· Bauen

Jugend Eine Welt zum Internationalen Mädchentag: Bildung darf nicht verboten werden!

Wien (OTS) – „2,6 Millionen Mädchen – ungefähr ein Viertel der
Bevölkerung
Österreichs – haben in Afghanistan laut UNICEF keinen Zugang zu
weiterführender Schulbildung. Seit über fünf Jahren wird ihnen der
Schulbesuch ab der siebten Klasse von den regierenden Taliban
verboten. Afghanistan ist damit weltweit das einzige Land, in dem
Mädchen und Frauen keinen Zugang zu weiterführender und höherer
Bildung haben. Umso wichtiger sind daher alternative Bildungsangebote
für verzweifelte Mädchen und Frauen, die wir von Jugend Eine Welt,
dank engagierter Spenderinnen und Förderer, in Afghanistan
ermöglichen. Bitte helfen auch Sie“ , appelliert Reinhard Heiserer,
Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend
Eine Welt , anlässlich des „Internationalen Mädchentages“ am 11.
Oktober.

Trotz Schulverbots: Mädchen lernen weiter
Zahra* ist eine von 55 Schülerinnen, die an einem von Jugend Eine
Welt und dem Wiener Verein AKIS unterstützten alternativen
Bildungsangebot regelmäßig teilnimmt. Die 14-Jährige besucht im Zuge
des Privatunterrichts Fächer wie Englisch, Farsi und Mathematik und
erhält damit eine grundlegende schulische Bildung, die ihr im
regulären System von den Taliban derzeit verwehrt wird. „Der
Unterricht vermittelt den Mädchen nicht nur Wissen. Er gibt ihnen
auch Struktur und einen geregelten Alltag. Gerade in einer Zeit, in
der sie kaum Möglichkeiten haben, zur Schule zu gehen, ist das
besonders wichtig. Gleichzeitig ist es im gegenwärtigen Umfeld
essenziell, der jetzigen Generation Grundlagen zu vermitteln, die für
ihr zukünftiges Leben wichtig sind. Ansonsten bleibt sie als ‚lost
generation‘ zurück“ , erklärt Heiserer den Grundgedanken des
Projekts, das im Laufe der Jahre immer größeren Zulauf erfahren hat.

Für die Mädchen ist Bildung mehr als Unterricht
Denn die teilnehmenden Mädchen und jungen Frauen wissen, dass
Projekte wie jene von Jugend Eine Welt die einzige Möglichkeit
bieten, um wichtige Schuljahre nicht zu verpassen. Trotz meist
schwieriger Lebensumstände sind die Schülerinnen hochmotiviert, zu
lernen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. „Sie wollen
sich weiterentwickeln. Sie wissen, dass Bildung der einzige Schlüssel
für ein selbstbestimmtes Leben ist. Auch wenn das unter der
Herrschaft der Taliban aktuell nicht möglich ist, geben sie den Traum
nicht auf. Immer wieder erzählen uns Teilnehmerinnen, dass der
Unterricht ihnen nicht nur Wissen, sondern auch Hoffnung zurückgibt“
, berichtet ein Jugend Eine Welt-Projektpartner vor Ort , der aus
Sicherheitsgründen anonym bleiben muss. Um die Kurse nicht zu
gefährden, werden politische Inhalte vermieden.

Wenn Lehrerinnen weiter unterrichten, bleibt Bildung möglich
Das Projekt von Jugend Eine Welt und dem Kulturverein AKIS
unterstützt aber nicht nur die Schülerinnen, sondern auch ehemalige
Lehrerinnen. Alle waren bereits vor der Machtübernahme der Taliban im
Jahr 2021 im öffentlichen Schulwesen tätig und verfügen über
langjährige pädagogische Erfahrung. Die Lehrerinnen erhalten für ihre
private Lehrtätigkeit monatliche Vergütungen sowie Lebensmittelpakete
für ihre Familien, die unter anderem Mehl, Reis, Kartoffeln und
Zwiebeln enthalten. Somit wird ihr Lebensunterhalt gesichert, ihre
pädagogischen Kompetenzen erhalten und die unterrichteten Mädchen
erfahren weiterhin wichtige Schulbildung. „Wo Mädchen nicht lernen
und Frauen nicht arbeiten dürfen, wachsen Abhängigkeit und
Perspektivlosigkeit. Gerade in einer Situation, in der Mädchen und
Frauen aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, ist es
entscheidend, nicht wegzusehen. Gemeinsam mit unseren lokalen
Partnern erhalten wir Bildungszugänge und schaffen konkrete
Perspektiven. Denn jede Lehrerin, die weiter unterrichtet, und jedes
Mädchen, das weiterlernen kann, sind ein wichtiger Hoffnungsschimmer
und ein Zeichen dafür, dass Bildung auch unter schwierigsten
Bedingungen möglich bleibt“ , betont Heiserer. „Daher bitte ich Sie:
Helfen Sie den Mädchen und Lehrerinnen mit Ihrer Spende
Zukunftsperspektiven aufrechtzuerhalten.“

* Name zum Schutz der Person geändert

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

Weiterführende Informationen: www.jugendeinewelt.at/bildung

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at