Wien (OTS) – Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Kinder
ein neuer
Alltag. Manche werden den Weg zur Schule das erste Mal allein hinter
sich bringen, andere werden vielleicht das erste Mal mit dem Fahrrad,
einem Tretroller oder gar einem E-Scooter zur Schule fahren. Damit
sie stressfrei und vor allem möglichst sicher ihr Ziel erreichen,
empfiehlt der ARBÖ allen Eltern, rechtzeitig mit dem Üben zu
beginnen.
Wie wichtig das ist, zeigen auch die Unfallzahlen. 2025 wurden in
Österreich 3.551 Kinder bei Verkehrsunfällen verletzt, so viele wie
seit 2007 nicht mehr. „Im Straßenverkehr sind Kinder nicht als kleine
Erwachsene zu sehen. Ihr Sichtfeld ist noch eingeschränkt und
aufgrund ihrer geringeren Körpergröße können sie häufig nicht über
parkende Autos oder Hindernisse hinwegsehen“, so Patricia Prunner,
Verkehrspsychologin beim ARBÖ. „Außerdem sind Kinder schneller
abgelenkt und können Entfernungen sowie Geschwindigkeiten nicht
richtig einschätzen“, erklärt Prunner weiter.
Das Motto muss also lauten: „Üben, üben, üben! So lange, bis die
Kinder Experten für ihren eigenen Schulweg sind. Am besten lässt man
das Kind die Führung übernehmen und erklären, wo man stehen bleiben
und besonders Obacht geben muss. Nicht Angst, sondern
Gefahrenbewusstsein ist das Ziel“, betont Prunner. Ebenso wichtig ist
die Vorbildwirkung der Erwachsenen: „Kinder lernen vor allem durch
Nachahmung. Wer selbst bei Rot über die Straße geht oder ständig auf
das Smartphone schaut, vermittelt seinem Kind unbewusst, dass dieses
Verhalten in Ordnung ist.“
Tipps für das Erlernen des Schulwegs:
Der ARBÖ hat eine Liste mit Tipps für Eltern und Kinder
zusammengestellt, damit der Schulweg für die Kleinen keine bösen
Überraschungen bereithält.
– Den sichersten Schulweg gemeinsam mit den Kindern erarbeiten. Als
sicherster Weg gilt jener mit wenig Verkehr und den wenigsten
Straßenüberquerungen. Das bedeutet auch, dass der sicherste Weg nicht
automatisch der kürzeste Weg ist.
– Gefahrenquellen, wie beispielsweise Abbieger bei Ampeln, mit den
Sprösslingen gemeinsam aufspüren. Auch wenn die Ampel auf Grün steht,
soll man sich vergewissern, dass die Straße gefahrlos überquert
werden kann.
– Den Kindern nicht nur am Schulweg, sondern auch im Alltag vorleben,
wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Insbesondere gilt das
bei Straßenüberquerungen, Ampeln, Zebrastreifen sowie Ein- und
Ausfahrten. Aber auch am Gehsteig: So ist es sicherer, auf der
Innenseite des Gehwegs zu gehen. Damit ist der Abstand zum
vorbeifahrenden Fahrzeug größer.
– Dem Kind erklären, warum gewisse Situationen gefährlich sind.
Beobachtetes Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer ansprechen und
erklären, was die Folgen sein könnten.
– Lob und Bestärkung helfen dem Kind, schneller zu lernen. Ungeduldig
werden, Drohungen aussprechen und schimpfen verunsichert Kinder nur.
– Keine Angst machen und das Kind nicht überfordern.
– Den Schulweg auch während des Schuljahrs selbst des Öfteren
abgehen: Der Weg kann sich durch Baustellen verändert haben.
– In „Echtzeit“, also in der Früh und zu Mittag, üben: Das
Verkehrsaufkommen sollte beim Erlernen ähnlich sein, wie es das Kind
dann tatsächlich erlebt.
– Fühlt sich das Kind schon sicher am Weg, kann ihm die Führung
überlassen werden – es soll erklären, was es auf dem Schulweg warum
tut.
– Auf gute Sichtbarkeit achten: Kinderwarnwesten, reflektierende
Schnapparmbänder und Anhänger gibt es in den ARBÖ-Prüfzentren.
– Zeit geben: Das Kind in der Früh rechtzeitig in die Schule
schicken. Am Nachmittag sollte es keine starren Zeiten geben, wann
das Kind zu Hause sein muss. Besser ist es, das Kind lässt sich Zeit,
um sicher anzukommen.
– Ablenkungen, wie Handy und Musik, sind am Schulweg tabu.
„Egal, ob die Kinder nun zu Fuß gehen oder mit dem Tretroller, (E
-)Scooter oder Fahrrad in die Schule fahren, eine frühzeitige
Vorbereitung auf den Schulweg und das Einhalten der Verkehrsregeln
sind essenziell, um die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr zu
gewährleisten“, appelliert Mag. Prunner an alle Eltern und
Erziehungsberechtigten
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