ASFINAG: Erste Maßnahmen für A 10 Transitmanagement im Anlaufen

Salzburg (OTS) – Ziel des „Multifunktionalen Transitmanagements“ für
die A 10 Tauern
Autobahn ist die Verbesserung des Verkehrsflusses im Transit- und
Reiseverkehr. Auch die Vermeidung bzw. Verringerung von
Ausweichverkehr und somit eine Entlastung der Menschen in den
Anrainergemeinden steht im Fokus. Die volle Wirksamkeit des
mehrstufigen Programms, für das die ASFINAG, das Bundesministerium
für Mobilität sowie das Land Salzburg verantwortlich zeichnen, ist
für den Sommer 2027 geplant. Erste Maßnahmen und Pilotierungen
erfolgen aber bereits zum Start der heurigen Sommerreisewelle, wobei
ein umfassendes Echtzeit-Informationsangebot zur Verkehrslage im
Mittelpunkt steht.

„Mit dem Multifunktionalen Transitmanagement auf der A 10 setzen
wir auf moderne und intelligente Mobilität – und wir kommen bereits
jetzt in die konkrete Umsetzung. Echtzeitinformationen, digitale
Verkehrssteuerung und gezielte Maßnahmen helfen, den Verkehrsfluss zu
verbessern, Staus zu reduzieren und Ausweichverkehr zu vermeiden.
Davon profitieren Reisende ebenso wie die Menschen in den
Anrainergemeinden. So schaffen wir mehr Verkehrssicherheit, bessere
Planbarkeit und höhere Lebensqualität“, so Mobilitätsminister Peter
Hanke.

„Die ASFINAG ist ein innovativer und nachhaltiger
Mobilitätspartner – unser Motto beim Verkehrsmanagement ist
eindeutig: G´scheiter statt breiter. Die vorhandenen Kapazitäten der
A 10 Tauern Autobahn sind nur an starken Reisetagen nicht
ausreichend. Aber genau für diese, für alle Beteiligten sehr
herausfordernden Phasen, bringen wir ein effizientes Maßnahmenpaket
auf die Straße. Intelligente Verkehrssteuerung, Information und
Kontrollen sind der Schlüssel für bessere Mobilität sowie Entlastung
und mehr Lebensqualität in den Gemeinden an einer der wichtigsten
Nord-Süd-Achsen Österreichs“, sagt ASFINAG-Vorstandsdirektor Hartwig
Hufnagl.

„Es freut mich, dass wir nun gemeinsam den ersten Schritt des
mehrstufigen Programms gehen können. Denn mit diesem Maßnahmenpaket
verbessern wir die Verkehrssteuerung auf der Tauernautobahn und
versuchen, die Hoheit über unsere Straßen zurückzugewinnen. Die A 10
ist eine der zentralen Verkehrsachsen Österreichs. Durch intelligente
Verkehrssteuerung, gezielte Kontrollmaßnahmen und eine dosierende
Verkehrsabwicklung gelingt es uns, den Verkehr möglichst lange
flüssig zu halten und ihn bei Stauereignissen auf der Autobahn zu
halten. Die ersten Pilotversuche sollen bereits eine spürbare
Entlastung für die Menschen in den Anrainergemeinden der Autobahn
schaffen“, macht Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll
deutlich.

Die ersten Maßnahmen 2026 im Detail:

Verkehrsinformation: DRIVE AUSTRIA – KNOW BEFORE YOU GO

Nur wer informiert ist, kann sein Reise-Fahrverhalten ändern. Mit
driveaustria.info stellt die ASFINAG für die Tauern Autobahn ab
sofort eine neue mobile Website zur Verfügung. Diese bietet präzise
Informationen zu Verkehrslage und Verzögerungen in Echtzeit und
ermöglicht auf Prognosebasis eine längerfristige Reiseplanung. Für
ein auch internationales Publikum einfach, intuitiv und
situationsbezogen aufbereitet, ist es das Ziel, mit Hilfe der neuen
Seite den Reiseverkehr besser zu lenken. Nach Eingabe des Ziels
erhalten Reisende Updates zu Verkehrslage, Wartezeiten sowie Rast-
Tipps für die jeweils relevante Fahrtrichtung. Die ASFINAG bewirbt
das neue Tool durch Überkopfanzeigen, Plakate und Brückentransparente
entlang der A 10, sowie Info-Kärtchen, die am Walserberg und an den
Mautstellen verteilt werden.

Pilotversuche im Sommer 2026

Zwischen Walserberg und Golling erfolgt an den Reisewochenende
eine erste vorausschauende Geschwindigkeitsbeschränkung mit den
derzeit vorhandenen Möglichkeiten. Dabei geht es darum, den
Verkehrsfluss harmonischer zu halten, den Zufluss in Richtung
Tunnelkette aktiv zu steuern und das System bis Sommer 2027 stetig
weiterzuentwickeln. Denn ab dem Sommer 2027 wird die
Geschwindigkeitsdosierung im Reiseverkehr mittels eines intelligenten
Rechenmodells bzw. Algorithmus über eine neu zu errichtende
Verkehrsbeeinflussungsanlage, also flexible Überkopfanzeigen,
erfolgen.

Dazu kommt bereits heuer der Einsatz von zwei Drohnen bei der
Mautstelle Tauern/Katschberg (St. Michael) und im
Blockabfertigungsbereich vor dem Tauerntunnel (Flachauwinkl). Diese
werden bei Bedarf per Knopfdruck automatisch aufsteigen und das
aktuelle Lagebild im ASFINAG-System präzisieren.

Weiters ist ein Lkw-Fahrverbot an reisestarken Tagen in
Vorbereitung, das den Transit-Güterverkehr vom Reiseverkehr
entkoppelt. Im Rahmen eines wenige Tage andauernden Pilotversuchs
soll der Schwerverkehr in den Nächten davor mit bis zu 80 km/h fahren
dürfen. Ziel ist eine wissenschaftliche Evaluierung der Auswirkungen
auf Verkehrsfluss, Verkehrsverteilung und Verkehrssicherheit sowie
die Gewinnung belastbarer Daten als objektive Grundlage.

Anschlussstellen, Blockabfertigung und Landesstraßen

Geplant sind auch Maßnahmen an ausgewählten Anschlussstellen:
temporäre Sperren einzelner Auf- und Abfahrten an kritischen
Streckenabschnitten oder Zuflussdosierungen bei Anschlussstellen vor
der Tunnelkette an ausgewählten starken Reisetagen.

Weiters werden eine Anpassung der Blockabfertigung auf der A 10
sowie sogenannte Pförtnerampeln im Landesstraßennetz zur
Stabilisierung des Verkehrsflusses auf der Autobahn und der
Unterbindung von Ausweichverkehr im Landesstraßennetz getestet.

Wie in der Vergangenheit wird die ASFINAG das Land Salzburg bei
der Kontrolle von Abfahrtsverboten an neuralgischen Anschlussstellen
durch die Traffic Manager und Mautaufsichtsorgane unterstützen, um
den Ausweichverkehr ins Landesstraßennetz besser in den Griff zu
bekommen.

Ausblick A 10 Transitmanagement

Wesentliche Schritte im Zusammenhang mit Überwachung und
Kontrolle sind für den Sommer 2027 vorgesehen. Dazu zählt der Einsatz
einer Section-Control-Anlage, deren Details erst abzustimmen und dann
gutachterlich zu bewerten sind. Die Überkopfanzeigen und die
dazugehörige Sensorik an der Strecke werden weiter verdichtet und
erneuert, sowie die vorausschauende und aktive Zuflussdosierung an
ausgewählten Anschlussstellen umgesetzt. Auch die Errichtung von
neuen Blockabfertigungsanlagen im Zulauf zu Tauern- und
Katschbergtunnel ist im Paket enthalten.

Mehr Reisequalität und Verkehrssicherheit.

Die A 10 Tauernautobahn zählt zu den am höchsten belasteten
Reiserouten in Österreich. Die vorhandenen Kapazitäten reichen an den
Reisewochenenden von Mai bis September bekanntlich nicht aus. Die
Folge sind Staus mit stundenlangen Reisezeitverzögerungen und
massiver Belastung der Anrainerinnen und Anrainer. Staus zu
verhindern ist aufgrund der temporär enormen Verkehrsmengen auf der
wichtigen Nord-Süd-Achse nicht möglich, aber gleichmäßigerer und
flüssigerer Verkehr bringt ein deutliches Plus an Reisequalität und
Verkehrssicherheit.