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DVSV: Wartezeiten bei MRT kürzer geworden – Versorgungssituation deutlich verbessert

Wien (OTS) – Das Marktforschungsinstitut MARKET hat im Auftrag der
Österreichischen Sozialversicherungsträger die Wartezeiten für MRT-
Untersuchungen in Österreich nach dem Vorjahr erneut analysiert. Die
Erhebung knüpft an die Untersuchung vom Juni 2025 an und macht damit
Entwicklungen im Zeitvergleich sichtbar. Erhoben wurden die
tatsächlichen Wartezeiten bei telefonischer Terminvereinbarung und
bei Onlinebuchung. Zudem wurden die den auf den Websites der
Vertragspartner ausgewiesenen Wartezeiten sowie den Möglichkeiten zur
privaten Finanzierung gegenübergestellt. Hintergrund der Erhebung ist
die Kritik an zu langen Wartezeiten bei MRT-Instituten.

Mit der externen Qualitätssicherung überprüft die
Sozialversicherung, wie sich die Versorgung im solidarischen System
tatsächlich darstellt, und vergleicht sie mit den veröffentlichten
Angaben.

Wartezeiten im Schnitt um rund acht Tage (28%) reduziert

Die Wartezeiten sind im Schnitt um rund acht Tage gesunken. Das
zeigt, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Sozialversicherung und
Vertragspartnern Wirkung zeigen. Besonders deutlich ist der Rückgang
beim MRT des Oberbauchs: von 46 Tagen (2025) auf knapp 30 Tage. Beim
Knie sank die Wartezeit von 20,5 auf 15 Tage, bei der
Lendenwirbelsäule von 21,5 auf 17 Tage.

Der Gesamtvertrag sieht für MRT-Untersuchungen eine Wartezeit von
maximal 20 Werktagen vor. Im Durchschnitt wird dieser Rahmen
eingehalten, einzelne Institute überschreiten ihn aber deutlich.

Neben den Instituten mit Gesamtvertrag gibt es sogenannte
Kooperationsgeräte. Das sind MRT-Geräte, die in Spitälern stehen und
für die die Sozialversicherung zusätzlich bezahlt, damit auch
Versicherte dort mit Terminvereinbarung untersucht werden können. Sie
erweitern damit das Angebot für Kassenpatientinnen und -patienten.
Hier muss im Schnitt etwas länger auf einen Termin gewartet werden:
2026 sind es 25,4 Tage, bei den Gesamtvertragsinstituten 19 Tage. Der
Unterschied hat sich gegenüber 2025 kaum verändert.

Regionale Unterschiede und große Streuung

Entgegen dem von Interessensgruppen privater
Versicherungsanbieter wiederholt vermittelten Eindruck flächendeckend
dramatisch langer Wartezeiten zeigt die externe Studie ein
differenzierteres Bild: Nahezu flächendeckend liegen die erhobenen
Wartezeiten auf einem vertretbaren, vergleichsweise niedrigen Niveau.
Dennoch zeigt sich eine regionale Streuung, sodass die Wartezeiten je
nach Region und Untersuchungsfokus unterschiedlich ausfallen.
Ausnahmen im grundsätzlichen Abwärtstrend der Wartezeiten sind
Oberösterreich und Vorarlberg, wo Versicherte 2026 länger auf einen
Termin warten als 2025. Vergleichsweise kurz sind die Wartezeiten in
Wien, Tirol und der Steiermark.

Onlinebuchung legt zu, Wartelisten bleiben die Ausnahme

22 der insgesamt 83 untersuchten MRT-Institute ermöglichen
mittlerweile eine direkte Onlinebuchung (2025: 19). Rechnet man acht
Institute hinzu, bei denen die Buchung mittels direkter
elektronischer Zuweisung (eKOS-Code) eines Arztes möglich ist,
verfügen bereits 30 Institute über eine vergleichsweise
unkomplizierte digitale Terminvereinbarung (2025: 22).

Kaum etabliert bleibt hingegen die aktive Information über
Wartelisten: Nur rund 10 Prozent der Institute weisen Patientinnen
und Patienten darauf hin, ähnlich wie im Vorjahr. Eine Wartelisten-
Option könnte Versicherte zu früheren Terminen verhelfen, etwa bei
kurzfristigen Absagen. Dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt.
Eine aktive Information wäre hier ein einfacher Schritt zu mehr
Patientenorientierung.

Private Termine: Zeitvorteil bleibt, Verfügbarkeit und Preise
variieren

Rund 25 Prozent der Institute weisen auf ihrer Website auf die
Möglichkeit einer privaten Bezahlung hin, ein Plus von rund 10
Prozentpunkten. Im telefonischen Kontakt signalisieren 22 Prozent der
Institute diese Möglichkeit, am häufigsten in Vorarlberg und
Oberösterreich, also in Bundesländern mit überdurchschnittlich langen
Kassenwartezeiten. Der Zeitvorteil bei privater Bezahlung ist
deutlich: Die Wartezeit beträgt im Schnitt 5,1 Tage, beim Knie rund
sieben Tage. Dafür fallen im Schnitt rund 335 Euro an, in Vorarlberg
und Tirol noch mehr.

Aus Sicht der Sozialversicherung ist das kritisch zu sehen. Ein
rascher Termin darf nicht von der Zahlungsbereitschaft der
Versicherten abhängen, sondern muss im solidarischen System
gewährleistet sein.

Entwicklung der MRT-Kontakte im extramuralen Bereich

Im niedergelassenen Bereich haben sich die MRT-Kontaktzahlen von
2014 bis 2024 nahezu verdoppelt – von knapp 500.000 MRT-Kontakten im
Jahr 2014 auf knapp über 1 Million Kontakte im Jahr 2024.

Maßnahmen der Sozialversicherung

Mit dem MRT/CT-Zielbild 2030 planen Bund, Länder und
Sozialversicherung gemeinsam den Ausbau der Gerätekapazitäten. Seit
Anfang 2025 wurden neun neue MRT-Geräte im niedergelassenen Bereich
unter Vertrag genommen und 15 Kooperationsgeräte mit Spitälern in den
Österreichischen Strukturplan Gesundheit aufgenommen. Weitere Geräte
werden derzeit aufgestellt oder verhandelt, es ist also noch
zusätzliche Entlastung zu erwarten.

Die Sozialversicherung hat außerdem gemeinsam mit der
Österreichischen Ärztekammer Anfang 2026 eine „Zukunftsvereinbarung e
-health“ beschlossen, die auf die weitere Umsetzung von e-Health
Projekten und neuen e-card Services bis 2030 abzielt. Darin
vorgesehen ist auch die flächendeckende Ausrollung der elektronischen
Zuweisung im MRT/CT-Bereich bis Ende 2027. Das konkrete Ziel ist es,
durch standardisierte Schnittstellen und einheitliche digitale
Prozesse Entscheidungen zu beschleunigen, Überweisungen
zielgerichteter zu gestalten und Fehlzuweisungen zu vermeiden. Die
technischen Umsetzungsarbeiten laufen bereits planmäßig.

Zudem bietet das Wartezeitenmonitoring (
https://www.sozialversicherung.at/wartezeiten/ ) der
Sozialversicherung eine offizielle Wartezeitenabfrage für CT- und MR-
Untersuchungen , um für die Versicherten Transparenz und Orientierung
über Wartezeiten im niedergelassenen Bereich zu schaffen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass unsere gemeinsamen Anstrengungen
Wirkung zeigen: Die Wartezeiten auf eine MRT-Untersuchung sind im
Schnitt um rund acht Tage gesunken. Das ist ein wichtiges Signal für
die Versorgungssicherheit in Österreich“, so Peter McDonald ,
Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Wir
arbeiten weiter daran, die Versorgungssituation im niedergelassenen
Bereich weiter zu stärken – durch einen Ausbau der Kapazitäten, aber
vor allem durch effiziente Steuerung und Patientenlenkung. Denn die
Unterschiede zwischen den Regionen und einzelnen Instituten sind nach
wie vor groß. Unser Anspruch ist, dass alle Versicherten in ganz
Österreich zeitnah zu ihrem Termin kommen. Dafür arbeiten wir
gemeinsam mit allen Systempartnern weiter an besseren Strukturen und
einer klügeren Steuerung.“

„Die Zahlen zeigen, dass sich die gesetzten Maßnahmen positiv auf
die Versorgung auswirken. Gleichzeitig gibt es einen Punkt, den wir
nicht ausblenden dürfen: Für manche führt der Weg zum raschen Termin
noch immer über die private Rechnung und nicht über die e-card. Das
ist schwer vermittelbar in einem System, das von den Beiträgen
solidarisch getragen wird und allen eine gute Versorgung verspricht“,
so Claudia Neumayer-Stickler , stellvertretende Vorsitzende der
Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Wir haben bei den
Wartezeiten Fortschritte gemacht, aber wir sind noch nicht am Ziel.
Deshalb werden wir weiter daran arbeiten, dass Termine schneller
verfügbar sind und die Versorgung für alle verlässlich bleibt.“

Methodischer Hinweis

Die Studie ist die Trendmessung zur MRT-Wartezeiten-Erhebung 2025
und wurde methodisch identisch angelegt. Es handelt sich um eine
Vollerhebung bei allen 83 MRT-Instituten bzw. Vertragseinrichtungen.
Grundlage sind ein Online-Check aller Institute und 498 Calls, bei
denen jedes Institut mit je zwei Szenarien (dringend/nicht dringend)
für drei Körperregionen konfrontiert wurde. 492 dieser Calls konnten
durchgeführt werden. Aussagen zu dringenden Untersuchungen sind nicht
möglich, da dort üblicherweise die Zuweisenden direkt Kontakt mit dem
Institut aufnehmen. Bundesländerwerte sind wegen teils geringer
Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren. Im Rahmen der externen
Qualitätssicherung wurden die tatsächlichen Wartezeiten zudem mit den
auf den Websites der Vertragspartner ausgewiesenen
Durchschnittswerten verglichen. Außerdem wurden
Privatzahlungsmöglichkeiten und aktive Wartelisten-Angebote erhoben.