younion-Frauen: Schluss mit Aufschub bei Lohntransparenz

Wien (OTS) – Obwohl Österreich seit dem Inkrafttreten der
Lohntransparenz-
Richtlinie drei Jahre Zeit hatte, die Vorgaben in nationales Recht zu
überführen, fehlt weiterhin eine konkrete Umsetzung. Der
Bundesfrauenvorstand der younion _ Die Daseinsgewerkschaft fordert
eine sofortige und vollständige Verankerung der Richtlinie ohne
Schlupflöcher.

„Jede Verzögerung geht direkt zulasten der Arbeitnehmerinnen und
kostet Frauen Monat für Monat Einkommen“, kritisiert Sabine Slimar-
Weißmann, gf. Bundesfrauenvorsitzende der younion. Erfolgt die
Umsetzung nicht bis spätestens 7. Juni 2026, droht Österreich ein
Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Union.

Rasche Umsetzung gefordert

Kritiker:innen bremsen die Reform seit Jahren mit Verweis auf
angeblich zu hoher Bürokratie und wollen die Entscheidung über
Maßnahmen zur Lohngerechtigkeit den Unternehmen überlassen. Dadurch
bliebe es weiterhin freiwillig, ob Einkommensunterschiede sichtbar
gemacht und bekämpft werden. „Das lassen wir nicht zu. Wir brauchen
ein starkes Gesetz, das Arbeitgeber:innen keine Schlupflöcher lässt“,
so Slimar-Weißmann. „Schluss mit diskriminierenden
Gehaltsgeheimnissen und halbfreiwilligen Lösungen.“

Österreich unter Schlusslichtern in Europa

Der Gender Pay Gap liegt in Österreich bei 15,5 Prozent und zählt
damit zu den höchsten in der EU. Frauen verdienen hierzulande pro
Stunde rund 18,4 Prozent weniger als Männer. „Es kann nicht sein,
dass Frauen auch 2026 noch um ihren gerechten Lohn kämpfen müssen.
Nur wenn ersichtlich ist, wer für welche Arbeit wie bezahlt wird,
können wir die bestehende Lohnlücken wirksam bekämpfen.
Lohntransparenz ist der Schlüssel, um Ungleichbehandlung zu beenden“,
betont Slimar-Weißmann.

Jetzt Petition unterschreiben

Um diese verbindliche Lohntransparenz-Richtlinie ohne
Verwässerungen endlich sicherzustellen, rufen die younion-
Gewerkschaftsfrauen dazu auf, die Forderung nach rascher Umsetzung
bis Juni mit einer Unterschrift zu unterstützen:
www.oegb.at/gleicherlohn .