Wien (OTS) – Ostern gewinnt im Wiener Handel zunehmend an Bedeutung
als
Geschenkanlass. Immer häufiger werden auch größere und höherpreisige
Produkte verschenkt – ein Trend, der sich in diesem Jahr weiter
verstärkt. Laut einer aktuellen Umfrage der KMU Forschung Austria im
Auftrag der Wirtschaftskammer Wien schenken rund 77 Prozent der
Wienerinnen und Wiener zu Ostern Geschenke. Pro Kopf werden dafür im
Schnitt rund 50 Euro ausgegeben. Daraus ergibt sich ein Gesamtumsatz
von rund 62 Millionen Euro – ein Anstieg gegenüber den Vorjahren mit
56 Millionen Euro im Jahr 2024 und 60 Millionen Euro im Jahr 2025.
Ostern hat sich damit nach Weihnachten und Geburtstagen zum
drittwichtigsten Geschenkanlass etabliert.
„Ostern wird von vielen Familien gezielt für Geschenke genutzt –
zunehmend auch für größere Anschaffungen“, sagt Margarete Gumprecht,
Obfrau der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien. „Was früher
vor allem kleine Mitbringsel waren, sind heute immer öfter auch
größere Geschenke.“ Zunehmend werden auch Produkte nachgefragt, die
bisher vor allem zu Weihnachten oder Geburtstagen gekauft wurden.
Kleinere Mitbringsel bleiben dennoch ein fester Bestandteil des
Ostergeschäfts.
Umsatzimpulse für mehrere Branchen
Von dieser Entwicklung profitieren mehrere Branchen. Der
Spielwarenhandel erzielt rund um Ostern etwa zehn Prozent seines
Jahresumsatzes. Auch der Sportartikel- und Fahrradhandel verzeichnen
in dieser Zeit eine erhöhte Nachfrage. Besonders gefragt sind
Kinderfahrräder, Roller und Laufräder sowie entsprechendes Zubehör.
„Mehr als 60 Prozent der Kinderfahrräder werden im Vorfeld von Ostern
verkauft“, so Gumprecht.
Outdoorspielzeug boomt: Das Wetter entscheidet mit
Für das Kaufverhalten entscheidend mitverantwortlich ist das
Wetter: Am wichtigsten für den Handel sind die zwei Wochen vor den
Osterfeiertagen. Je später Ostern liegt und je besser dementsprechend
meist das Wetter ist, umso stärker ist die Nachfrage nach Outdoor-
Spielwaren. „Heuer liegt Ostern zwar recht früh, aber wir hatten
zuletzt schönes Wetter. Dadurch liefen besonders Schaukeln, Rutschen
und Sandspielzeug und -kästen, Skateboards, Hüpfbälle, Hula-Hoops und
Seifenblasen-Sets gut. Die Leute wollen raus, das Spiel an der
frischen Luft ist momentan der Renner,“ so Gumprecht.
Zu Ostern setzen Eltern auf kreative und sinnvolle Spielwaren
Im Spielwarenhandel zeigt sich zudem ein verstärkter Fokus auf
Produkte, die Kinder aktiv beschäftigen und Kreativität fördern.
Viele Eltern achten bewusst auf einen Ausgleich zur Bildschirmzeit
und greifen verstärkt zu Baukästen, Kreativ- und Bastelsets sowie
Konstruktionsspielen, berichtet die Branche. Ein weiterer Trend im
Kinderzimmer: bunte, vielseitige Elemente zum Bewegen, Lernen und
kreativen Spielen, etwa Stapelsteine, Indoor-Kletterwand oder
Sitzsäcke.
Neben größeren Geschenken bleibt das Segment der kleineren
Mitbringsel stabil. Besonders häufig nachgefragt werden
Sammelartikel, Kreativ- und Bastelprodukte sowie klassische
Spielwaren. Auch Baukästen, Gesellschaftsspiele, ferngesteuerte
Fahrzeuge sowie Produkte von Duplo und Playmobil zählen zu den
beliebtesten Geschenken. Bei jüngeren Kindern stehen zudem
Bilderbücher und Plüschtiere hoch im Kurs.
Zum Wiener Spielwarenhandel
Von den 246 Wiener Geschäften, die dem Berufszweig „Einzelhandel
mit Spielwaren“ zugeordnet sind, sind 136 Standorte spezialisierte,
kleine Fachgeschäfte. Diese meist inhabergeführten Geschäfte
beschäftigen rund 460 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die übrigen
entfallen auf große Betriebe, die Spielwaren als Teil eines
umfangreicheren Sortiments führen.
Zum Wiener Sportartikel- und Fahrradhandel
In Wien gibt es 343 Einzelhändler für Sportartikel, 141 für
Fahrräder und 55 Verleiher von Fahrrädern, Sportartikeln oder
Sportgeräten. Im Sportartikelhandel gibt es neben den Filialisten
zahlreiche inhabergeführte Geschäfte, die sich auf Sportarten wie
Skifahren, Laufen, Radfahren, Tennis oder Triathlon spezialisiert
haben.