Wien (OTS) – Unternehmen fordern mehr Know-how, digitale Nähe und
echte
Sparringspartnerschaft von ihren Banken. Die aktuelle zeb-
Firmenkundenstudie legt durch eine Befragung von Entscheidungsträgern
in Österreich, Deutschland und der Schweiz offen, dass viele
Institute diese Erwartungen bislang nur unzureichend erfüllen – mit
klaren Risiken für Marktanteile und Relevanz.
Die wirtschaftliche Lage im D-A-CH Raum bleibt angespannt: Nach
einer Rezession in den Jahren 2023 und 2024 wird für 2025 lediglich
ein leichtes BIP-Wachstum erwartet. Für Österreich soll dieses laut
der jüngsten Prognose der OeNB bei 0,3 liegen. Parallel steigt die
Zahl der Firmeninsolvenzen weiter – in Österreich allein im ersten
Halbjahr 2025 laut Kreditschutzverband um 6,1 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. In diesem Umfeld leiden die Investitionsdynamik und das
Kreditwachstum. Zusätzlich führen geringere Unternehmensgewinne zu
einem schwachen Einlagenwachstum bei den Banken. Wachstumspotenzial
verortet die zeb-Studie bei Versicherungsprämien aufgrund des
wachsenden Bedarfs an Absicherungsgeschäften. Das Ertragspotenzial
der Banken steigt bis 2030 nach einer zeb-Schätzung um nur 3,3
Prozent. Der Wettbewerb zwischen den Banken um diese Potenziale wird
intensiver.
Firmen fordern Branchen-Know-how von Banken
Branchenwissen wird zum wichtigen Differenzierungsfaktor für
Banken. Die zeb-Studie zeigt: bereits jeder zweite Firmenkunde
wünscht sich von der eigenen Bank mehr Branchen-Know-how und will
überdies geschäftsmodellspezifische Beratung und Lösungen.
„Firmenkunden wollen echtes Sparring – nicht nur Produktvertrieb.
Gerade für regionale Banken ist das eine Chance. Denn wer diese
Expertise anbieten kann und seine Kunden versteht, erhöht langfristig
die Bindung und das Vertrauen“, sagt Dr. Michaela Schneider, Managing
Partner bei zeb Austria. Dies mache sich in weiterer Folge auch im
Kreditgeschäft bemerkbar.
Erhöhte Investitionsabsichten zeigen sich besonders bei Klein-
und Mittelunternehmen, die in Österreich 99,7 Prozent aller
wirtschaftlich orientierten Unternehmen ausmachen: 43 Prozent der KMU
bewerten die wirtschaftlichen Aussichten in den nächsten zwölf
Monaten eher positiv und bekunden Investitionsabsichten innerhalb der
nächsten zehn Monate. Bei Kleinstunternehmern haben dies nur 21
Prozent und in Großunternehmen lediglich 20 Prozent vor. Umso mehr
sind Banken gefragt, auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden
einzugehen.
Regionalbanken gewinnen Anteile am Kreditmarkt
Das Kreditmarktvolumen im Firmenkundengeschäft ist im ersten
Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um nur 1,01 Prozent auf 200
Milliarden Euro gewachsen. Gewinner waren vor allem regionale Banken.
Während der Anteil großer Aktienbanken am Kreditmarkt von 23,5
Prozent auf 22,1 Prozent gesunken sind, konnten regionale Banken ihre
Anteile leicht erhöhen. Entscheidend dafür sind laut zeb-Studie
Faktoren wie Kundennähe, Betreuungskontinuität und schnelle
Entscheidungen vor Ort. Gleichzeitig erfüllen Regionalbanken die
gängigen digitalen Mindeststandards – ein Bereich, der künftig immer
wichtiger wird, da der Einsatz von künstlicher Intelligenz die
Benchmark stetig anhebt. „Regionalbanken können mit Nähe und
Kontinuität punkten, doch digitale Standards und KI-Integration
werden in Zukunft über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden“, betont Dr.
Bernd Liesenkötter, Partner bei zeb.
Unternehmen zufrieden, fordern aber Digitalisierung
Mit den Leistungen ihrer Hausbank sind die befragten Unternehmen
im Großen und Ganzen zufrieden. Bei Beratung und Erreichbarkeit
erzielen die heimischen Banken eine Zufriedenheit von jeweils 68
Prozent. Mit dem Service und dem Digitalisierungsgrad sind 62 Prozent
zufrieden. Trotzdem wünscht sich die Mehrheit der befragten
heimischen Unternehmen mehr digitale Lösungen von ihrer Hausbank.
Besonders hohe Relevanz haben für Unternehmen die elektronische
Kontoauszugsverarbeitung (54 Prozent) sowie die Möglichkeit eines
digitalen Dokumentenuploads (52 Prozent). 38 Prozent nutzen den
automatischen Austausch mit ihrer Buchhaltungssoftware. Die Banken
sind demnach gefragt, im bestehenden Service-Portfolio mehr KI-
Schnittstellen und automatisierte Prozesse anzubieten. Dabei
unterschätzen die heimischen Banken das Potenzial – vor allem
Kleinstunternehmen und KMU zeigen sich für digitale
Beratungsdienstleistungen offen. Das Nutzungspotenzial von KI sehen
die Unternehmen übrigens vor allem bei der Identitätsprüfung sowie
bei Serviceanfragen.
So bleiben Banken relevant
Um auch in Zukunft relevant zu bleiben, identifiziert die zeb-
Studie vor allem drei Veränderungstreiber für Banken: das
anspruchsvolle Wirtschaftsumfeld, hohe Kundenerwartungen und die
Digitalisierung. Unternehmen stehen unter Entscheidungsdruck und
benötigen kompetente Sparringspartner mit echter Branchen- und
Geschäftsmodell-Expertise, spezialisierten Teams und proaktiver
Beratung. „Auch die Prozesse und Dienste der Banken müssen schnell,
verlässlich und intuitiv sein. Die Bank von morgen wird kein Ort mehr
sein, den der Kunde ein- oder zweimal pro Woche besucht, sondern ein
Werkzeug, das in ganz unterschiedlichen Kontexten in den
Geschäftsalltag eingebettet wird“, sagt Liesenkötter. „Digitale
Services, Embedded Finance und KI-Lösungen müssen sich nahtlos in
Unternehmensprozesse einfügen.“
Zur zeb-Firmenkundenstudie:
Die Firmenkundenstudie wird von zeb seit 20 Jahren durchgeführt.
Der heurige Schwerpunkt lag auf den Erwartungen von Unternehmen an
Banken. Befragt wurden im gesamten D-A-CH Raum 600 Unternehmen und
120 Banken, davon 100 Unternehmen und 20 Banken in Österreich.
Über zeb.rolfes.schierenbeck.associates gmbh
Als führende Strategie-, Management- und IT-Beratung bietet zeb
Österreich seit 2001 Transformationskompetenz entlang der gesamten
Wertschöpfungskette im Bereich Financial Services in Europa. Mit dem
Hauptsitz in Deutschland (Münster) unterhält zeb insgesamt 15 weitere
Büros an internationalen Standorten europaweit. Zu den Kunden zählen
neben europäischen Groß- und Privatbanken auch Regionalbanken und
Versicherungen sowie Finanzintermediäre aller Art. Bereits mehrfach
wurde zeb in Branchenrankings als „Bester Berater“ der Finanzbranche
klassifiziert und ausgezeichnet.
Hinweis: zeb Austria legt großen Wert auf Diversität und die
Gleichberechtigung aller Geschlechter. Aus Gründen der besseren
Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher,
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