Wien (OTS) – Olympische Winterspiele und die Welt starrt nach
Italien. Das
Kunsthistorische Museum startet im März gleich zu einem ganzjährigen
Italien-Schwerpunkt. Mehr als 100 Meisterwerke aus den Sammlungen des
Museums werden bei zwei großen Ausstellungen in Rom und Triest zu
Gast sein. Im Frühling beginnt die Neuhängung der Gemäldegalerie mit
Schwerpunkt auf den italienischen Werken aus Renaissance und Barock.
Drei Sonderausstellungen in Wien widmen sich den italienischen
Barockkünstlern Canaletto, Bellotto, und Bernini sowie dem antiken
Machtzentrum Rom.
„ Mit unseren hochkarätig beliehenen Ausstellungen und herausragenden
Leihgaben aus unserer Sammlung zeigen wir ein Panorama Europas und
seiner gemeinsamen Kunstgeschichte. In Zeiten nationaler
Instrumentalisierung von Kunst und Kultur wollen wir einer
Vereinnahmung der Vorstellungswelt dem Pluralismus der europäischen
Identität entgegenstellen “, erklärt Jonathan Fine, Generaldirektor
des KHM-Museumsverbandes.
Den Auftakt des Italien-Jahres macht ab 6. März eine große
Ausstellung im Palazzo Cipolla in Rom. Unter dem Titel „Von Wien nach
Rom. Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum“
werden erstmals in Italien über fünfzig Meisterwerke aus den
prestigeträchtigen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums
präsentiert. Die Auswahl bietet einen Überblick über vier
Jahrhunderte europäischer Malerei, von der Renaissance bis zum Barock
inklusive Highlights von Velázquez bis Arcimboldo und Meisterwerken
aus der Kunstkammer. Wenige Tage später eröffnet am 24. März in Wien
eine Sonderausstellung, die sich den berühmten venezianischen
Vedutenmalern Canaletto und Bellotto widmet. Mit malerischer Fantasie
haben die beiden Künstler aus dem 18. Jahrhundert eine neue
Bildsprache städtischer Identität entwickelt und dabei urbane
Wirklichkeit in Bühne, Idee und Ideal verwandelt. Viele der
ausgestellten Werke – insbesondere Canalettos London-Bilder – werden
erstmals in Österreich zu sehen sein.
Zwtl.: Die Rückkehr Tiepolos
Zeitgleich mit den ersten Ausstellungseröffnungen im Italien-Jahr
beginnt auch die schrittweise Umhängung der Gemäldegalerie . Der
Schwerpunkt liegt auch hier auf italienischen Werken aus der
Renaissance und dem Barock. Neben den weltberühmten Highlights von
Raffaels „Madonna im Grünen“ bis Tintorettos „Susanna im Bade“ aus
der Sammlung werden sowohl neu restaurierte, als auch Gemälde in die
Galerie Einzug halten, die aufgrund von Platzmangel im Depot waren
und nun wieder ans Licht gebracht werden. Den Anfang machen die
beiden frisch restaurierten monumentalen Werke eines weiteren
venezianischen Meisters, Giovanni Battista Tiepolo. In neuem Glanz
ziehen diese eindrucksvollen Szenen aus der antiken römischen
Geschichte die Aufmerksamkeit wieder auf sich.
Zwtl.: Zurück in Triest
Am 2. April öffnet in Triest die zweite große Ausstellung in
Italien mit dem Titel „Ancient Egypt in Miramare“ . Maximilian von
Habsburg (1832–1867) versammelte fast 2.000 ägyptische Objekte in
Schloss Miramare bei Triest. Nach seinem Tod kamen diese Bestände zur
Ägyptisch-Orientalischen Sammlung des Kunsthistorischen Museums. Eine
Auswahl dieser Exponate kehrt für die Dauer der Ausstellung ins
Schloss zurück und veranschaulicht Maximilians Entscheidungen und
Interessen als Sammler. Neben den rund 60 Leihgaben aus dem
Kunsthistorischen Museum und Objekten aus der Sammlung Miramare
werden in der Ausstellung Artefakte aus dem Städtischen
Antiquitätenmuseum J.
J. Winckelmann in Triest zu sehen sein, die von der breiten Präsenz
der „Ägyptomanie“ auch abseits adeliger Sammler im Triest des 19.
Jahrhunderts erzählen.
Zwtl.: Von Kleopatra bis Bernini
Von Macht und Intrigen in antiken Großstädten handelt ab 20.
Oktober die Schau „Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom“ , einer
Ausstellung der Antiken- und Ägyptisch-Orientalischen Sammlung.
Ausgehend von der Ermordung Kleopatras Schwester Arsinoë in Ephesos
wird die spannende Geschichte über die großen Player der betreffenden
Epoche erzählt – darunter Caesar und Marc Anton auf der einen und
Augustus auf der anderen Seite. Schauplätze sind die blühenden,
pulsierenden antiken Großstädte Rom, Alexandria und Ephesos, die als
Macht- und Wissenszentren zentrale Rollen in der damaligen Welt
spielen.
Im Zentrum der finalen Ausstellung des Italien-Schwerpunktes steht
eine sensationelle Neuentdeckung: Ein Porträt aus den Beständen des
Kunsthistorischen Museums, das keinem geringeren als Gian Lorenzo
Bernini zugeschrieben wird. Der bedeutendste Künstler Italiens des
17. Jahrhunderts ist vor allem als Bildhauer und Architekt bekannt.
Gemälde schuf er angeblich nur zu seinem Vergnügen. Von seinen einst
zahlreichen Porträtgemälden sind heute nur weniger als zwanzig als
eigenhändig anerkannt. Die Ausstellung „Bernini. Malerei und Marmor“
mit rund zehn hochkarätigen internationalen Leihgaben beleuchtet
Berninis Porträtschaffen in den Medien Skulptur, Zeichnung und
Malerei. Sie lädt dazu ein, den Künstler aus einer bislang wenig
beachteten Perspektive neu zu entdecken. Zu sehen ist sie ab 2.
Dezember .
VON WIEN NACH ROM
Meisterwerke der Habsburger aus dem Kunsthistorischen Museum
6. März bis 5. Juli 2026, Museo del Corso-Polo Museale, Palazzo
Cipolla, Rom
CANALETTO & BELLOTTO
24. März bis 6. September 2026, Kunsthistorisches Museum, Wien
ANCIENT EGYPT IN MIRAMARE
2. April bis 12. Oktober 2026, Scuderie Schloss Miramare, Triest
TATORT EPHESOS. KLEOPATRA UND ROM
20. Oktober 2026 bis 29. März 2027, eine Ausstellung des
Kunsthistorischen Museums in der Neuen Hofburg
BERNINI. MALEREI UND MARMOR
2. Dezember 2026 bis 4. April 2027, eine Ausstellung des
Kunsthistorischen Museums im Palais Lobkowitz
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