Wien (OTS) – Die „kulturMATINEE“ am Sonntag, dem 27. September 2026,
um 9.50 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON lädt anlässlich der bevorstehenden 26. „ORF-
Lange Nacht der Museen“ am 3. Oktober in drei der weltweit
bedeutendsten Kunsttempel ein. Zum Auftakt blickt eine Ausgabe von
„Magie der Museen“ hinter die Kulissen des berühmten New Yorker
Solomon R. Guggenheim Museum. Danach widmet sich ein Film der Reihe
„Die Kunstaufpasser“ den kostbaren Exponaten des Prado in Madrid aus
der Perspektive des Aufsichtspersonals. Abschließend thematisiert
„Soundtrack of Arts“ am Beispiel des Pariser Louvre die enge
Verbindung zwischen Kunst und Pop. Den Abschluss des von Peter
Schneeberger präsentierten TV-Vormittags bildet die „kulturWOCHE“ (
10.56 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps.
„Magie der Museen: Das Solomon R. Guggenheim Museum, New York“ (
9.05 Uhr)
Das Solomon R. Guggenheim Museum ist das europäischste aller
amerikanischen Museen. Als Europa nach dem Zweiten Weltkrieg
auseinandergefallen war, verlagerte sich das Zentrum der Kunst nach
Amerika, New York wurde zum Nabel der modernen Welt. Sinnbild für
diese Ära ist das spektakuläre Gebäude des Guggenheim-Museums, das
wie ein Raumschiff an der Fifth Avenue liegt. 1943 wurde der
Architekt Frank Lloyd Wright von dem Industriellen Solomon R.
Guggenheim beauftragt, ein Gebäude für dessen Sammlung zu entwerfen.
Zwei Frauen sind besonders eng mit der Entwicklung des Hauses
verbunden: Peggy Guggenheim, seine Nichte, die zur wichtigsten
Sammlerin abstrakter Kunst in Europa wurde, und Hilla von Rebay, die
Guggenheim auf das Talent Wassily Kandinskys aufmerksam machte. Mit
der Eröffnung 1959 wurde der Bau schnell zu einer Ikone der
Architektur und zur Heimstätte einer damals neuen Kunstrichtung, der
abstrakten Malerei.
Julie Mehretu, New Yorkerin mit äthiopischen Wurzeln und als
Schöpferin abstrakter Großgemälde eine der wichtigsten Malerinnen der
Gegenwart, führt das TV-Publikum durch das Haus. Dabei macht sie auf
zu Unrecht vergessene Künstlerinnen und Künstler aufmerksam,
schildert ihre Eindrücke vor Bildern von Kandinsky und Marcel Duchamp
und lotet die gesellschaftliche Bedeutung radikaler Vordenker wie
Jackson Pollock aus, der mit seiner expressiven Malerei das
propagierte Gefühl amerikanischer Freiheit zum Ausdruck bringt.
Gespickt mit Kommentaren von Eric Kandel, Sir Norman Foster, Marina
Abramović und Ólafur Elíasson zeichnet dieser von Julie Kirchhoff
gestaltete Film die Geschichte der architektonisch so besonderen
Institution nach, in der spektakuläre Architektur und ausgestellte
Kunstwerke nicht selten in spannendem Kontrast stehen.
„Die Kunstaufpasser: Der Prado – erzählt von seinem
Aufsichtspersonal“ (10.00 Uhr)
Das Museo del Prado in Madrid zieht täglich mehr als 10.000
Besucher:innen an. Mit einer beeindruckenden Sammlung von
Meisterwerken, darunter Gemälde von Francisco de Goya und Diego
Velázquez, ist der Prado nicht nur Herberge herausragender
Kunstexponate, sondern symbolisiert, wie Direktor Miguel Falomir Faus
betont, die Seele Spaniens. Die Dokumentation des Regieduos Corinna
Belz und Tuan Lam aus der Reihe „Die Kunstaufpasser“ bietet
einzigartige Einblicke in üblicherweise verschlossene Räume der
Institution und präsentiert Gemälde von Hieronymus Bosch, Joachim
Patinir und Eduardo Rosales. Im Mittelpunkt stehen drei Aufseherinnen
und Aufseher des Hauses, die ihre persönlichen Favoriten und ihre
einzigartigen Perspektiven auf die Kunstwerke teilen. Die
Begeisterung für das kulturelle Erbe Spaniens und Europas zieht sich
durch alle Departments des Prado – vom Direktor bis zum Kurator, von
den Restauratoren bis zum Aufsichtspersonal. Der Film zeigt vor
allem, dass das Aufsichtspersonal nicht nur als Hüterinnen und Hüter,
sondern auch als Kunstvermittler:innen mit ihren persönlichen
Perspektiven auf die Werke und deren Geschichten das Museumserlebnis
der Besucher:innen bereichern. Kaum jemand verbringt so viel Zeit mit
den imposanten Gemälden wie das Aufsichtspersonal. In der Doku
stellen drei Aufseherinnen ihre Favoriten vor und öffnen dem Publikum
Türen zu sonst verschlossenen Räumen. Sie führen zu Gemälden von
Bosch, Patinir sowie Rosales und überraschen mit detailliertem Wissen
über Kunstwerke, die einst Teil der königlichen Sammlung waren.
„Soundtrack of Arts: Louvre – Da Vinci – will.i.am“ (10.30 Uhr)
Musikvideos von Madonna, Lady Gaga oder will.i.am zeigen in
bildgewaltigen Settings berühmte Museen und Ikonen der
Kunstgeschichte. Sie spielen u. a. mit den magischen Bildwelten von
Leonardo da Vinci, Vincent van Gogh, Georges Seurat oder Edward
Hopper: In Hoppers weltbekanntem Bild „Night Hawks“ geht die
chinesische Pop-Sängerin Jane Zhang auf eine filmische Reise durch
die Kunstgeschichte. Am Broadway setzt Stephen Sondheim dem Maler
Georges Seurat ein Denkmal. Rapper Kendrick Lamar und Künstlerin
Shantell Martin kreieren ein Gemeinschaftskunstwerk. Claude Debussy
vertont ein Bild des Malers Jean-Antoine Watteau. Die Band Emerson,
Lake and Palmer erinnert mit ihrem Album „Pictures At An Exhibition“
an den Maler Viktor Hartmann. Beyoncé und Jay-Z mieten für einen
Videodreh den Louvre und positionieren sich samt Background-
Tänzerinnen vor berühmten Werken wie der Mona Lisa, der Venus von
Milo oder der Nike von Samothrake. In dieser Ausgabe der Reihe
„Soundtrack of Arts“ zeigt Regisseur Axel Fuhrmann, wie der Louvre,
das meistbesuchte Museum der Welt, zur Kulisse von Musikvideos wird
und wie sich Rapper Kendrick Lamar in da Vincis „Abendmahl“ als
Christus inszeniert. Das wohl berühmteste Beispiel bildender Kunst in
der Klassik sind die „Bilder einer Ausstellung“ des russischen
Komponisten Modest Mussorgski, die durch die britische Rockformation
Emerson, Lake and Palmer weltbekannt wurden.