Wien (OTS) – Berichte über angeblich horrende Strafen für das Töten
von Wespen
haben zuletzt für Verunsicherung gesorgt. Tatsächlich wird dabei
häufig die deutsche Rechtslage mit der österreichischen vermischt. In
Österreich gibt es kein generelles Verbot, Wespen oder verwandte
Arten zu töten. Entscheidend sind vielmehr die jeweiligen
naturschutzrechtlichen Bestimmungen der Bundesländer sowie der
konkrete Einzelfall – etwa wenn von einem Hornissennest eine Gefahr
für Menschen ausgeht.
„Die derzeit kursierenden Meldungen vermitteln den Eindruck, dass
bereits das Töten einer einzelnen Wespe oder das Entfernen von
Wespennestern automatisch mit hohen Strafen geahndet werden. Das
entspricht nicht der österreichischen Rechtslage“, stellt Peter
Fiedler, Berufsgruppensprecher der Schädlingsbekämpfer in Österreich,
klar.
Gleichzeitig appelliert er an einen verantwortungsvollen Umgang
mit den Insekten: „Wespen erfüllen wichtige ökologische Aufgaben.
Darüber hinaus sind manche Arten auch keinerlei Bedrohung für den
Menschen. Besteht jedoch eine konkrete Gefahr für Menschen, sollte
die Situation ausschließlich von einem Fachbetrieb beurteilt werden.
Eigenmächtige Bekämpfungsversuche sind oft gefährlich und verschärfen
das Problem.“
Fachkundige Beurteilung statt Eigeninitiative
Wespen stehen generell als wildlebende Tiere grundsätzlich unter
einem allgemeinen Schutz – ein Zerstören der Nester ohne wichtigen
Grund ist grundsätzlich untersagt. Ob ein Nest entfernt werden darf,
hängt von der jeweiligen Situation, der Art und den geltenden
Bestimmungen ab. Besonders bei Nestern in Wohnhäusern, Kindergärten,
Schulen oder Gastronomiebetrieben empfiehlt sich eine professionelle
Begutachtung. Geschulte Schädlingsbekämpfer entscheiden, ob ein Nest
erhalten, umgesiedelt oder – wenn keine andere Möglichkeit besteht –
fachgerecht entfernt werden muss.
Berufsschule in Wien setzt neue Maßstäbe
Bereits seit zwei Jahren kann der Lehrberuf des
Schädlingsbekämpfers im dualen Ausbildungssystem auch an der
Berufsschule in Wien (15., Hütteldorfer Straße 7–17) erlernt werden –
praxisnah, modern und auf die aktuellen Anforderungen der Branche
abgestimmt. Die dreijährige Lehre vermittelt naturwissenschaftliches
und technisches Fachwissen in Bereichen wie Biologie, Chemie und
Prävention. Angesichts von Klimawandel, zunehmender Urbanisierung und
steigenden Hygieneanforderungen bietet die Branche jungen Menschen
ausgezeichnete Zukunfts- und Karriereperspektiven. Fiedler:
„Schädlingsbekämpfung bedeutet weit mehr als oft im ersten Moment mit
diesem Begriff assoziiert wird und vor allem nicht sofort mit der
chemischen Keule um sich zu schlagen. Der Beruf erfordert sowohl
naturwissenschaftliches als auch technisches Know-how sowie ein hohes
Maß an Verantwortung, Präzision und Hausverstand. Schädlingsbekämpfer
sind Experten darin, Schädlinge zu identifizieren, zu bekämpfen und
präventive Maßnahmen zu ergreifen. Sie tragen maßgeblich dazu bei,
gesundheitliche Risiken zu minimieren und hygienische Standards
aufrechtzuerhalten. Ein unverzichtbarer Beitrag damit Menschen gesund
miteinander leben können – eine zentrale Bedeutung für die
Gesellschaft.“
Nähere Infos unter: https://www.schaedling.or.at/
Link zum Ausbildungsvideo: https://www.youtube.com/watch?v=JV-
hi44_XL4