Berlin (OTS) – Berlin (ots)
– Schlussrechnung 2025 noch durchweg positiv
– Starkes Wachstum beim internationalen Publikum
– AUMA-Vorsitzender Harting: Echte Wirtschaftspolitik muss bis
Jahresende spürbar werden
Die Wirtschaftsflaute in Deutschland schlägt nun auch auf die
deutsche Messewirtschaft durch: Nach Jahren des Gegen-Trends zur
negativen wirtschaftlichen Entwicklung vieler Branchen hierzulande
schwächt sich nun auch das Wachstum erster Kennzahlen der
Messewirtschaft ab.
Die Prognose des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA für
das messestarke erste Quartal 2026 zeigt, dass die Zahlen der
Aussteller (-2,3 Prozent) und der vermieteten Standfläche (-4,6
Prozent) verglichen mit ihren Vorveranstaltungen ins Negative
rutschen. Zugleich wachsen die Besucherzahlen weiter (+0,9 Prozent).
Gut 200 der insgesamt 319 Messen in diesem Jahr haben bis Monatsende
stattgefunden, 120 Messen stehen im zweiten Halbjahr in Deutschlands
Messekalender.
Die wirtschaftliche Lage auf dem Messeplatz Deutschland wird Top-
Thema des jährlichen Spitzentreffens der deutschen Messewirtschaft am
kommenden Dienstag (9. Juni). Mehr als 330 Persönlichkeiten der
Branche werden in Berlin zusammenkommen. Ehrengast wird die
Parlamentarische Staatssekretärin im
Bundeslandwirtschaftsministerium, Martina Englhardt-Kopf.
Die Schlussrechnung der Messen 2025 ist noch durchgehend positiv:
Auf den 304 Messen des Vorjahres wurden rund 192.000 ausstellende
Unternehmen gezählt, was einem leichten Plus von 0,7 Prozent
gegenüber den Vorveranstaltungen entspricht. Über 6,9 Millionen
Quadratmeter Standfläche wurden gemietet, ein leichtes Plus von 0,4
Prozent. Mehr als 12,7 Millionen Besucherinnen und Besucher sorgten
für ein Plus von 1,9 Prozent. Besonders deutlich fällt dieser Zuwachs
auf den Messen mit großer internationaler Beteiligung im Fachbesucher
-Segment (B2B) aus. Mehr als 99.000 Aussteller aus dem Ausland
präsentierten sich auf Messen in Deutschland (+1,5 Prozent), fast 2,8
Millionen internationale Besucherinnen und Besucher (+2,9 Prozent)
wurden gezählt. Damit macht Deutschland erneut seine Stellung als
weltweit führender Messeplatz klar: 2025 kamen 66 Prozent aller
Aussteller und über 33 Prozent aller Besucher aus dem Ausland.
Philip Harting, Vorsitzender des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Es ist eine bemerkenswerte Resilienz in turbulenten Zeiten: Das Messeland Deutschland bleibt Weltspitze beim internationalen Publikum. Doch die Wirtschaftsflaute in Deutschland sorgt für immer mehr Vorsicht und Zurückhaltung. Eine echte Wirtschaftspolitik für die heimischen Unternehmen muss bis zum Jahresende spürbar werden. Der schleichende Abbau von Außenwirtschaftsförderung, hohe Standortkosten und überbordende Berichtspflichten sind verzichtbare, hausgemachte Probleme. Angesichts der Eskalation von Krisen und Konflikten weltweit schlagen diese zusätzlich auf Zukunftsinvestitionen wie Messeteilnahmen durch. Kontinuierlich steigende Besucherzahlen zeigen jedoch, dass der Treffnund Knotenpunkt Messe dringend notwendig ist, um im Gespräch zu bleiben.“n Top-Aussteller-Nation 2025 ist China mit mehr als 18 Prozent
Anteil, gefolgt von Italien (rund 11 Prozent) und den Niederlanden (5
Prozent), Spanien (4,5 Prozent), den USA und der Türkei (jeweils 4,4
Prozent). China rangiert mit 4,5 Prozent auch bei den ausländischen
Besucher-Nationen unter den Top 5 – allerdings hinter den
Niederlanden (7,3 Prozent), Österreich (7,1 Prozent), Italien (6,8
Prozent) und der Schweiz (6,4 Prozent).
Trotz aller Verunsicherungen investieren die Messeplätze in
Deutschland bis 2030 rund eine Milliarde Euro in die Modernisierung
ihrer Infrastruktur, sogar Neubauten sind geplant. Das geht aus einer
aktuellen Erhebung des AUMA hervor. Auch 12 Neuveranstaltungen von
Messen hat es 2025 gegeben, diese vor allem im
Investitionsgüterbereich. Für das laufende Jahr sind weitere elf
Messepremieren geplant.
Der AUMA ist der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen
Wirtschaft e.V., der Dachverband der deutschen Messewirtschaft.
International wie national vertritt er die Interessen aller großen
und mittleren Messegesellschaften Deutschlands, internationaler
Veranstalter in Deutschland sowie der Verbände, welche Aussteller,
Service-Unternehmen, kleine Messeveranstalter, Besucherinnen und
Besucher vertreten.
Gleich 70 Messeplätze zwischen Nordsee und Bodensee machen das
Messeland weltweit einmalig. Mit 3,25 Millionen Quadratmetern
Hallenfläche stellt Deutschland allein ein Fünftel der europäischen
und mehr als sieben Prozent der weltweiten Ausstellungsfläche. Zwei
Drittel aller Leitmessen der Weltwirtschaft finden hierzulande statt.