St. Pölten (OTS) – Im Zuge des Gesundheitsplans 2040+ wurde die
Geburtshilfe am Standort
Klosterneuburg im Juli 2025 nach Tulln verlagert. Die dadurch frei
gewordenen OP-Ressourcen werden seit September 2025 für geplante HNO-
Eingriffe bei Kindern genutzt. Ein Jahr nach dem Start zieht das
niederösterreichische Versorgungsprojekt „HNÖ hilft!“ nun eine
erfolgreiche Bilanz: Mehr als 280 Kinder mit häufigen HNO-
Erkrankungen wurden am Standort Klosterneuburg des
Universitätsklinikums Tulln-Klosterneuburg bereits tagesklinisch
operiert. Das Spektrum umfasst die Entfernung der Rachendachmandel,
der „kindlichen Polypen“, sowie Eingriffe am Trommelfell mit
gegebenenfalls Einlage eines Paukenröhrchens. Im Mai 2026 wurde das
Angebot erweitert: Seither werden auch Teilentfernungen der
Gaumenmandeln durchgeführt.
„Das Projekt zeigt beispielhaft, wie eine konkrete Maßnahme des
Gesundheitsplans 2040+ schon heute die Versorgung vieler Kinder
verbessert. Durch die gezielte Nutzung bestehender Infrastruktur und
die enge Zusammenarbeit interdisziplinärer Teams wird die HNO-
Versorgung gestärkt und Familien werden bestmöglich unterstützt. Ein
besonders wichtiger Erfolg ist, dass die Wartezeiten auf HNO-
Eingriffe um mehrere Monate verkürzt werden konnten. Damit leisten
wir einen wichtigen Beitrag zu einer modernen und
patientenorientierten Gesundheitsversorgung in Niederösterreich“,
betont Landesrat Anton Kasser.
„Mit ‚HNÖ hilft!‘ schaffen wir für Kinder und ihre Familien
raschere Zugänge zu notwendigen Eingriffen. Mehr als 280 behandelte
Kinder im ersten Jahr zeigen, dass die umgesetzte Maßnahme bei den
Patientinnen und Patienten ankommt“, so Elisabeth Bräutigam,
Vorständin der NÖ Landesgesundheitsagentur. Die Indikation zur
operativen Versorgung stellen ausschließlich HNO-Fachärztinnen und
HNO-Fachärzte. Die Zuweisung erfolgt über die HNO-Standorte in St.
Pölten, Krems und Wiener Neustadt. Operiert wird einmal pro Woche am
Standort Klosterneuburg.
„HNO-Erkrankungen können die Entwicklung und Lebensqualität von
Kindern erheblich beeinträchtigen. Umso mehr freut es mich, dass wir
im ersten Jahr bereits mehr als 280 Kindern helfen konnten. Mein Dank
gilt dem Initiator Dr. Hannes Brandt und allen Beteiligten. Ich
wünsche mir, dass dieses erfolgreiche Modell auch in anderen
medizinischen Bereichen Schule macht“, erklärt Dr. Harald Schlögel,
Präsident der Ärztinnen- und Ärztekammer für Niederösterreich und
Schirmherr des Projekts.
„Unser Ziel war von Beginn an, Kindern mit häufigen HNO-
Erkrankungen schneller zu helfen und Familien zugleich einen gut
planbaren Behandlungsablauf zu bieten. Die Bilanz nach dem ersten
Jahr bestätigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen
niedergelassenem Bereich, Kliniken und Pflege ist“, sagt Dr. Hannes
Brandt, Gründer des Vereins „HNÖ hilft!“ und HNO-Facharzt, der die
kleinen Patientinnen und Patienten persönlich vor Ort im LK
Klosterneuburg operiert.
„Da der Eingriff unkompliziert verlief und wir gut über die
Nachsorge informiert wurden, konnten unsere Töchter schon wenige
Stunden später wieder mit uns nach Hause gehen. Für die einfühlsame
Betreuung vor Ort möchten wir uns beim gesamten Team herzlich
bedanken“, berichten die glücklichen Eltern von zwei jungen
Patientinnen.
In der operativen Tagesklinik am Standort Klosterneuburg werden
neben „HNÖ hilft!“ auch tagesklinische operative Eingriffe aus den
Bereichen Augenheilkunde, Chirurgie, Orthopädie und Traumatologie
sowie Gynäkologie durchgeführt. „Bereits im letzten Jahr 2025
verzeichneten wir hier am Standort knapp 3.000 operative Eingriffe,
von Jänner bis August 2026 waren es 2.189. Tagesklinische Eingriffe
ermöglichen eine rasche Rückkehr in die vertraute Umgebung und
reduzieren bei Berufstätigen die Ausfallzeiten auf das medizinisch
notwendige Maß“, erklärt Dr. Herbert Huscsava, Ärztlicher Direktor
der UK Tulln-Klosterneuburg.
Weitere Informationen: Medienservice NÖ LGA, medienservice@
noe.lga.at