Am Vorabend der Sonnenfinsternis: „kreuz & quer“-Neuproduktion über „Die Macht der Sonne“

Wien (OTS) – Ohne Sonne kein Leben. Der Mensch hat das von Anbeginn
instinktiv
begriffen und die Sonne zum Zentrum seiner spirituellen und
religiösen Traditionen gemacht: als Gottheit selbst, aber auch als
Symbol für Licht, Wärme und Erneuerung. Am Vorabend der
Sonnenfinsternis – in Österreich wird der Mond 89 Prozent der Sonne
verdecken – zeigt „kreuz & quer“ am Dienstag, dem 11. August 2026, um
22.35 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON mit Amelie Sztatecsnys
Dokumentation „Die Macht der Sonne“ die vielen Facetten der
Sonnenthematik.

Aufsehenerregend ist die Kriminalgeschichte über den Fund der
Himmelsscheibe von Nebra. Die Doku widmet sich besonders dieser
kreisförmigen, mindestens 3.600 Jahre alten Bronzeplatte, ihrer
astronomischen Darstellung und ihren religiösen Symbolen. 1999 wurde
sie nahe der deutschen Stadt Nebra von Grabräubern entdeckt – und
gelangte auf Umwegen und nach Polizeieinsätzen ins Landesmuseum für
Vorgeschichte Sachsen-Anhalt in Halle. Heute gehört die
Himmelsscheibe als „UNO-Weltdokumentenerbe“ zu den wertvollsten
Funden der Menschheit – und zeigt, wie genau Menschen der frühen
Bronzezeit über den Sternenhimmel und den Lauf der Sonne Bescheid
wussten – und diesen zugleich religiös deuteten. Als Jäger und
Sammler konnte sich der Mensch an ihrem Stand orientieren. Für die
sesshaften Bauern bildet die Sonne die Grundlage für die Zyklen ihrer
Arbeit und somit für den Takt der Zeit, während sie in Kunst und
Kultur als kraftvolles Motiv immer wieder neu interpretiert wird. Die
Sonne gibt der Welt Richtung, denn immer geht sie im Osten auf und im
Westen unter. Sie teilt die Zeit in Tag und Nacht, Sommer und Winter,
Zeit der Aussaat und der Ernte.

Die monotheistischen Religionen stießen die Sonne von ihrem
göttlichen Thron und deuteten sie um: von der Schöpferin allen Lebens
zum Geschöpf ihres Gottes. Und doch baut der Kalender religiöser
Feste oft auf dem Fundament dessen auf, was die Natur – und damit die
Sonne in ihrem Lauf – vorgibt. Auch in sogenannten neuheidnischen
Bewegungen. Sie verknüpfen den Jahreslauf der Sonne mit Geschichten
aus vermeintlicher nordischer Mythologie. Vor allem zur
Sommersonnenwende werden so auch angebliche heidnische Kultstätten
wichtig. Orte, die auch die Nationalsozialisten für ihre konstruierte
Spiritualität einzunehmen versucht haben. Bedeutet das Licht der
Sonne Leben, so galt ihr Fernbleiben oft als Zeit des Bösen oder als
schlechtes Omen. In den Tälern der Alpen haben sich schon in
vorchristlichen Zeiten Bräuche entwickelt, die ihre Rückkehr im
Frühling zelebrieren. Wie auch das „Perchtlgehen“ im Alpbachtal in
Tirol. Ein Brauch, den die Mitglieder der Metalband „Perchta“ bis
heute zelebrieren.

Schon immer hat der Mensch auch in der Hoffnung auf Ratschlag und
Hilfe den Blick zur Sonne gerichtet. Die ersten Wissenschafter machen
die Sonne zum Objekt ihres Forschungsdranges. Ihre Entdeckungen
verändern radikal unser Verständnis der Sonne und des gesamten
Sonnensystems – und damit auch von der Stellung des Menschen im
Rahmen der Schöpfung. Seit einigen Jahrzehnten aber wird die Sonne
immer mehr zur Bedrohung. Die rapide Erderhitzung zwingt den Menschen
sogar, das bisher Undenkbare zu denken: Müssen wir die Macht der
Sonne brechen, um weiter mit ihr leben zu können? Am Paul-Scherrer-
Institut in der Schweiz untersucht eine Forschungsgruppe, welche
Auswirkungen es auf die Erde haben kann, wenn wir anfangen, das
Verhältnis von Sonne und Erde künstlich zu manipulieren.

„kreuz & quer“ blickt auf die eine Kraft, die das Leben in all
seinen Facetten bestimmt, und stellt sich die Frage: Was bedeutet die
Macht der Sonne für die Geschichte der Menschheit – und wie kann
unser künftiges Leben mit der Sonne aussehen? Produziert wurde die
ORF-Auftragsproduktion von Feature Films.