Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte

Wien (OTS) – Das größte Kulturbauvorhaben der Zweiten Republik hat
wie kaum ein
anderes polarisiert und zugleich die Stadt Wien so verändert: das
MuseumsQuartier Wien. Anlässlich des 25-Jahr-Jubiläums blickt das MQ
auf seine Erfolgsgeschichte zurück. Bis zum größten Kunst- und
Kulturareal Europas war es ein konfliktreicher Weg, der von
Diskussionen, politischen Richtungswechseln und medialen Debatten
geprägt war, die weit über Fragen der Architektur hinausgingen. Was
für viele Wienerinnen und Wiener heute selbstverständlich ist, drohte
lange Zeit an Gezänk zu scheitern.

Die Ausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier
Wien veränderte“ erzählt im MQ Freiraum die Geschichte des MQ: Von
kühnen Entwürfen, erbitterten Debatten und einem Projekt, das immer
wieder am Rand des Scheiterns stand. Anhand von Skizzen, Original-
Architekturmodellen, Plänen, historischen Dokumenten und Schlagzeilen
veranschaulicht sie die jahrzehntelangen Auseinandersetzungen und
zeigt, dass das MQ inhaltlich sowie architektonisch nie als „fertig“
gedacht war. Auch der Leseturm, der einst die öffentlichen
Diskussionen anführte, rückt erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Zwtl.: Die große Vision: Ein Museumsquartier für das 21. Jahrhundert

Für die als Hofstallungen 1723 nach Plänen Fischer von Erlachs
errichtete und genutzte Anlage, die ab 1921 als „Messepalast“ für
Messen, Großausstellungen sowie später für Sport- und Populärkultur
diente, verfestigte sich ab den 1970er-Jahren die Idee, den Ort zu
einem Kulturareal weiterzuentwickeln. Was folgte, war ein politischer
Marathon: die erste Stufe des Wettbewerbs im Jahr 1986, wechselnde
Zuständigkeiten, neue kulturpolitische Konstellationen und
schließlich ein inhaltlicher Neustart mit einem Konzept, das die
Kunst der Moderne und der Gegenwart, neue Medien und Vermittlung
beinhaltete. Die Vision: ein „österreichisches Centre Pompidou“.

Das in der zweiten Stufe des Wettbewerbs ermittelte Siegerprojekt
von Laurids und Manfred Ortner setzte ein kraftvolles
architektonisches Statement und löste eine der heftigsten
Kulturkontroversen der Zweiten Republik aus.

Zwtl.: Der Leseturm – Symbol einer heftigen Auseinandersetzung

Kaum ein Bauprojekt hat Wien so polarisiert wie der Entwurf für
das MuseumsQuartier. Die Kronen Zeitung sprach vom „Museumsmonster“,
Bürgerinitiativen liefen Sturm, internationale Expertinnen und
Experten meldeten sich kritisch zu Wort.

Im Zentrum der Debatte stand der 67 Meter hohe Leseturm, ein
markantes Wahrzeichen ohne klare Funktion. Bald wurde das Konzept als
Ganzes in Frage gestellt, der Leseturm sollte fallen, die Museen
wurden deutlich niedriger. 1998 begann der Bau nach weitgehend neuer
Planung, 2001 wurde das MuseumsQuartier eröffnet mit einer
programmatischen Offenheit, die das MQ bis heute prägt.

Zwtl.: In Zukunft

Die Ausstellung schlägt auch eine Brücke in die Zukunft: Das MQ
erscheint dabei nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als ein
Areal in Transformation. Mit der Nachhaltigkeitsinitiative „MQ goes
Green“ werden die Höfe dauerhaft bepflanzt. Die Maßnahmen sind ein
weiterer Schritt, um das MQ zu einem energieeffizienten und
umweltbewussten Areal zu machen und bis 2030 Klimaneutralität zu
erreichen. Das größte kulturelle Bauprojekt des 21. Jahrhundert, das
Haus der Geschichte Österreich (hdgö), ist die erste institutionelle
Erweiterung des MuseumsQuartiers seit 2001.

Manfred und Laurids Ortner haben auch nach der Eröffnung 2001
immer wieder Projekte für eine Weiterentwicklung des MuseumsQuartier
vorgelegt. 2020 wurde die „MQ Libelle“ auf dem Dach des Leopold
Museums verwirklicht. In der Ausstellung sind darüber hinaus
großformatige Kreidezeichnungen für weitere Vorschläge für die
Zukunft zu sehen. für eine Überdachung des Staatsratshofes mit einer
Photovoltaik-Anlage, für einen neuen Zugang zur Kunsthalle und nicht
zuletzt für den berühmt-berüchtigten Leseturm.

Heute ist das MuseumsQuartier mit rund fünf Millionen
Besucher:innen jährlich eines der weltweit größten Kunst- und
Kulturareale der Welt. Mit seinen vielfältigen Institutionen und der
Gestaltung und Begrünung der Höfe hat es sich als öffentlicher Raum
etabliert, in dem Kunst, Kultur und Alltag ineinandergreifen. Es
bleibt bis heute ein Ort des Ausverhandelns, ein kultureller
Knotenpunkt für künstlerische und gesellschaftliche Diskurse.

„Die Ausstellung zeigt, dass die Entwicklung des MuseumsQuartier
von Spannungen geprägt war, zwischen politischen Interessen und
künstlerischen Ambitionen, zwischen Bewahren und Transformation. Das
MQ ist heute eines der erfolgreichsten und größten Kunst- und
Kulturareale weltweilt. Das Jubiläum 25 Jahre MQ nehmen wir zum
Anlass, diese Erfolgsgeschichte nachzuzeichnen“ , so MQ Direktorin
Bettina Leidl.

Pressebilder zum download unter www.mqw.at/presse

Zwtl.: Infos zur Ausstellung

Titel : Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien
veränderte
Laufzeit : 30.06. – 25.01.2027
Ort : MQ Freiraum
Termine : Pressekonferenz am 29. Juni, 10:00 im MQ Freiraum
Kuratiert von Andreas Nierhaus

Pressekonferenz: Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien
veränderte

Datum: 29.6.2026, um 10:00 Uhr
Ort: MQ Freiraum