Wien (OTS) – Bei den Grünen Wien wird die Reform der Wohnungsvergabe
grundsätzlich
begrüßt: „Die Vergabe von Gemeindewohnungen und geförderten Wohnungen
war bisher ein ziemlicher Dschungel, der für viele schwer zu
verstehen war. Das nun vorliegende System ist einfacher und
nachvollziehbarer gestaltet, auf sich verändernde Lebensumstände kann
unmittelbarer eingegangen werden. Wichtig ist jetzt eine aktive
Kommunikation zu jenen Menschen, die sich im bisherigen System für
eine Wohnung angemeldet haben. Es braucht im Übergang vom alten zum
neuen System Flexibilität im Umgang mit Einzelfällen“, so der
Wohnbausprecher und Klubobmann der Grünen Wien, Georg Prack.
Grüne erinnern an Fall Sigi Wolf
Die Grünen fordern jedoch auch eine regelmäßige Überprüfung, ob
der dringende Wohnbedarf, der am Anfang einer Wohnungsvergabe
bestehen muss, weiter existiert: „Uns allen ist noch der Fall von
Siegfried Wolf in Erinnerung, bei dem 20 Jahre nicht aufgefallen ist,
dass er Hauptmieter einer Gemeindewohnungen war, in der er nur einen
Nebenwohnsitz gemeldet hatte. Gemeindewohnungen und geförderte
Wohnungen sind kein Freizeitwohnsitz und dürfen nicht gehortet
werden. Es wäre das normalste der Welt, dass Wiener Wohnen regelmäßig
überprüft, ob der Wohnbedarf bei Gemeindebaumieter:innen noch gegeben
ist. Ähnliche Kontrollen wären bei geförderten Wohnungen in der
Förderverträgen zu regeln“, so Prack.
Die Grünen fordern von der Wohnbaustadträtin, die Wohnungsvergabe
Neu nach einem Jahr zu evaluieren und gegebenenfalls zu adaptieren:
„Die Gestaltung der Mindestmeldedauer ist dazu angetan, besonders
vulnerable Gruppen wie zum Beispiel wohnungslose Menschen
auszuschließen. Wie sich die Gewichtung der verschiedenen Kriterien
auswirkt, wird man auch erst in der Praxis abschließend bewerten
können. Eine so umfassende Reform, die auf das Leben so vieler
Menschen wirkt, sollte nach Ablauf von einem Jahr umfassend evaluiert
werden“, fordert Prack abschließend.