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Elektronischer Eltern-Kind-Pass: BKNÄ ist entsetzt über das Chaos

Wien (OTS) – Jahrelange Verhandlungen, Besprechungen in Fachgruppen
und viel
Kommunikation sind dem elektronischen Eltern-Kind-Pass
vorausgegangen. Die Bundeskurie niedergelassene Ärzte hat sich
intensiv eingebracht und drei Jahre lang mit dem Dachverband der
Sozialversicherungsträger und dem Ministerium an einer möglichst
praxisnahen Umsetzung des elektronischen Eltern-Kind-Passes
gearbeitet und den diesbezüglichen Gesamtvertrag beschlossen und
unterzeichnet. Eines der wichtigsten und prestigeträchtigsten
Digitalisierungsprojekte wurde nun mit einem Federstrich vom Tisch
gewischt.

Der elektronische Eltern-Kind-Pass ist vor Jahren beschlossen
worden, die Vorlaufzeiten waren da. Für die BKNÄ ist unverständlich,
dass lösbare technische Probleme aus unerfindlichen Gründen
vorgeschoben wurden. Während sich nämlich die niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte vorbereitet und sich auf die Umsetzung
eingestellt haben, sind manche Bundesländer als Träger der
Landeskrankenhäuser ihrem Teil der Verantwortung nicht nachgekommen.

Unbürokratische, analoge Zwischenlösung notwendig

Ab 1. Oktober tritt das neue Untersuchungsprogramm des Eltern-
Kind-Passes in Kraft. Aus der Verschiebung der elektronischen Version
ergeben sich nun viele offene Fragen in der Praxis. Wann wird die
Bevölkerung informiert? Welches Dokument müssen Eltern für den Bezug
des Kinderbetreuungsgeldes ab 1. Oktober vorweisen? Wie und wann
werden die betroffenen Ärztinnen und Ärzte informiert? Was passiert
mit der bisherigen analogen Version des Mutter-Kind-Passes?

Zudem muss das Ministerium sicherstellen, dass österreichweit
genügend analoge Eltern-Kind-Pässe mit den neuen medizinischen
Leistungen gedruckt werden. Dabei muss aber darauf geachtet werden,
dass eine analoge Zwischenlösung vollständig und unbürokratisch
umgesetzt wird. Die Bundeskurie erwartet noch konkrete Informationen
zu einer entsprechenden Lösung im Umgang mit dem analogen Eltern-Kind
-Pass.

Angesichts der vielen offenen Fragen ist Chaos vorprogrammiert.
Die BKNÄ fordert daher, dass bis zur endgültigen Klärung die
bewährten Eltern-Kind-Pässe weiterhin gelten und damit Eltern sowie
Ärztinnen und Ärzte Sicherheit erhalten, auch im Hinblick auf den
Weiterbezug des Kinderbetreuungsgeldes.