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Silvia Alessi beim Global Peace Photo Award 2026 für das „Friedensbild des Jahres 2026“ ausgezeichnet.

Wien (OTS) – 24. September 2026, Wiener Rathaus. Am Abend wurden zum
vierzehnten
Mal die Gewinner:innen des internationalen Fotowettbewerbs Global
Peace Photo Award mit der Alfred-Fried-Friedensmedaille
ausgezeichnet.
Die Award Gala fand auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Wien
Michael Ludwig , der von Gemeinderätin und Abgeordneten zum Wiener
Landtag Alexandra Rezaei vertreten wurde, im bis zum letzten Platz
gefüllten Wappensaal des Wiener Rathauses statt.

Zwtl.: Die Preisträger:innen des Global Peace Photo Awards 2026

Kinderkategorie:
Sesilia Shainidze aus Georgien für „My Family“
Kategorie Einzelbilder:
Silvia Alessi aus Italien für „The Cut”
Kategorie Bildserien:
Antonio Denti aus Italien für „Il Mare in Mezzo (The Sea In Between)“
Aleksandra Kossowska aus Polen für „The World by Touch“
Mahmoud Abu Hamda aus Palestina für „Wings of Childhood and Peace“

Download Pressematerial: https://press.lammerhuber.at/gppa2026

In ihrer Begrüßung betonte Alexandra Rezaei, die in Vertretung
des Bürgermeisters der Stadt Wien Michael Ludwig den Abend eröffnete,
wie wichtig es ist, in diesen Zeiten dem Frieden ein Forum zu bieten.
„Gerade in einer Welt, die von Konflikten und unterschiedlichen
Perspektiven geprägt ist, braucht es den friedlichen Dialog. Jeder
Mensch kann zu einem friedlicheren Miteinander beitragen – durch
Respekt, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Rücksichtnahme. Der
Grundstein dafür wird nicht erst zwischen Staaten gelegt, sondern
bereits in unserem Alltag, beginnend in unseren Familien. Den Rahmen
dafür können nur liberale Demokratien bilden, die die
unterschiedlichen Standpunkte ohne auszugrenzen mit Klarheit zu
beantworten wissen. Mit dem Global Peace Photo Award werden
Fotograf:innen ausgezeichnet, deren Bilder belegen, wie das gelingen
kann.“

Zwtl.: Peace Image of the Year 2026

Der mit 6.000 Euro dotierte Hauptpreis „Peace Image of the Year
2026“ ging an die italienische Fotografin Silvia Alessi für ihr Bild
„The Cut”

In einem einzigen Foto hat die italienische Fotografin Silvia
Alessi das Aufbegehren gegen die Unterdrückung von Frauen, einen
Moment der Befreiung und die Sehnsucht, Frieden mit dem Leben machen
zu können, festgehalten. Es sind aus Afghanistan nach Pakistan
geflüchtete Frauen, von denen hier jede demonstrativ und
selbstbewusst einen Föhn in die Luft reckt.

Neben so vielem anderen haben die in Afghanistan seit August 2021
regierenden radikalislamistischen und erzreaktionären Taliban den
Frauen auch Schönheitssalons verboten. Was einst zu den wenigen
Berufen gehörte, in denen afghanische Frauen noch arbeiten konnten,
ist nun illegal.

Was in Afghanistan ausgelöscht ist, nicht geübt werden kann,
nicht gelernt werden kann, eignen sich junge geflüchtete Frauen nun
in Pakistan an. In Klassenräumen mit Spiegeln, Friseur-Utensilien,
Mannequin-Bedarf. Jeder Föhn eine Waffe im Kampf um Selbstbestimmung,
Identität und Sichtbarkeit, um Teilhabe und das Recht, einen Beruf zu
wählen.

So fasste Jurymitglied Peter-Matthias Gaede in seiner Laudatio
die Preiswürdigkeit der Arbeit von Silvia Alessi zusammen.

Frieden, sagt Alessi, sei für die von ihr fotografierten Frauen
alles andere als abstrakt. Sie hielten ein Werkzeug der
Selbstermächtigung in ihren Händen.

Silvia Alessi wurde darüber hinaus in der Kategorie „Bestes
Einzelbild“ ausgezeichnet. Das Preisgeld von 1.000 Euro wurde von der
Photographischen Gesellschaft (PHG), der zweitältesten fotografischen
Gesellschaft der Welt, zur Verfügung gestellt.

Zwtl.: The Children’s Peace Image of the Year 2026

Das mit 1.000 Euro dotierte beste Friedensbild in der Kinder- und
Jugendkategorie, „The Children’s Peace Image of the Year 2026“,
gewann die elfjährige Sesilia Shainadze aus Georgien mit ihrem Bild
„My Family“.

Das ausgezeichnete Bild zeigt eine Szene im Haus der Großmutter,
wo Sesilia mit ihr, mit Onkel, Tante, Cousinen und ihrem Hund ein
Bühnenbild arrangiert hat, das ganz ihre eigene Idee war. Sie liebt
es, dass bei ihrer Großmutter immer viel los ist, fröhlich und bunt.

Frieden sei ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg, er beginne,
wo sich Familien in Wärme, Liebe, Zuwendung und Glück begegneten. Für
sei, für Sesilia, sei das ihre gegenwärtige Vorstellung von einer
friedlichen Welt.

Sesilia lebt in der Hafenstadt Batumi an der georgischen
Schwarzmeerküste wo sie die fünfte Klasse des Schul-Lyzeums
„Masterclass“ besucht, eine staatliche Bildungseinrichtung mit hohen
Ansprüchen an das Erlernen von Fremdsprachen und in der Vermittlung
demokratischer Werte und ökologischer Verantwortung.

Die beiden Hauptpreise wurden von Sonja Raus, Vorstandsdirektorin
der Vienna Insurance Group (VIG), übergeben, die seit vielen Jahren
den Global Peace Photo Award unterstützt: „Frieden ist eine
wesentliche Voraussetzung für eine lebenswerte Zukunft. Als
internationale Versicherungsgruppe, die Menschen über Ländergrenzen
hinweg verbindet, ist uns ein friedliches und stabiles Umfeld ein
besonderes Anliegen. Deshalb engagiert sich die Vienna Insurance
Group seit vielen Jahren für den Global Peace Photo Award. Das Kinder
-Friedensbild unterstützen wir seit seiner Einführung, und seit 2022
sind wir Hauptsponsor des gesamten Awards.“

Bei der Vergabe des Friedensbildes 2026 wurde Sonja Raus von der
ebenfalls langjährigen Sponsorin des Awards Silvia Lammerhuber,
geschäftsführende Inhaberin der Edition Lammerhuber, unterstützt.

Lois Lammerhuber, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia
Lammerhuber den Global Peace Photo Award initiiert hat und seit
Anbeginn organisiert, erinnerte: „Frieden ist nicht die Abwesenheit
von Krieg, sondern etwas, das ich als „Gelungenes Leben“ bezeichnen
möchte. Mit all ihrer kreativen und künstlerischen Leidenschaft
formulieren die Fotograf:innen eine Ode an den Respekt vor der
Zerbrechlichkeit unserer Welt. Sie beschwören die Beziehungen
zwischen den Menschen und der Natur als eine Mission für ein
verantwortungsvolles Leben. Mit ihren Talenten, ihrem Blick und ihren
Visionen beschreiben sie jene gesellschaftlichen und ökologischen
Herausforderungen, die uns nicht mehr loslassen dürfen. Sie fesseln
den Blick mit Fotografien, die vom Auge direkt im Herzen Wurzeln
schlagen, und uns ermutigen, sich gegen die Gleichgültigkeit und den
herrschenden Populismus zu wehren. Ein Appell an die Welt, der fest
ins Herz unseres Awards eingeschrieben ist.“

Christoh Jünger, Geschäftsführer von UNICEF Österreich, betonte
in seiner Rede: „Kinder und Jugendliche erleben die Auswirkungen von
Konflikten, Krisen und gesellschaftlichen Spannungen oft besonders
unmittelbar. Umso wichtiger ist es, ihnen Raum zu geben, ihre Sicht
auf die Welt sichtbar zu machen. Die Beiträge zum Children’s Peace
Image of the Year zeigen eindrucksvoll, wie junge Menschen Frieden
verstehen, erleben und gestalten. Ihre Bilder erinnern uns daran,
dass Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg ist, sondern auch
Sicherheit, Zusammenhalt, Respekt und die Möglichkeit, sich frei zu
entfalten. UNICEF Österreich ist stolz darauf, dieses starke Zeichen
für die Stimmen junger Menschen als Partner zu unterstützen.“

Zwtl.: Alfred-Fried-Friedensmedaillen 2026

Die weiteren Alfred-Fried-Friedensmedaillen 2026 verbunden mit
einem Preisgeld von je Ꞓ 1.000 erhielten:

Antonio Denti aus Italien für „Il Mare in Mezzo (The Sea In
Between)“

Frieden machen mit dem Meer, das viele von ihnen in traumatischer
Erinnerung haben. Das ist das Ziel einer Initiative in der Nähe von
Rom, bei der Migrantinnen aus Afrika mit ihren in Italien geborenen
Kindern die Angst vor dem Wasser verlieren sollen. Das Mittelmeer war
für sie ein lebensbedrohliches Element, als sie es in fragilen
Schiffen überqueren mussten, eine Art zweite Wüste nach ihrer Route
durch die nordafrikanische Dürre. Und nicht selten eine tödliche
Barriere zwischen der Heimat und dem erträumten Ziel in Europa.

Für Denti, 1972 im sizilianischen Catania geboren, ist es eine
moderne Odyssee, deren Zeuge er bei dem abenteuerlichen Weg übers
Meer wurde. Allerdings ein Epos ohne Dichter, also blanke Realität.
Denti studierte zunächst Anthropologie an der University of London,
befasste sich also mit der Wissenschaft vom menschlichen
Zusammenleben, bevor er begann, dieses Leben mit der Kamera zu
beobachten. Oder besser: direkt an ihm teilzunehmen. Für die Agentur
Reuters arbeitete er im Kosovo, in Afghanistan, dem Irak, in Israel
und Gaza.

Aleksandra Kossowska aus Polen für „The World by Touch“

Aufzuwachsen in einer Welt, die von Beginn an unsichtbar ist. Das
Begreifen der Welt durch Berührung, Töne, Texturen, Gerüche – und
nirgendwo Licht. Blindheit in Bilder zu fassen, hat auch die
polnische Fotografin Aleksandra Kossowska nicht vermocht. Die
Sternenwolken, die sie den Schwarz-Weiß-Fotos blinder oder schwer
sehbehinderter Kinder in einer Schule im äthiopischen Sebeta,
südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba, hinzugefügt hat, sind ihr
Versuch einer Übersetzung. Sie visualisieren eine Aura, vielleicht
Erkenntnisblitze, die auch ohne das Sehen möglich sind. Vielleicht
Gefühle. Vielleicht eine Interaktion zwischen Innen- und Außenwelt.
Vielleicht auch etwas von Sehenden nur schwer zu Benennendes.

Die Fotografin versteht ihre Arbeit nicht zuletzt als „Einladung“
an uns, mitzufühlen. Statt auszublenden. Sie sagt: „Die Welt berührt
uns, wenn wir sie berühren.“ Damit auch für die Kinder greifbar
wurde, was sie mit den Bildern machte, perforierte sie die Fotos von
Hand, mit kleinen Punkten und zarten Linien. Ein winzig kleines
Angebot, Frieden zu machen mit dem Handicap – und später vielleicht
sogar mit dem Leben.

In Warschau wohnend, ist die 48 Jahre alte Fotografin nach einem
Studium der Archäologie sowie der Fotografie unter anderem
Mitgründerin von Poleczki.art, eines Centrums, das Galerie,
Bibliothek, Studio und Lehrräume für gegenwärtige Fotografie vereint.

Mahmoud Abu Hamda aus Palestina für „Wings of Childhood and
Peace“

Bilder von einer Kindheit in Gaza mit einem Friedenspreis
auszuzeichnen, muss auf den ersten Blick verwundern. Kaum irgendwo
anders in den vergangenen Jahren haben schließlich gerade Kinder so
fürchterlich unter Bomben, Zerstörung, Flucht, Hunger, Angst,
Verwundungen, dem Verlust von Eltern, Geschwistern, Freundinnen und
Freunden gelitten.

Und doch und selbst hier und selbst in den Trümmerlandschaften
ist ein Kinderlachen zu sehen, spielt ein Junge Geige, schaukeln und
toben Jungs und Mädchen, sitzen fröhlich beieinander, behaupten ihr
Leben selbst an dunkelsten Orten, spielen. Kindheit hier, das zeigt
der palästinensische Fotograf Mahmoud Abu Hamda in seinen anrührenden
Bildern, ist nicht komplett verschwunden, nicht vollständig
ausgelöscht. Sie hat sich nur unter immensem Druck zu behaupten.
Tapferkeit inklusive und sicher auch die Fähigkeit, vergessen und
verdrängen zu können.

Mahmoud Abu Hamda hat den Bildern dieser Serie den Titel „Die
Flügel von Kindheit und Frieden“ gegeben. Flügel, die mindestens
äußerlich nicht verbrannt oder gebrochen sind – sondern noch
hinaustragen können selbst aus dem Krieg. Und dorthin, wo es um
Menschenwürde unverletzlich ist.

Hamda, 36 Jahre alt, hat am University College of Applied
Sciences eine Ausbildung in Multimedia erhalten und später einen
Lehrauftrag in Fotografie an der University of Gaza innegehabt. Dann
allerdings erfuhr er Vertreibung und Not auch in der eigenen Familie
und wurde beim Bombardement eines Hochhauses durch die israelische
Luftwaffe selber verletzt. Hat Hunger fotografiert, während er selber
hungerte.

Die international führende Fotografen-Agentur Magnum ehrte Hamda
bereits mit einer großen Veröffentlichung. Ausgestellt wurde seine
Arbeit unter anderem in Amsterdam, ausgezeichnet 2023 mit einem der
renommierten Lucia Awards.

(Auszüge aus den Laudationes von Peter-Matthias Gaede)

Die Preisgelder der drei ausgezeichneten Bildserien wurden durch
die Unterstützung der Landesinnung Wien der Berufsfotografie,
vertreten durch Eva Kelety, Innungsmeisterin Landesinnung Wien der
Berufsfotografie und Bundesinnungsmeisterin Berufsfotografie
Österreich, ermöglicht.

Zwtl.: Keynote von Cornelius Obonya, Schauspieler und Regisseur,
Ehrenbeauftragter von UNICEF Österreich (Auszüge)

Die Keynote des Abends hielt Cornelius Obonya, Schauspieler und
Regisseur, Ehrenbeauftragter von UNICEF Österreich.

„ Wie beginnen? Wie wäre es damit, dass wir wahrnehmen, dass wir
und unsere Kinder vor der Tatsache stehen, dass hier auf unserem
Kontinent beziehungsweise am Rande dessen es eine Regierung eines
Staates gibt, die einfach mal wieder in ein anderes Land
einmarschieren hat lassen. Und dass es Menschen gibt die diesem
Befehl Folge geleistet haben und mitmachen. Und dass es wieder
Einzeltäter gibt, deren Banalität des Bösen sich wieder Bahn bricht.

Ich erinnere hier an das kurze Bewegt-Bild einer
Überwachungskamera eines ukrainischen Betriebes. Darin sind zwei
russische Soldaten zu sehen, die zwei zivile Mitarbeiter dieses
Betriebes ohne Vorwarnung erschießen. Sie schießen in den Rücken,
wohl gemerkt.
Man soll mit dem Aggressor verhandeln, heißt es. Was aber, wenn der
nicht will? Eine Friedensordnung kann nur so lange halten, so lange
sich alle, aber auch wirklich alle, daran halten.

Ach ja – und sagen wir doch bitte unseren Kindern, dass man
hierzustaate keine Parteien wählt, die sich dem Aggressor untertan
machen wollen. Diese Leute haben nur ein einziges Foto im Kopf. Das
des Staatenlenkers, der mit nacktem Oberkörper und geschultertem
Gewehr durch einen Fluss reitet. Sie verwechseln Macht mit Stärke und
friedliche Überlegung mit dem Beiseiteschaffen von Menschen.

Unseren Kindern jede, aber auch jede Wahrheit zukommen zu lassen
ist unsere Pflicht. Sie ist ihnen zumutbar. Aber nur, wenn wir
lernen, sie uns selbst – wieder erneut – zuzumuten.
Ich gratuliere allen zu den/der Auszeichnung. Möge die Nachricht in
und aus Ihren Bildern zu besseren Nachrichten in und aus den
Kriegsgebieten dieses Planeten führen.“

Die gesamte Keynote finden Sie im Presselink.

Zwtl.: Über den Global Peace Photo Award 2026

Zum Global Peace Photo Award 2026 wurden 27.846 Einreichungen aus
144 Ländern eingereicht. Die meisten Einreichungen kamen aus Indien,
USA, China, Italien, Deutschland, Frankreich, Nigeria, Russland,
Bangladesh und Pakistan. Juriert wurden die Einreichungen von einer
hochkarätigen, internationalen Jury. Siehe:

Jury

Der Global Peace Photo Award wird in Kooperation von Edition
Lammerhuber, Photographischer Gesellschaft (PHG), UNESCO,
Österreichischem Parlament, der Vereinigung der
Parlamentsredakteurinnen und -redakteure, des Internationalen Press
Institute (IPI), World Press Photo Foundation, POY LATAM, APA –
Austria Presse Agentur, der Deutschen Gesellschaft für Photographie (
DGPh), Unicef Austria und Vienna Insurance Group ausgelobt.

Pressematerial (Siegerbilder, Jurystatements, Keynote, Bilder von
der Veranstaltung) zum Herunterladen:
https://press.lammerhuber.at/gppa2026

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at