Wien (OTS) – Unter steigendem Kostendruck und massiven Verschiebungen
am
Werbemarkt investieren Österreichs Medienhäuser weiterhin gezielt in
die Digitalisierung und Innovation ihrer Angebote und
Produktionsabläufe, um ihre Position im Wettbewerb mit
internationalen Online-Plattformen und einer sich wandelnden
Mediennutzung zu stärken. Dies zeigt die Vielfalt der 100
Digitalisierungsprojekte privater Medienunternehmen, denen der
Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR
Medien) eine Förderzusage aus den Mitteln des „Fonds zur Förderung
der digitalen Transformation“ für das Jahr 2026 erteilt.
Nach Prüfung der Förderanträge auf Vollständigkeit, Richtigkeit
und Erfüllung der Förderkriterien sowie nach einstimmigem Votum des
von der Bundesregierung eingesetzten Fachbeirats wurden die
Förderungen beraten und bewilligt. Die Förderentscheidungen sind
einschließlich Kurzbeschreibungen der Projekte auf der Website der
RTR veröffentlicht .
„Die digitalen Transformationsmaßnahmen zeigen messbare Erfolge.
Aus den vorliegenden Informationen der Förderwerber geht hervor, dass
die Gesamterlöse aus dem Verkauf von Digitalabonnements und -content
der TOP 10 Tageszeitungsanbieter zwischen 2021 und 2024 um rund 70
Prozent gestiegen sind. Das ist ein wichtiges Signal, aber für die
grundsätzliche Absicherung der Medienlandschaft im digitalen
Zeitalter noch nicht ausreichend“, erklärt Wolfgang Struber ,
Geschäftsführer der RTR Medien .
„Denn gleichzeitig spitzt sich der Ernst der wirtschaftlichen Lage in
der österreichischen Medienbranche massiv zu. 2024 flossen ca. 80
Prozent der gesamten digitalen Werbeausgaben aus Österreich an die
globalen Tech-Konzerne, die zudem hierzulande produzierte Inhalte für
ihre Angebote nutzen – das entspricht 2,55 Milliarden Euro von einem
gesamten Digitalwerbemarktvolumen von etwa 3,2 Milliarden Euro. Es
benötigt Antworten auf diese Schieflage, um die Existenz der
österreichischen Medienangebote, unsere Medien- und Meinungsvielfalt
und damit die Grundlagen unserer Demokratie langfristig zu sichern“,
so Struber.
Mit den Förderentscheidungen für das Jahr 2026 vergibt die RTR
Medien für das fünfte Jahr in Folge Mittel aus dem Fonds zur
Förderung der digitalen Transformation. Die eingereichten Projekte
zeigen ein breites Spektrum von Digitalisierungs- und
Automatisierungs-Prozessen in Journalismus, Redaktion, Produktion und
Vertrieb. Dazu zählen die Modernisierung technischer Infrastrukturen
und Redaktionssysteme, auch unter Einsatz von Künstlicher
Intelligenz. Aber auch Verbesserungen von Online-Kundenbeziehungen,
die Einführung und Weiterentwicklung digitaler Abo-Modelle,
Optimierungen von Content-Strategien sind häufige Themen. Zunehmende
Bedeutung gewinnt die Förderung digitaler Kompetenzen der
journalistischen Mitarbeitenden im Bereich Daten- und
Digitaljournalismus. Maßnahmen zu Jugendschutz und Barrierefreiheit
runden das Gesamtziel ab, zukunftsfähige Medienprodukte zu gestalten.
Wie in den Vorjahren, war die Summe der angesuchten Förderbeträge
noch immer deutlich höher als das verfügbare Budget und lag um rund
64 Prozent über den vorhandenen Mitteln (2024: 70 %).
Mit den aktuellen Entscheidungen erhielten seit dem Start des
Fonds zur Förderung der digitalen Transformation im Jahr 2022
insgesamt 764 Projekte Förderzusagen aus den vier Kategorien des
Fonds. So konnten 456 Projekte zur „ Digitalen Transformation “
unterstützt werden, 100 Projekte entfallen auf den Förderbereich „
Digital-Journalismus “ und 28 Projekte behandelten die Themen „
Jugendschutz und Barrierefreiheit “. 180 Projekte erhielten „
Anreizförderungen “, die als Vorauszahlung für konkret dargelegte
Projekte gewährt werden.
Veröffentlichung der Förderentscheidungen
Die Förderentscheidungen der Einreichphase für das Jahr 2026 sind
auf der Website der RTR unter https://www.rtr.at/FDT-Entscheidung-
ET26 veröffentlicht.
Der „Fonds zur Förderung der digitalen Transformation“
Der gesetzlich bei der RTR Medien eingerichtete und mit jährlich
20 Millionen Euro dotierte „Fonds zur Förderung der digitalen
Transformation“ stellt dem österreichischen Medienmarkt staatliche
Mittel zur Förderung des Auf- und Ausbaus des digitalen Angebots und
damit zum Erhalt der heimischen Medien- und Meinungsvielfalt zur
Verfügung. Nach strengen Richtlinien und in Beratungen mit dem
gesetzlich vorgesehenen Fachbeirat, werden daraus Projekte privater
Medienunternehmen unterstützt, die ihre Angebote auf das
österreichische Publikum ausrichten und in den Bereichen „Digitale
Transformation“, „Digital-Journalismus“ oder „Jugendschutz und
Barrierefreiheit“ Innovationen umsetzen oder eine „Anreizförderung“
zur Entwicklung von Projekten in Anspruch nehmen wollen.
Über die RTR Medien
Der Fachbereich Medien der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH
(RTR Medien, Geschäftsführer Mag. Wolfgang Struber) ist Österreichs
Förderstelle für Medienunternehmen (Radio, Podcast, Fernsehen, Print)
und unterstützt mit dem Fernsehfonds Austria Fernsehfilm-Produktionen
und damit internationale Investitionen in den heimischen
Filmstandort. Als Kompetenzzentrum dieser Märkte, teilt die RTR
Medien ihr Wissen in Studien, Berichten oder Veranstaltungen. Die
Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) ist eine Einrichtung des
Bundes und in die zwei Fachbereiche Medien (RTR Medien) sowie
Telekommunikation und Post (RTR.Telekom.Post, Geschäftsführer Klaus
M. Steinmaurer) gegliedert. Gemeinsam sind die zwei Fachbereiche
Geschäftsstelle der Behörden Kommunikationsbehörde Austria (
KommAustria), Telekom-Control-Kommission (TKK) und Post-Control-
Kommission (PCK). www.rtr.at). www.rtr.at