Grüne Wien/Pühringer, Malle, Stadler zu Schulschluss: Emmerling muss ihre Hausaufgaben endlich erledigen

Wien (OTS) – Dieses Schuljahr hat gerade in den letzten Wochen und
Monaten für
viele negative Schlagzeilen gesorgt: Die Sommerhitze verwandelte die
Klassenzimmer in Backöfen, in denen Unterricht kaum möglich war – die
vorgeschlagene Verschiebung der Ferien löst das Problem nicht. Dazu
warten sehr viele Lehrer:innen seit Monaten auf ihr richtiges Gehalt,
dringend notwendige Schulneubauten oder Sanierungen wurden abgesagt,
der Personalmangel ist groß wie nie und es gibt viel zu wenig
inklusive Ferienbetreuung für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. „Das
Schuljahr geht zu Ende, Bildungsstadträtin Bettina Emmerling hat über
die Ferien viele Hausaufgaben zu erledigen. Denn Lehrer:innen, Eltern
und Kinder wollen im nächsten Schuljahr nicht wieder mit den gleichen
Problemen beginnen, mit denen sie das Schuljahr beendet haben“, so
Judith Pühringer, Parteivorsitzende der Grünen Wien.

Schulneubauten gestrichen – stattdessen Schwitzen in alten Schulen

Schulbauten werden gestrichen oder verschoben – und das bei einer
ohnehin enorm angespannten Lage, was die Anzahl an Schulplätzen in
Wien betrifft. Fünf schon geplante Schulum- bzw. Ausbauprojekte sowie
Sanierungen wurden aus Spargründen gestrichen – es könnten aber 31
Projekte für die kommenden Jahre auf dem Prüfstand stehen. „Statt
neuer Schulgebäude heißt es für Kinder und Lehrer:innen: Schwitzen in
alten Schulgebäuden, die die den zunehmenden Hitzewellen überhaupt
nicht angepasst sind. Kinder brauchen Lernräume, in denen sie sich
konzentrieren können – auch an heißen Sommertagen. Die Ferien zu
verschieben, löst das Problem nicht: Es braucht Beschattung,
Begrünung und nächtliches Lüften“, so die Bildungssprecher:innen der
Grünen Wien, Julia Malle und Felix Stadler.

Durchmischung an Wiener Schulen weiterhin ausständig

Ein großes Problem an den Wiener Schulen wurde auch im heurigen
Schuljahr nicht gelöst: Die große Kluft zwischen Schulen mit sehr
vielen und sehr wenigen außerordentlichen Schüler:innen. So gibt es
etwa in Favoriten eine Schule mit 50,4 % außerordentlichen
Schüler:innen und eine andere mit nur 6%. Dieses Problem ist lösbar:
Bei der Schulwahl sollen zusätzlich zu den bisherigen Kriterien
Wohnort und Geschwister auch die Kriterien Erstsprache und
Bildungsgrad der Eltern bei der Zuteilung berücksichtigt werden.
„Durchmischung trägt dazu bei, dass alle Kinder dieselben
Bildungschancen erhalten“, so Malle und Stadler.

Ferien starten mit zu wenig Plätzen für Kinder mit erhöhtem
Förderbedarf

Es gibt viel zu wenige Ferienbetreuungs-Plätze für Kinder mit
erhöhtem Förderbedarf. Bestehende Angebote sind innerhalb kürzester
Zeit ausgebucht. An manchen Campus-Standorten zeigt sich die
Schieflage besonders deutlich: „Während Kinder ohne Förderbedarf
selbstverständlich am eigenen Standort betreut werden, werden Kinder
mit Behinderungen ausgeschlossen oder an andere Orte verwiesen. Wenn
Kinder mit Behinderungen keinen Ferienbetreuungsplatz bekommen, dann
ist das keine Inklusion, sondern Ausgrenzung mit Ansage“, halten
Malle und Stadler fest.

Die Grünen appellieren an Stadträtin Emmerling, folgende Hausaufgaben
über die Sommerferien zu erledigen:

+ Schulen klimafit machen mit Begrünungen, Sonnenschutz,
Außenjalousien, Durchlüftungen, etc.
+ Schulneubauten und -sanierungen nicht mehr auf die lange Bank
schieben
+ Durchmischung in Schulen statt hoher Segregation
+ Ausreichend Ferienbetreuung für Kinder mit Behinderungen
bereitstellen

„Bildung muss endlich ganzheitlich gedacht werden: Klimaschutz, gute
Arbeitsbedingungen und echte Chancengleichheit gehören zusammen. Wer
Kindern die besten Zukunftschancen ermöglichen will, muss heute in
moderne Bildungsgebäude, ausreichend Personal und inklusive
Strukturen investieren. Unsere Kinder verdienen Schulen, die gesund,
inklusiv und zukunftsfit sind“, so Pühringer, Malle und Stadler
abschließend.