Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen die anhaltend
angespannte Lage
am österreichischen Arbeitsmarkt. Im Oktober waren 389.941 Personen
arbeitslos oder in Schulung, das sind 1.823 mehr als im Vorjahr bzw.
ein Plus von 0,5 Prozent. In der Herstellung von Waren betrug der
Anstieg 2,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag im Oktober bei 7,3
Prozent.
Die anhaltend schwierige Arbeitsmarktlage ist ein deutliches
Warnsignal für den Standort Österreich. Umso wichtiger sind Reformen,
die den Arbeitsmarkt stärken und Beschäftigung fördern. „Die von der
Bundesregierung vorgestellte Reform der Sozialhilfe ist ein Schritt
in die richtige Richtung. Für arbeitsfähige Menschen ist der
wichtigste Schutz vor Armut eine nachhaltige Integration in den
Arbeitsmarkt. Sozialleistungen müssen die soziale Absicherung in
Notlagen gewährleisten, gleichzeitig aber so ausgestaltet sein, dass
sich die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in jedem Fall lohnt. Die
angekündigten Änderungen bei der Sozialhilfe setzen hier wichtige
Signale“, hält Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), fest.
Weitere Reformen müssen rasch folgen
Mit einem erwarteten Budgetdefizit von 4,0 Prozent des BIP im
heurigen Jahr und 3,6 Prozent im Jahr 2027 bleibt Österreich deutlich
über der europäischen Defizitgrenze. Gleichzeitig steigt die
Staatsschuldenquote weiter an. Tiefgreifende Strukturreformen müssen
daher folgen, andernfalls wird der Kostendruck weiter zunehmen.
Neben Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit braucht es
dringend Maßnahmen, die Arbeitsanreize stärken und das Arbeitsvolumen
erhöhen. Dazu zählen eine strukturelle Pensionsreform ebenso wie die
Umsetzung der von der Bundesregierung bereits angekündigten
Reformthemen, etwa zu „Rehabilitation vor Pension“ sowie
Neuregelungen bei der Berufsunfähigkeits- und Invaliditätspension.
„Österreich liegt bei der Belastung des Faktors Arbeit im
internationalen Vergleich weiterhin im Spitzenfeld. Es braucht
konkrete Schritte, um die Kostenbelastung für Unternehmen zu senken
und gleichzeitig Wachstum und Beschäftigung zu stärken. Dazu gehören
eine weitere Senkung der hohen Lohnnebenkosten ebenso wie ein rascher
und konsequenter Abbau von Bürokratie- und Regulierungslasten“, so
Neumayer abschließend.