Wien (OTS) – Leerstehende Geschäftslokale, geschlossene Wirtshäuser,
verwaiste
Ortskerne – und der große Traum vom Leben am Land. Zwischen
Dorfsterben, Landflucht und dem Wunsch nach Gemeinschaft und einer
Zukunft für Österreichs Ortschaften findet sich das Publikum von ORF
1 und ORF ON am Mittwoch, dem 1. Oktober 2025, wieder: „Wenn das Dorf
stirbt“ heißt es zum Auftakt um 20.15 Uhr in einer neuen „Dok 1“-
Ausgabe, in der Lisa Gadenstätter herausfinden will, was das Dorf
braucht, um zu überleben. Um 21.05 Uhr geht das Format „Neuer Job –
Neues Leben“ mit der ersten von insgesamt vier Ausgaben anlassbezogen
an den Start und begleitet dabei u. a. Maria Radziwon, die von einer
Volksschullehrerin zur Bio-Bäuerin mit Leib und Seele geworden ist.
„Rettet das Dorf“ heißt es abschließend in der gleichnamigen Doku um
21.55 Uhr.
Start für „Neuer Job – Neues Leben“ mit Geschichten, die berühren
Von der Buchhalterin zur Zuckerbäckerin oder vom Banker zum
Schuhmacher: Das neue Format „Neuer Job – Neues Leben“ porträtiert in
vier Ausgaben Frauen und Männer, deren Leben eine überraschende
Wendung nimmt, indem sie sich beruflich komplett verändern. Menschen,
die etwas völlig Neues anfangen, sich vollkommen umorientieren oder
den Mut fassen, endlich einen lang gehegten Traum zu verwirklichen.
„Neuer Job – Neues Leben“ beginnt genau an dem Punkt, an dem deren
Leben vollständig umgekrempelt wird: Geschichten, die berühren, unter
die Haut gehen und nicht zuletzt andere dazu inspirieren können, es
ihnen gleichzutun.
Gestalter und Regisseur Simon Schennach: „Mut, Neues zu wagen“
„In der Sendung ‚Neuer Job – Neues Leben‘ begleiten wir Menschen, die
sich beruflich umorientieren und neue Wege gehen. Was bedeutet es,
trotz Ängsten und Widerständen das alte Leben hinter sich zu lassen?
Sich fundamental neu zu erfinden, grundlegend zu verändern, gehört
bekanntlich zu den größten Herausforderungen. Viele haben die
Sehnsucht nach einem beruflichen Neustart oder der Erfüllung ihres
Lebenstraums, aber nur wenige wagen es tatsächlich. Besonders
inspirierend für mich war es zu erleben, wie mutig sich manche
Menschen dieser Aufgabe stellen, trotz aller Widrigkeiten. Ich hoffe,
dass dieser Funke auch auf die Zuseher:innen überspringt und die
Sendung vielleicht sogar Mut macht, Neues zu wagen.“
Mehr zu den einzelnen Sendungen
Dok 1 – Wenn das Dorf stirbt (20.15 Uhr)
Auf ihrer Reise taucht Lisa Gadenstätter tief in die Lebensrealitäten
ländlicher Regionen ein. Mit den Menschen vor Ort spricht sie
darüber, was das Landleben einzigartig macht – und über die
Herausforderungen, vor denen es steht. Probleme gibt es viele, ob im
Waldviertel, in der Steiermark oder in Kärnten: etwa geschlossene
Volksschulen wie in Tiffen am Ossiacher See, Wirtshäuser ohne
Nachfolger wie jenes im steirischen Jagerberg, eine Jugend, die für
Beruf oder Studium für immer wegzieht, oder Einkaufszentren und
Gewerbezonen in der Peripherie, die Orts- bzw. Stadtkerne wie etwa in
Waidhofen an der Thaya veröden lassen.
Zu Wort kommen jene, die den Niedergang unmittelbar erleben:
Alteingesessene, Jugendliche, Lehrer:innen oder Geschäftsleute. Wie
hat sich das Dorfleben verändert? Was fehlt? Und wie geht es ihnen
damit, ihre Heimat langsam verkommen zu sehen?
Doch es gibt auch Menschen, die den Entwicklungen trotzen und für
eine Zukunft am Land kämpfen: Vereine, die Kindern den Wert einer
Gemeinschaft nahebringen, engagierte Bewohner:innen, die neben ihrem
Beruf noch Dorfläden eröffnen, sowie Bürgermeister, die ihre
Gemeinden zukunftsfit machen wollen. Im steirischen Fehring etwa
blüht das Dorfleben – und das schon seit Jahren. Was können sich
andere Orte hier abschauen? Gibt es ein Geheimrezept oder gar ein
Allheilmittel gegen Abwanderung und Leerstand? Die neue „Dok 1“-
Ausgabe „Wenn das Dorf stirbt“ sucht nach den Ursachen, zeigt aber
auch Wege, wie der Traum vom Leben am Land erhalten bleiben kann.
Eine „Dok 1“ zwischen Verfall und Aufbruch, Wehmut und Hoffnung.
Neuer Job – Neues Leben (21.05 Uhr)
Von der Volksschullehrerin zur Bio-Bäuerin – Marias Rückkehr zu den
Wurzeln: Für Maria Radziwon war der Hof ihrer Großeltern im Kärntner
Mölltal der beste Platz ihrer Kindheit. Obwohl sie ein Stadtkind ist
und in Innsbruck aufwuchs, führte ein Zufall sie zurück in die
Idylle: Eine Begegnung mit ihrem späteren Mann Darek bei einer
Theologie-Vorlesung stellte ihr Leben auf den Kopf. Darek, der
ursprünglich Priester werden wollte, verließ das Kloster für Maria.
Gemeinsam beschlossen sie, den seit Jahrzehnten brachliegenden Biohof
Schott zu neuem Leben zu erwecken. Auch wenn die anfänglichen
Investitionen und die damit verbundenen Schulden eine Herausforderung
darstellten, ist Maria heute mit Leib und Seele Bäuerin.
Vom Tech-Mitarbeiter zum Tantra-Masseur – Bernhard Semmlers
spiritueller Weg: Bernhard Semmler arbeitete jahrelang für große Tech
-Konzerne, zufrieden mit geregelten Arbeitszeiten und einem stabilen
Einkommen. Doch ein unerwarteter Wendepunkt kam, als ihm und seiner
Partnerin Nadin die Leitung eines Luxus-Resorts auf Bali angeboten
wurde. Innerhalb von drei Wochen kündigten sie ihre sicheren Jobs und
wagten den Sprung ins Ungewisse. Die Corona-Pandemie brachte jedoch
den Tourismus auf Bali zum Erliegen, und das Paar fand sich
gestrandet im leeren Resort wieder. Diese Zeit nutzten Bernhard und
Nadin, um sich neu zu erfinden. Bernhard entdeckte dabei seine alte
Leidenschaft für die Lehre des Tantra wieder. Zurück in Wien wagte er
den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit, um Tantra aus der
Klischee-Ecke zu holen und seriöse Massagen anzubieten.
Vom Krankenpfleger zum Winzer – Simon Müllners Liebe zum Wein und zu
Johanna: Das beschauliche Traisental ist die neue Heimat von Simon
Müllner. Der gelernte Krankenpfleger hat seinen Job an den Nagel
gehängt und stürzt sich der Liebe wegen in das Abenteuer Weinbau.
Seine Freundin Johanna betreibt mit ihren Eltern einen Heurigen und
einen Weinbaubetrieb. Simons Mitarbeit entwickelte sich zu einer
echten Lebensumstellung: Die Umstellung vom geregelten 30-Stunden-Job
zur Arbeit auf dem Weingut war für den 28-Jährigen zunächst eine
Herausforderung.
Er begann eine Lehre beim erfahrenen Winzer Josef Maier und besucht
berufsbegleitend die Wein- und Obstbauschule. Seine sozialen
Qualitäten als Pfleger kommen ihm nun auch als Winzer zugute.
Rettet das Dorf (21.55 Uhr)
Das Dorf ist Glück – ein Ideal, von dem viele träumen: ein Hauptplatz
als lebendiger Mittelpunkt, eine Greißlerin, mit der man ins Plaudern
kommt, ein Gasthaus, in dem man immer willkommen ist – und am Rand
der Blick auf Wiesen und Bauernhöfe. Doch die Landflucht stellt das
Dorf auf die Probe: Die Jungen ziehen weg, die Betriebe müssen
schließen, die Geschäfte stehen leer. Teresa Distelberger zeigt in
ihrem Dokumentarfilm neue Perspektiven auf und erzählt von Menschen,
die mit ihren Ideen dazu beitragen, die Dorfgemeinschaft wieder
zukunftsfähig zu machen.