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VÖZ und ÖZV unterstützen transatlantische Initiative zur Stärkung von freier und unabhängiger Presse

Wien (OTS) – Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der
Österreichische
Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV) unterstützen die
transatlantische Koalition europäischer und kanadischer
Presseverbände: Im Vorfeld des EU-Kanada-Gipfels in Montréal fordert
die Koalition die Europäische Union und Kanada auf, sich in ihrer
gemeinsamen Erklärung zu Rahmenbedingungen für freie, unabhängige und
wirtschaftlich tragfähige Pressemedien zu bekennen. Anlass ist unter
anderem die ungeregelte Nutzung journalistischer Inhalte durch KI-
Systeme, etwa für Zusammenfassungen, ohne dass Verlage deren
Verwendung ausreichend nachvollziehen und kontrollieren können. Die
Koalition fordert deshalb mehr Transparenz, wirksam durchsetzbare
Rechte und eine faire Vergütung für die Nutzung dieser Inhalte.
Zugleich geht es darum, eine unabhängige und vielfältige
Informationslandschaft in Europa und Kanada zu bewahren – als
Grundlage einer lebendigen demokratischen Öffentlichkeit.

Nachfolgend die gemeinsame Pressemitteilung der Koalition in
deutscher Übersetzung:

Zwtl.: Europäische und kanadische Zeitungs- und Zeitschriftenverlage
fordern gemeinsam Stärkung und Schutz der Pressevielfalt

Brüssel und Montreal, 28. Oktober 2026 – Am Vorabend des 21. EU-
Kanada-Gipfels, der am 29. und 30. Oktober in Montreal stattfindet,
geben tausende Zeitungs- und Zeitschriftenverlage aus Europa und
Kanada die Gründung einer transatlantischen Koalition bekannt. Sie
fordern Kanada und die Europäische Union auf, in die gemeinsame
Erklärung des Gipfels eine klare Verpflichtung zur Schaffung von
Rahmenbedingungen aufzunehmen, um freie, unabhängige und
wirtschaftlich nachhaltige Medien sowie vertrauenswürdigen
professionellen Journalismus zu fördern.

Die Koalition vereint die European Newspaper Publishers’
Association (ENPA) und die European Magazine Media Association (EMMA)
sowie deren nationale Mitglieder. Ebenfalls beteiligt sind der
European Publishers Council (EPC), News Media Europe, News Media
Canada und Magazines Canada, die zahlreiche weitere nationale und
regionale Verbände vertreten.

Die Koalition betont, dass die Gesetzgebung mit dem
technologischen Wandel, insbesondere im Bereich der künstlichen
Intelligenz (KI), Schritt halten muss. Zudem brauche es stärkere
Schutzmechanismen, die Verlagen wirksame Instrumente an die Hand
geben, damit sie die Nutzung ihrer Inhalte genehmigen und überwachen
und diese Rechte auch durchsetzen können. Dies ist gerade in einer
Zeit, in der die großen Big-Tech-Unternehmen zunehmend Druck auf das
Mediensystem ausüben und damit letztlich die langfristige Existenz
von unabhängigem Journalismus gefährden, entscheidend, um eine freie,
vielfältige und wirtschaftlich nachhaltige Presse zu sichern.
Schließlich ist dieser unabhängige Journalismus eine tragende Säule
unserer liberalen Demokratie und wesentlich für eine informierte
öffentliche Debatte.

Zwtl.: Erkämpfte Rechte schützen und durchsetzen

Als Reaktion auf die zunehmenden Herausforderungen haben sowohl
die Europäische Union als auch Kanada Rahmenbedingungen zum Schutz
der freien Presse geschaffen. Dazu zählen das Leistungsschutzrecht
für Presseverlage sowie der kanadische Online News Act. Auch der EU
AI Act gibt eine Antwort auf die Notwendigkeit von Rechtmäßigkeit,
Rechenschaftspflicht und Transparenz im Zeitalter der künstlichen
Intelligenz.

Zwtl.: Künstliche Intelligenz als unmittelbare Herausforderung für
den Mediensektor

Der rasante Aufstieg neuer Technologien, darunter KI-generierte
Zusammenfassungen, die in Suchmaschinen eingebunden sind, stellt
Medienunternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks vor große
Herausforderungen. Da es an geeigneten Regeln und Transparenz bei der
Durchsetzung bestehender Rechte mangelt, nutzen nicht identifizierte
KI-Bots und KI-Agenten Presseinhalte in großem Umfang ohne
Genehmigung oder Vergütung.

Diese KI-generierten Zusammenfassungen lenken Leserinnen und
Leser von den Websites der Presseverlage weg und schöpfen den von den
Verlagen geschaffenen Wert ab. Dies führt zu erheblichen Verlusten
bei den digitalen Reichweiten sowie bei den damit verbundenen
Abonnement- und Werbeeinnahmen. Diese Verluste schwächen eine
zentrale Säule der Geschäftsmodelle von Verlagen und beeinträchtigen
deren Möglichkeit, verlässlichen, vielfältigen und am öffentlichen
Interesse orientierten Journalismus zu produzieren.

Zwtl.: Gemeinsames Engagement für starke und unabhängige Medien

Die Koalition wird gemeinsam daran arbeiten, ein transparentes KI
-Ökosystem zu fördern, das geistiges Eigentum schützt, die
Lizenzierung erleichtert sowie sicherstellt, dass Verlage angemessen
vergütet werden, während sie zugleich die volle Kontrolle über ihre
Inhalte und den daraus entstehenden Wert behalten.

Transparenzanforderungen sollten sich auch auf die nachgelagerte
Nutzung von Daten erstrecken. Eine von der Branche vorangetriebene
Initiative ist der von der SPUR Coalition (Standards for Publisher
Usage Rights) entwickelte Standard für Content-Telemetrie: Dieser
stellt Verlagen die Informationen zur Verfügung, die sie benötigen,
um weiterhin innovativ zu sein, ihre Geschäftsmodelle zu
transformieren und fundierte Lizenzierungsentscheidungen zu treffen.

„Unsere Nachrichtenmedien und Zeitschriften verfolgen ein
gemeinsames Ziel: die Öffentlichkeit zu informieren und Wissen
vermitteln und somit einen wesentlichen Beitrag zur öffentlichen
Debatte zu leisten. Diese Arbeit verursacht Kosten und hat einen
Wert. Wenn Plattformen unsere Inhalte ohne Genehmigung oder Vergütung
nutzen, schwächt das nicht nur die Verlage, sondern auch unsere
Demokratien. Mit dem Gipfel in Montreal können Europa und Kanada
unter Beweis stellen, dass sie sich gemeinsam für die Verteidigung
unabhängiger und wirtschaftlich nachhaltiger Medien einsetzen“,
betonen die Mitglieder der neu gegründeten Koalition.

Zwtl.: Über die Koalition

Die Koalition vereint die European Newspaper Publishers’
Association ( ENPA ) und die European Magazine Media Association (
EMMA ) sowie deren nationale Mitglieder, darunter sind auch der
Verband Österreichischer Zeitungen ( VÖZ ) und der Österreichische
Zeitschriften- und Fachmedienverband ( ÖZV ).

Ebenfalls beteiligt sind der European Publishers Council ( EPC ),
News Media Europe , News Media Canada und Magazines Canada .
Gemeinsam vertreten sie tausende vertrauenswürdige redaktionelle
Zeitungs- und Zeitschriftentitel auf beiden Seiten des Atlantiks.

Pressekontakte der Koalition

Kanada: Paul Deegan, [email protected]

Europäische Union: Heidi Lambert, [email protected]