Wien (OTS) – Der heurige Sommer war geprägt von geringen
Niederschlägen und
extremen Wasserverbräuchen. Auf diesen erhöhten Wasserbedarf durch
Klimawandel und Bevölkerungswachstum bereitet sich die Stadt Wien mit
der Trinkwasser-Strategie „Wiener Wasser 2050“ seit Jahren vor. Der
Ausbau des Wasserbehälters in Neusiedl am Steinfeld im südlichen
Niederösterreich spielt dabei eine entscheidende Rolle.
„Der Ausbau des Wasserbehälters in Neusiedl am Steinfeld ist ein
Jahrhundertprojekt für die Klimaanpassung“, sagt Klimastadtrat Jürgen
Czernohorszky und hebt hervor: „Wien investiert jährlich rund 130
Millionen Euro in die Wasser-Infrastruktur. Ein zentraler Schwerpunkt
ist der Ausbau der Speicherkapazität von Trinkwasser, um die
Versorgungssicherheit bei erhöhtem Bedarf zu stärken.“
Paul Hellmeier, Chef von Wiener Wasser, hebt hervor: „Der heurige
Sommer hat besonders deutlich gemacht, dass langanhaltende
Hitzewellen meist Spitzenverbräuche bedeuten. Gerade in diesen Zeiten
dienen Wasserbehälter als Ausgleich zwischen verfügbarem Wasser und
dem Verbrauch. Wiener Wasser arbeitet daher laufend an der
Erweiterung und Sanierung von Behältern.“
Zwtl.: Kreislaufwirtschaft beim Jahrhundertprojekt
Der Behälter in Neusiedl am Steinfeld wird in zwei Etappen um
vier Wasserkammern ausgebaut. Der Bau der ersten neuen Kammer ist bis
auf die Hälfte der Kammerdecke bereits fertiggestellt. Seit dem
Sommer entsteht parallel die zweite Wasserkammer. „Die Arbeiten
verlaufen nach Plan“, so Hellmeier.
Für beide Kammern fanden umfangreiche Aushubarbeiten in bis zu
acht Metern Tiefe statt. Nach der Fertigstellung der
Stahlbetonarbeiten werden der zuvor abgetragene Humus und ein Teil
des Bodenaushubes als Überschüttungsmaterial wiederverwendet. Jene
Mengen, die den Eigenbedarf der Baustelle übersteigen, wurden der
externen Verwertung zur Verfügung gestellt. Dank kurzer Transportwege
fand das Aushubmaterial dabei direkt auf Infrastrukturbaustellen in
der unmittelbaren Nachbarschaft eine sinnvolle Weiterverwendung.
„Die Großbaustelle in Neusiedl am Steinfeld ist ein weiteres
Beispiel dafür, wie die Stadt Wien den Materialverbrauch und die
damit verbundenen Treibhausgas-Emissionen und Umweltbelastungen
reduziert“, betont Czernohorszky.
Die zwei neuen Kammern fassen zusätzliche 200 Millionen Liter
Wasser. Damit erhöht sich das Speichervolumen des Behälters bis 2028
auf insgesamt 800 Millionen Liter Wasser. Anschließend ist ein Ausbau
um weitere zwei Kammern sowie die Sanierung der aktuell bestehenden
Kammern geplant. Im Endausbau beträgt das Speichervolumen im Behälter
Neusiedl am Steinfeld rund eine Milliarde Liter Wasser, was einer
Steigerung des Status Quo um rund 70 Prozent entspricht.
Insgesamt kann Wiener Wasser zukünftig in seinen 31
Wasserbehältern rund zwei Milliarden Liter Wasser speichern.
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