Bauernbund: Gleiche Standards müssen auch für Agrarimporte gelten

Wien (OTS) – Der Österreichische Bauernbund fordert faire
Wettbewerbsbedingungen
und wirksame Kontrollen bei Agrarimporten aus Drittstaaten.
Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser hat dazu gemeinsam
mit Abgeordneten der Regierungsparteien einen Entschließungsantrag
eingebracht, der im Landwirtschaftsausschuss angenommen wurde und nun
im Nationalrat behandelt wird. Ziel sind gleichwertige Anforderungen
für heimische und importierte Lebensmittel.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren tagtäglich Lebensmittel
nach höchsten Standards bei Qualität, Umwelt, Tierwohl und
Lebensmittelsicherheit. Dafür investieren sie viel und tragen
laufende Mehrkosten. Wenn Agrarprodukte aus Drittstaaten auf den
europäischen Markt kommen, müssen faire Regeln für alle gelten. Wer
höchste Standards von unseren Bäuerinnen und Bauern verlangt, muss
auch bei Importen genau hinschauen“, betont Strasser .

Zwtl.: Schutzmaßnahmen konsequent nutzen

Besonders im Zusammenhang mit dem EU-Mercosur-Abkommen sowie bei
Agrarimporten aus anderen Drittstaaten wie der Ukraine braucht es
wirksame Kontrollen, klare Schutzklauseln und zusätzliche Audits.
Auch die Rückstandskontrollen bei Wirkstoffen, die in der
Europäischen Union aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht zugelassen
sind, müssen verschärft werden. Die von der Europäischen Kommission
angekündigten Regelungen zu Carbendazim, Benomyl und Thiophanat-
methyl müssen rasch vorgelegt und umgesetzt werden.

„Wir sind nicht gegen Freihandel, aber Handel braucht klare
Regeln. Wenn unsere Bäuerinnen und Bauern höchste Standards erfüllen,
müssen gleichwertige Anforderungen auch für importierte Produkte
gelten. Wer diese Anforderungen nicht erfüllt, darf keinen Zugang zum
europäischen Markt erhalten“, so Strasser .

Frankreich zeigt, dass gezielte nationale Schutzmaßnahmen
rechtlich möglich sind. Die französische Regierung setzte Anfang 2026
die Einfuhr und das Inverkehrbringen bestimmter Lebensmittel aus
Drittstaaten aus, wenn Rückstände von fünf in der EU nicht
zugelassenen Pflanzenschutzwirkstoffen festgestellt wurden. Der
französische Staatsrat bestätigte diese befristeten Maßnahmen im Mai
2026.

„Das französische Beispiel zeigt, dass rechtlich verfügbare
Schutzmaßnahmen konsequent genutzt werden können. Damit stärken wir
die Lebensmittelsicherheit, schaffen Vertrauen und sichern faire
Wettbewerbsbedingungen“, betont Strasser .

Zwtl.: Versorgungssicherheit strategisch absichern

Gleichwertige Standards für heimische und importierte
Lebensmittel sind eine zentrale Voraussetzung für fairen Wettbewerb
und wirksamen Konsumentenschutz. Gerade in Zeiten geopolitischer
Unsicherheiten muss die heimische Land- und Lebensmittelproduktion
als strategisch wichtiger Sektor gestärkt werden. Auch im
Regierungsprogramm 2025 bis 2029 ist festgehalten, dass Handel unter
fairen Bedingungen stattfinden muss. Die Europäische Kommission hat
zudem angekündigt, die Prüfungen in Nicht-EU-Ländern in den Jahren
2026 und 2027 um 50 Prozent und an EU-Grenzkontrollstellen um 33
Prozent zu erhöhen. Diese Schritte müssen rasch und nachvollziehbar
umgesetzt werden.

„Versorgungssicherheit braucht wirtschaftlich starke bäuerliche
Familienbetriebe. Faire Handelsregeln, klare Importkontrollen und
gleichwertige Standards schaffen dafür die notwendige Grundlage. Wer
auch in Zukunft hochwertige Lebensmittel aus Österreich und Europa
haben will, muss unsere Bauernfamilien vor unfairen
Wettbewerbsbedingungen schützen“, so Strasser abschließend.