Innsbruck/Wien (OTS) – Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz in Wien
zum neuen „Bündnis für
Inklusion am Arbeitsmarkt – Chancenreich“ betont die Lebenshilfe
Tirol die Bedeutung ihrer Arbeitsstandorte als wichtige Basis für
berufliche Teilhabe. Während viele junge Menschen über AusbildungsFit
oder Berufsvorbereitung bereits frühzeitig in den Arbeitsmarkt
vermittelt werden, bietet die Lebenshilfe jenen Menschen
Perspektiven, die mehr Zeit, Ruhe und individuelle Unterstützung
benötigen.
Zwtl.: Lebenshilfe-Arbeitsstandorte als Sprungbrett und Drehscheibe
In den vergangenen drei Jahren konnten 19 Menschen aus den
Arbeitsstandorten der Lebenshilfe Tirol erfolgreich in den ersten
Arbeitsmarkt vermittelt werden. Diese Zahl zeigt vor allem eines: Für
viele Menschen mit Behinderungen braucht es einen längeren,
individuell begleiteten Weg, damit der Einstieg gelingt. Die
Arbeitsstandorte der Lebenshilfe bieten dafür den Rahmen – mit
individueller Assistenz, realistischen Lernschritten und der
Sicherheit, dass ein Arbeitsversuch nicht zum Verlust der bisherigen
Struktur führt. Gleichzeitig entwickeln sie sich zunehmend zu
Begegnungsorten und Drehscheiben, an denen Menschen mit Behinderungen
Berufe kennenlernen, Mobilität trainieren, Praktika starten und ihren
Sozialraum erkunden können. Sie sind damit zentrale
Qualifizierungsorte für einen inklusiven Arbeitsmarkt.
Georg Willeit, Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol, betont die
Verantwortung des Umfelds: „Unsere Arbeitsstandorte schaffen die
Basis – aber für echte Inklusion braucht es Gemeinden und Betriebe,
die Türen öffnen und Chancen geben. Menschen mit Behinderungen
bringen Fähigkeiten, Motivation und – gemeinsam mit ihren
Assistent:innen – eine wertvolle Ressource in die Betriebe. Damit
Inklusion nachhaltig gelingt, braucht es dort Mentor:innen, die
Rahmenbedingungen sichern, Orientierung geben und das Miteinander in
der Belegschaft stärken.“
Zwtl.: Gehalt statt Taschengeld und Durchlässigkeit
„Damit Inklusion gelingt, brauchen alle Menschen in
Tagesstrukturen – auch in unseren Arbeitsstandorten – ein Gehalt
statt Taschengeld. Wer arbeitet, soll auch als Arbeitnehmer:in
anerkannt werden.“ Willeit verweist zudem auf die notwendige
Durchlässigkeit zwischen tagesstrukturierenden Angeboten nach dem
TTHG (Tiroler Teilhabegesetz) und regulärer Beschäftigung: „Menschen
brauchen die Sicherheit, bei einem Arbeitsversuch nicht alles zu
verlieren. Ein Rückkehrrecht und die Möglichkeit, Anstellung und Reha
-Leistungen zu kombinieren – etwa bei Teilzeitanstellungen von 10–15
Stunden pro Woche – sind entscheidend.“
Zwtl.: Bündnis für Inklusion am Arbeitsmarkt – Chancenreich fordern
echte Inklusion am Arbeitsmarkt
Unter dem Dach von Chancenreich https://chancenreich.at/ vereinen
sich Organisationen und Dachverbände wie Caritas Österreich,
Dachverband Berufliche Inklusion-Austria, Diakonie Österreich, KOBV
Österreich – Der Behindertenverband, Lebenshilfe Österreich, ÖZIV und
Zero Project mit Unternehmen wie Betonwerk Jungwirth, BILLA, IKEA
Österreich, MyAbility, Responsible Annotation, Würth Hochenburger
GmbH und viele mehr. Sie fordern echte Inklusion am Arbeitsmarkt.
Die Lebenshilfe Tirol schließt sich den zentralen Forderungen des
österreichweiten Bündnisses „Chancenreich“ an:
– Stabile Finanzierung statt Kürzungen: Berufliche Inklusion braucht
verlässliche Mittel für Qualifizierung und Begleitung.
– Ausgleichstaxfonds absichern: Der ATF ist ein zentrales Instrument
für Assistenz und berufliche Inklusion.
– Gleiche Chancen für alle: Angebote für Menschen mit höherem
Unterstützungsbedarf müssen österreichweit verfügbar sein – inklusive
Rückkehrrecht in Tagesstrukturen.
– Inklusive Bildung stärken: Frühzeitige Unterstützung und Ausbildung
sind Voraussetzung für spätere Beschäftigung.