Wien (OTS) – „Haushalte und Familien kämpfen nach wie vor mit der
Inflation und
ihren Folgen, wie die Statistik Austria-Zahlen der ,So geht’s uns
heute-Befragung‘ deutlich machen“ , warnt Erich Fenninger, Direktor
der Volkshilfe Österreich. Angesichts der geopolitischen Lage könnte
sich die Situation erneut verschärfen: Die Österreichische
Nationalbank geht von einer Inflationsrate zwischen 2,7 und 4,2
Prozent für 2026 aus. Die Inflation ist im März laut Schnellschätzung
der Statistik Austria um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Februar
auf 3,1 Prozent gestiegen.
Zwtl.: Druck auf Familien mit Kindern erhöht
Insbesondere steigende Ausgaben für Lebensmittel, Energie und
Wohnen belasten die Bevölkerung. Überdurchschnittlich stark betroffen
sind Personen mit niedrigem Einkommen: Rund 43 Prozent geben im 4.
Quartal 2025 an, dass sie Schwierigkeiten haben, mit dem Einkommen
auszukommen. Mehrkind- und Ein-Eltern-Haushalte (19 bzw. 18 %)
betrifft dieses Problem deutlich häufiger als die Gesamtbevölkerung (
11,8 %). Gründe dafür sind vor allem höhere Ausgaben. Gleichzeitig
ist der Anteil jener Mehrkind-Haushalte im Jahresvergleich von 15 auf
21 Prozent gestiegen, die berichten, dass ihr Einkommen in den
letzten zwölf Monaten weniger geworden ist. Unter den Ein-Eltern-
Haushalten kam es zu einem leichten Anstieg auf 28 Prozent dieser
Haushalte, die angeben, ihr Einkommen sei gesunken, wobei diese
Gruppe ohnehin bereits deutlich über dem
Gesamtbevölkerungsdurchschnitt liegt.
Zwtl.: Unterstützung für Familien wird weniger
„Wir sehen also, dass der Druck steigt, gleichzeitig sinken die
finanziellen Mittel für Kinder, weil etwa 2026 und 2027 die
Familienbeihilfe nicht valorisiert wird“, kritisiert Fenninger. Dabei
hat die Familienbeihilfe laut Berechnungen des Momentum Instituts
aufgrund mangelnder Valorisierung ohnehin seit 2003 schon 27 Prozent
an Kaufkraft eingebüßt. Das ist Geld, das vor allem einkommensarmen
Familien fehlt. Anti-Teuerungsmaßnahmen speziell für einkommensarme
Haushalte mit Kindern sind bereits Ende 2024 ausgelaufen. „Und das
obwohl die Preise von einem ohnehin schon hohen Niveau ausgehend,
auch 2025 um 3,6 Prozent gestiegen sind“, betont Fenninger. Zugleich
stagniert die Zahl der armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Kinder
auf hohem Niveau bei 344.000, obwohl im Regierungsprogramm ein
Bekenntnis zum Ziel der Halbierung der Kinderarmut bis 2030
festgeschrieben ist.
„Die Teuerung reißt Löcher in die Geldbörsen der Haushalte und
Familien mit niedrigem Einkommen. Mit einer Kindergrundsicherung in
Kombination mit Sachleistungen und Transferleistungen können alle
Kinder in Österreich abgesichert werden“ , betont Fenninger und
fordert die Regierung auf, rasch zu handeln. „Finanziert werden
könnten die dafür notwendigen Budgetmaßnahmen mit der Besteuerung
großer Vermögen und Erbschaften“, schließt Fenninger.