Wien (OTS) – „Ohne Job-TransFair wäre ich nicht dort, wo ich jetzt
bin“, sagt
Edwin C.: Der 56-Jährige war zwei Jahre arbeitslos – heute ist er fix
angestellt. Individuelle Beratung, Unterstützung und Training on the
Job haben ihm den Weg zurück ins Berufsleben ermöglicht. Hossain N.
fand mit Unterstützung der Volkshilfe Wien TAV Betriebe bereits
innerhalb von zehn Monaten eine feste Anstellung – und das mit über
60 Jahren! Heute kann er wieder finanziell auf eigenen Beinen stehen.
Wie solche Wege zurück in Beschäftigung gelingen und wie Betriebe
gleichzeitig dringend benötigte Arbeitskräfte finden können, stand im
Mittelpunkt der „Expedition Arbeitsmarkt“ bei der heutigen Jobmesse
PERSPEKTIVE 2026 im MAK – Museum für angewandte Kunst.
Zwtl.: Ältere Arbeitsuchende brauchen Perspektiven
Gerade für ältere Arbeitsuchende ist die Situation am
Arbeitsmarkt im Moment herausfordernd: Von den 155.968
Arbeitsuchenden in Wien (inkl. Schulungsteilnehmer:innen) sind 36.551
älter als 50 Jahre. Österreichweit sind 103.237 arbeitsuchende
Personen 50 Jahre oder älter – ein Anstieg um 5,6% gegenüber dem
Vorjahr.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann: „Wir wissen, wie
schwierig es für Menschen ab 55 Lebensjahren ist, wieder einen Job zu
finden. Mit der Aktion 55plus schaffen wir 5.000 nach
Kollektivvertrag entlohnte Jobs, um genau jener Altersgruppe den
Wiedereinstieg zu erleichtern. Arbeit zu haben, bedeutet nicht nur
Geld dafür zu bekommen, sondern Teilhabe und Unabhängigkeit. Aus
Gesprächen mit Betroffenen weiß ich, wie wichtig das ist.“
Gleichzeitig steigt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit deutlich:
In Wien sind 26.482 Personen seit mehr als einem Jahr weder in
Beschäftigung noch in Schulung (alle Zahlen Stand September 2026,
Quelle AMS).
Zwtl.: Soziale Unternehmen bauen Brücken in den Arbeitsmarkt
Soziale Unternehmen sind wichtige Begleiter auf dem Weg zurück in
den Job: Sie beraten, qualifizieren und beschäftigen Arbeitsuchende
und bereiten sie auf konkrete Arbeitsplätze in Wiener
Wirtschaftsbetrieben vor. So finden Kooperationsbetriebe passende
Mitarbeiter:innen für ihre offenen Stellen.
AMS Wien-Geschäftsführer Winfried Göschl: „In Wien ist es uns
gemeinsam mit den Sozialen Betrieben gelungen, den Anteil der
Langzeitbeschäftigungslosigkeit an der Gesamtarbeitslosigkeit zu
senken. Wir richten unseren Fokus jetzt verstärkt auf ältere
Arbeitslose: Vor allem Frauen über 50 sind uns hier wichtig, deren
Anteil steigt, weil sie aufgrund des steigenden Pensionsalters jetzt
länger im Erwerbsleben verbleiben. Die gute und bewährte Kooperation
und die gemeinsamen Strategien mit den Sozialen Unternehmen ist auch
hier einer der stärksten Hebel, um Menschen eine langfristige
Perspektive zu geben.“
Zwtl.: Qualifizierung eröffnet Chancen in Zukunftsbranchen
Ausbildungen und Umschulungen eröffnen neue berufliche
Perspektiven und tragen wesentlich dazu bei, den Arbeitskräftebedarf
in Zukunftsbranchen zu decken – etwa in der Pflege oder bei Green
Jobs.
Marko Miloradović, Geschäftsführer des waff, weist auf
Möglichkeiten am dynamischen Wiener Arbeitsmarkt hin: „Wir können und
wollen es uns nicht leisten, wertvolle Potenziale und Fähigkeiten
liegen zu lassen. Deshalb ist es wichtig, Langzeitbeschäftigungslose
gezielt zu unterstützen, aus- und weiterzubilden und in Arbeit zu
bringen. Mit Unterstützungsangeboten wie der Joboffensive 50plus,
Jobs PLUS Ausbildung oder der Joboffensive für Jugendliche heben wir
Talente und schaffen Win-win-Situationen für beide Seiten.“
Speziell für Frauen eröffnet der Einstieg in Berufe, in denen sie
bisher unterrepräsentiert sind, neue Perspektiven. ABZ*AUSTRIA
begleitet sie dabei, etwa mit dem FiT-Programm. „Arbeitsuchende
Frauen profitieren besonders vom Ein- bzw. Umstieg in technische oder
handwerkliche Berufe. Da ist das FiT-Programm mit seinen breit
gefächerten Ausbildungsmöglichkeiten ein echter Game-Changer“ ,
erläutert Daniela Schallert, Geschäftsführerin von ABZ*AUSTRIA. Die
Qualifizierung eröffnet Frauen den beruflichen Einstieg in gefragten
Branchen und hilft zugleich, den Fachkräftebedarf zu decken.
Zwtl.: Ist auch nach Jahren der Arbeitslosigkeit ein Neustart
möglich?
„Ja“, ist Regina Rieder, FAB-Geschäftsfeldleiterin
Wien/Niederösterreich, überzeugt. FAB begleitet in seinen
Beratungseinrichtungen erfolgreich langzeitarbeitslose Menschen. Im
Projekt Schritt für Schritt sind Teilnehmende durchschnittlich seit 8
Jahren nicht mehr in Beschäftigung. „Auf dem Weg zurück benötigen
Menschen Zeit, eine verlässliche Bezugsperson, Vertrauen und
Unterstützung ohne Druck. Im geschützten Rahmen unterschiedlicher
Trainings- und Beschäftigungsangebote sind Erfolgserlebnisse möglich“
, so Rieder.
Das gemeinsame Projekt von FAB, Caritas und Volkshilfe Wien ist
ein gutes Beispiel dafür, wie die organisationsübergreifende
Verschränkung von Angeboten neue Möglichkeiten bietet, um auf die
Bedürfnisse langzeitbeschäftigungsloser Menschen flexibel und
effizient antworten zu können. Als Dachverband bietet arbeit plus
Wien seinen Mitgliedern Raum für die Entwicklung innovativer Ansätze
und treibt zukunftsorientierte Lösungen voran, die arbeitsuchenden
Menschen wertvolle Perspektiven in einer sich rasch ändernden
Arbeitswelt eröffnen.
Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann zeigte sich von
der Jobmesse PERSPEKTIVE 2026 beeindruckt: „Mein Dank gilt zuerst
arbeit plus Wien für die Organisation dieser Messe, und den 18
sozialen Unternehmen, die ausstellen. Ebenso danke ich dem AMS Wien,
dem waff, dem Sozialministeriumservice, der MA 40 und dem Fonds
Soziales Wien. Arbeitsmarktpolitik gelingt nur im Zusammenspiel.
Soziale Unternehmen sind das Rückgrat der aktiven
Arbeitsmarktpolitik. Sie sind dort, wo es ums Eingemachte geht. Dort,
wo aus Programmen und Paragrafen konkrete Chancen für konkrete
Menschen werden. Oder anders gesagt: Wir schreiben die Überschriften,
Sie schreiben die Geschichte.“
Auf der heute stattfindenden Jobmesse PERSPEKTIVE 2026,
veranstaltet von arbeit plus Wien in Kooperation mit AMS Wien und
waff können arbeitsuchende Wiener:innen von 9.30 bis 16.30 Uhr im MAK
– Museum für angewandte Kunst die Angebote von 18 Wiener Sozialen
Unternehmen sowie waff, Sozialministeriumservice, MA 40, Fonds
Soziales Wien und AMS Wien kennenlernen und sich auf über 300 Jobs
bewerben.
arbeit plus. Dachverband – Soziale Unternehmen Wien
Der Dachverband vertritt seit 2001 Wiener Organisationen, die
langzeitbeschäftigungslose Menschen beraten, qualifizieren und
beschäftigen. Die Interessenvertretung repräsentiert mehr als 60
Betriebe und Beratungseinrichtungen, hinter denen 30
Trägerorganisationen stehen.