Wien (OTS) – In der aktuellen, von Peter Resetarits, Christoph Bendas
und
Christoph Seibel gestalteten „Schauplatz Gericht“-Ausgabe präsentiert
Peter Resetarits am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, um 21.05 Uhr in
ORF 2 und auf ORF ON folgende Fälle:
In 29 Jahren „Schauplatz Gericht“ sind Peter Resetarits immer
wieder Fälle untergekommen, in denen er starke Zweifel hatte, ob
tatsächlich die „Richtigen“ als Mörder zu langen Haftstrafen
verurteilt wurden. In drei Fällen geht er nochmals den zum Teil
erstaunlichen Ungereimtheiten in den jeweiligen Gerichtsverfahren
nach, widmet sich der Frage, wer die wahren Täter sein könnten, und
vor allem wie es den Verurteilten ergangen ist.
Der als Mörder verurteilte Tibor Foco etwa ist nach wie vor
spurlos verschwunden und wird noch immer gesucht. ORF-Reporter
Christoph Bendas ist alten Spuren nachgegangen und auf einen zweiten
Mord gestoßen, der mit der Causa Foco zu tun haben könnte. Wurde ein
Mitwisser zum Schweigen gebracht?
Die als Mörder verurteilten Peter L. und Peter H. haben nach
haarsträubenden Fehlurteilen und vielen Jahren, die sie in Haft
verbracht haben, in neu aufgerollten Verfahren ihre Unschuld beweisen
können und finanzielle Haftentschädigungen bekommen. Aber haben sie
in Freiheit noch einmal in ein erfülltes Leben gefunden?
Manchmal scheint es aber auch so zu sein, dass Menschen, die
andere vorsätzlich getötet haben, mit Hinweis auf ihre
Zurechnungsunfähigkeit um eine lange Haftstrafe herumkommen. Ein
besonders dramatischer Fall hat sich 2017 in Salzburg ereignet. Ein
Familienvater aus Norwegen wurde wegen Mordes an einem jungen Mann
und dreifachen Mordversuchs, begangen an seiner Frau und seinen
beiden Kindern, vor Gericht gestellt. Die Taten hat er gestanden,
aber zur allgemeinen Überraschung wurde er gleich nach der
Hauptverhandlung entlassen – und ist sofort in seine Heimat
ausgereist. Er sei zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig und daher auch
nicht schuldfähig gewesen, haben die Geschwornen befunden. Hat er
eine Psychose, wie der Opferanwalt überzeugt ist, nur vorgetäuscht?
Hat er die gerichtlichen Auflagen alle eingehalten, wurden sie
überprüft und wie ist sein weiteres Leben verlaufen? Gehört der
Versuch, wegen Kapitalverbrechen angeklagte Täter bei Gericht als
„zurechnungsunfähig“ hinzustellen, mittlerweile zum
Standardrepertoire von Strafverteidigern?