Wien (OTS) – Wien wächst – bis 2055 wird ein Bevölkerungsanstieg auf
rund 2,4 Mio.
Menschen erwartet. Vor allem im Nordosten der Stadt wird das Wachstum
bis 2045 überdurchschnittlich stark ausfallen– in Floridsdorf (21.
Bezirk) um +19 % und in der Donaustadt gar um +39 %.
Damit steigen auch die Anforderungen an eine moderne
Abfallwirtschaft: Trotz sinkender Restmüllmengen pro Einwohner*in
steigen die Gesamtmengen, und auch die Kreislaufwirtschaft erfordert
den Einsatz neuer Technologien: Laut EU-Abfallrahmenrichtlinie müssen
bis 2035 mindestens 65 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt oder
wiederverwendet werden.
„Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, treffen wir schon jetzt
Entscheidungen mit Weitblick und starten mit den Planungen für eine
neue, moderne Abfallbehandlungsanlage im Bezirk Donaustadt“, betont
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. Ein entsprechender Antrag der
48er wird im heutigen Umweltausschuss der Stadt eingebracht.
Die konkrete Planung für den Bau einer modernen Behandlungsanlage
für Wiener Siedlungsabfälle im Norden der Stadt ist auch im aktuellen
Regierungsprogramm der Wiener Stadtregierung festgeschrieben. Die
bestehenden Abfallbehandlungsanlagen Flötzersteig und Spittelau
sollen ab 2035 saniert werden. Angesichts der Sanierungen und des
steigenden Bedarfs an Behandlungsmöglichkeiten für Rest- und
Sperrmüll in den Bezirken 21 und 22, soll die Entsorgungssicherheit
durch die neue Anlage im 22. Bezirk gestärkt werden.
Die Basis für die nun startenden Planungen bildet eine
Strategische Umweltprüfung, die zwei Jahre lang mit Vertreter*innen
der Stadt Wien und Expert*innen verschiedener Umweltgruppen
durchgeführt wurde.
Umweltsprecherin NEOS Wien Angelika Pipal-Leixner: „Die
Wienerinnen und Wiener sind zu Recht stolz darauf, in einer so
sauberen Stadt zu leben, und tragen auch selbst durch gewissenhafte
Abfallentsorgung und Mülltrennung dazu bei. Um diesem Standard auch
weiterhin gerecht zu werden, gehen wir in Wien nun einen weiteren
großen Schritt: Mit den Planungen für eine hochmoderne Entsorgungs-
und Recyclinganlage nehmen wir Verantwortung für die
Kreislaufwirtschaft – eine der drei Säulen erfolgreicher Klimapolitik
– aktiv wahr. Diese wichtige Investition in die Zukunft sichert die
Lebensqualität und macht Wien nachhaltig fit für die kommenden
Generationen.“
Zwtl.: Rückgewinnung von Wertstoffen und nachhaltige Energie
Die neue Anlage soll neben der Reststoffdeponie Rautenweg
entstehen und durch die Rückgewinnung von Wertstoffen und einer
nachhaltigen Energiegewinnung zur Klimaneutralität der Stadt bis 2040
beitragen. „Durch diese Anlage soll Wien auch in Zukunft unabhängig
im Bereich der Abfallwirtschaft bleiben“, betont der Klimastadtrat.
„Selbst bei unvorhergesehenen Stillständen bleibt die
Entsorgungssicherheit in Wien gewährleistet!“
Technologisch will man auf eine Kombination aus
Wertstoffrückgewinnung und energetischer Verwertung setzen, damit die
im Wiener Restmüll enthaltenen Wertstoffe im Sinne der
Kreislaufwirtschaft bestmöglich genutzt werden können. Der Einsatz
von Recyclingbaustoffen, begrünte Fassaden und Dachflächen, PV-
Anlagen und ein elektrischer Fuhrpark mit E-Ladestationen am Standort
ergänzen das nachhaltige Konzept. „Mit dieser hochmodernen Anlage
setzen wir wesentliche Ziele aus unserer
Kreislaufwirtschaftsstrategie um“, so Jürgen Czernohorszky.
Die Flächen für die neue Anlage im Bereich Rautenweg – nahe der
bestehenden Deponie – sind bereits gewidmet und teilweise im Besitz
der Stadt. Für die nun startenden Planungsarbeiten sind zahlreiche
Gutachten und Untersuchungen einzuholen, dafür werden insgesamt 13,7
Mio. Euro beschlossen.
Zwtl.: Betrieb ab 2034 geplant
Baubeginn für die Abfallbehandlungsanlage ist frühestens 2030,
die Inbetriebnahme ist für 2034 geplant. Aus dem laufenden Budget
wird bis 2034 ein Teil der benötigten Mittel in der Höhe von 240 Mio.
Euro reserviert. Die Gesamtkosten für das Projekt stehen zum jetzigen
Zeitpunkt des Planungsstarts noch nicht fest.
„Wien als Großstadt kümmert sich um das gesamte Müllaufkommen aus
den Haushalten selbst und hat auch die nötigen Anlagen innerhalb der
Stadtgrenzen – das ist einzigartig“, betont Jürgen Czernohorszky.
„Mit der neuen Anlage wollen wir dies auch für die Zukunft
sicherstellen!“