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Ärzt:innen und Europas Wasserversorger warnen vor TFA im Grundwasser

Wien, am 17. September (OTS) – Die von GLOBAL 2000 veröffentlichte
Auswertung amtlicher
Grundwasserdaten findet deutliche Unterstützung aus der Umweltmedizin
und von den europäischen Wasserversorgern. Die Vereinigung Ärztinnen
und Ärzte für eine gesunde Umwelt (ÄGU) spricht von einer „im
doppelten Sinne problematischen“ Entwicklung. Umweltmediziner Hanns
Moshammer warnt, dass die vorhandenen Hinweise auf toxische Effekte
angesichts der Beständigkeit von TFA und der steigenden
Konzentrationen sehr ernst genommen werden müssen.

Noch deutlicher reagiert der europäische Dachverband der
Wasserversorger (EurEau). Generalsekretär Oliver Loebel spricht von
einem „besorgniserregenden Trend rasch steigender TFA-
Konzentrationen“ und fordert ein rasches Verbot aller TFA-
emittierenden oder TFA-bildenden Produkte, einschließlich PFAS-
Pestiziden. Nur so könne verhindert werden, dass die Belastung der
europäischen Trinkwasserressourcen kritische Werte erreicht.

Auswahl der Messstellen erklärt TFA-Anstieg nicht

Das Landwirtschaftsministerium (BMLUK) erklärte, die Zahl der
direkt vergleichbaren Messstellen sei gering und diese seien „gezielt
in potenziell belasteten Gebieten ausgewählt“ worden. Daher ließen
die Ergebnisse keine allgemeine Aussage über die Entwicklung des
gesamten österreichischen Grundwassers zu.

GLOBAL 2000 widerspricht dieser Einordnung. Der beobachtete
Anstieg ist keinesfalls als Folge einer „belastungsorienterten“
Auswahl erklärbar. „Die 16 Messstellen verteilen sich auf acht
Bundesländer und reichen von niedrigen bis zu hohen
Ausgangsbelastungen. Gestiegen ist TFA an allen 16 Messstellen, im
Mittel von 1,36 auf 2,86 Mikrogramm pro Liter. Das ist ein Plus von
über 100 Prozent“, erklärt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker
bei GLOBAL 2000 und Erstautor der Studie. Und weiter: „Dass sich aus
16 Messstellen keine Hochrechnung für ganz Österreich ableiten lässt,
hat GLOBAL 2000 nie behauptet“. Die Details dazu hat GLOBAL 2000 in
einem Kurz-Factsheet dokumentiert.

Ministerium muss Grundwasser schützen

GLOBAL 2000 erwartet konkrete Maßnahmen statt Beschwichtigungen.
„Mich enttäuscht, dass das Ministerium auf einen derart konsistenten
Befund zunächst mit einer Relativierung seiner Aussagekraft reagiert.
Statt Ausmaß und Anstieg der Belastung kleinzureden, sollte es
erklären, warum der Vergleich der beiden Messserien in den amtlichen
Wassergüteberichten nicht dargestellt wurde und welche Konsequenzen
es jetzt für den Schutz unseres Grundwassers zieht“; so Burtscher-
Schaden abschließend.

Factsheet zu den 16 Vergleichsmessstellen

Preprint über den rasanten TFA-Anstieg im Grundwasser