was dagegen hilft,
beleuchtet eine Reihe von Expert*innen in verschiedenen
Schwerpunktthemen. Erziehungswissenschafterin Petra Siwek-Marcon legt
offen, dass schulischer Leistungsdruck der größte negative
Stressfaktor für Kinder und Jugendliche ist, und erklärt, was
Lehrkräfte tun können, um Entlastung zu schaffen.

Doch der Druck endet nicht mit dem Klingeln zur Pause. Ein
weiterer Dauerbrenner begleitet junge Menschen längst rund um die
Uhr: Smartphone und Social Media. Inwiefern digitale Medien die
Psyche belasten, ordnet Medienpsychologe Tobias Dienlin ein. Er
zeigt, was wissenschaftlich belegt ist, wo verbreitete Annahmen
täuschen und was Jugendliche ebenso wie Erwachsene konkret tun
können.

Dass gut gemeinte Ansätze manchmal sogar schaden können, weiß
Psychoanalytikerin Angelika Purkathofer: Sie erklärt, warum das
Sprechen über Mental Health nicht immer hilft und wie Lehrkräfte
diese negativen Effekte verhindern. Und weil nicht nur Schüler*innen,
sondern auch Lehrkräfte zunehmend unter Druck stehen, richtet
Psychologin Elke Poterpin den Blick auf deren psychische Gesundheit.
Sie zeigt, woran Pädagog*innen erkennen können, dass sie burnout-
gefährdet sind, und welche Schritte dann helfen.

Zwtl.: Stimmen aus dem Klassenzimmer

Nach den fachlichen Einordnungen rückt das Whitepaper jene in den
Mittelpunkt, um die es im Schulalltag unmittelbar geht: die Schüler*
innen selbst. Junge Menschen aus dem öbv-Jugendbeirat erzählen von
ihren eigenen Erlebnissen rund um psychische Gesundheit in der Schule
und benennen, was sich ihrer Meinung nach verändern muss.

Von der Theorie zurück in den Alltag führen konkrete Fragen und
Situationen aus dem Klassenzimmer: Die beiden Initiativen „Rat auf
Draht“ und „Teacher Support“ geben Antworten und Tipps, wie
Lehrkräfte reagieren können. Wie es in der Praxis aussieht,
psychische Gesundheit mit Schüler*innen zu thematisieren, zeigen
schließlich Berichte von einem Schulworkshop von „Stabil im Kopf“
sowie einem Aktionstag der „Mental Health Days“. Den Abschluss bilden
zahlreiche weiterführende Tipps und Links, damit aus dem Lesen direkt
Handeln werden kann.

„Psychische Gesundheit ist die Grundlage für gutes Lernen und
Lehren. Als Bildungsmedienverlag wollen wir dieses Thema aus der
Tabuzone holen. In diesem Whitepaper bündeln wir dafür aktuelle
Forschung, konkrete Praxiserfahrung und Tipps, die man direkt im
Schulalltag anwenden kann“ , so Philipp Nussböck, Geschäftsführer des
öbv.

Das Whitepaper ist kostenlos verfügbar unter:
oebv.at/magazin/whitepaper-mental-health

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