„Report Spezial“ zum Thema „Wer zahlt – kommt dran: Woran das Gesundheitssystem leidet“

Wien (OTS) – Yilmaz Gülüm präsentiert am Dienstag, dem 7. April 2026,
um 21.10 Uhr
in ORF 2 und auf ORF ON eine „Report“-Spezialausgabe zum Thema „Wer
zahlt – kommt dran: Woran das Gesundheitssystem leidet“.

Lange Wartezeiten – oder zahlen. Was Patientinnen und Patienten
am Gesundheitssystem am meisten stört. Und wie man das ändern könnte.

„Ein halbes Jahr auf einen Termin warten.“ „Drei Monate Warten –
nach einem epileptischen Anfall.“ Oder: „Beim Wahlarzt habe ich
binnen 14 Tagen einen Termin gehabt.“ Diese und ähnliche Beschwerden
über das Gesundheitssystem hat ORF-Report-Moderator Yilmaz Gülüm von
rund 100 Menschen gehört, mit denen er für den „Report Spezial“
gesprochen hat. Die Diagnose: Der Zugang zu medizinischen
Behandlungen wird für viele zur Geduldsprobe – und das Vertrauen in
das Gesundheitssystem bröckelt. Der Befund zeigt sich auch in einer
OGM-Befragung. Die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem ist in den
vergangenen 24 Jahren deutlich gesunken – von 84 auf 63 Prozent.
Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unzufriedenen mehr als
verdoppelt (15 auf 36 Prozent). Warum wächst die Unzufriedenheit und
was müsste sich ändern? Warum scheiterten Generationen von
Gesundheitsministern an Reformen – und warum könnte es diesmal
gelingen, den Wirrwarr an Kompetenzen und Geldströmen neu zu ordnen?
Diesen Fragen geht der „Report Spezial“ nach.

K(l)assenfrage – Wer zahlt, kommt schneller dran

„Die Wahlarztzentren schießen wie Schwammerl aus dem Boden“,
formuliert es ein Mann in der Straßenumfrage. In der Tat stagniert
die Zahl der Kassenärztinnen und Kassenärzte seit Jahrzehnten,
während sich die Zahl der Wahlärztinnen und Wahlärzte in den
vergangenen 25 Jahren mehr als verdoppelt hat. Die Konsequenz: lange
Wartezeiten auf einen Kassenarzttermin und immer weniger Zeit für
Patientinnen und Patienten. Oft bedeutet das: Wer es sich leisten
kann, bekommt schneller Hilfe. Wer nicht zahlt, muss warten. Das hat
die Politik mittlerweile als Problem erkannt. Aber wie kann man mehr
Medizinerinnen und Mediziner ins Kassensystem bringen? Patrick Gruska
und Emanuel Liedl haben einen Kassenarzt in Niederösterreich und eine
Wahlärztin in der Steiermark um ihre „Diagnosen“ gebeten und
konfrontieren Vertreter der Gesundheitskasse und der Ärztekammer mit
ihren Recherchen.

Festgefahren – Reformstau im System

In Bad Aussee wurde eine Spitalsabteilung geschlossen,
Patientinnen und Patienten werden künftig am größeren Standort Bad
Ischl versorgt. Selbst diese kleine Zusammenlegung sorgte für viel
Protest (und auch Beifall). Klar ist: Um das Gesundheitssystem
künftig finanzieren zu können, müssen viele solcher Schritte gesetzt
werden – und zwar rasch. „Jetzt ist eigentlich die letzte Chance,
noch etwas zu verändern, bevor wir wirklich große Probleme bekommen“,
sagt Gesundheitsökonom Thomas Czypionka. Doch dafür müssten die
Länder über ihren Schatten springen und kooperieren, anstatt auf
Eigeninteressen zu beharren. Wie weit Veränderungen gehen können und
müssen, haben Alexandra Nöbauer und Sabina Riedl recherchiert.

Im Interview mit Eva Linsinger:

Der ehemalige Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) – warum
er wie alle Gesundheitsminister und -ministerinnen an einer
Gesundheitsreform scheiterte und warum jetzt ein Fenster für einen
großen Wurf offen steht.

Vorsorge-Muffel – viel Geld, wenig Prävention

Österreich steckt im EU-Vergleich viel Geld ins Gesundheitssystem
– aber nur einen kleinen Teil in Prävention: 2024 wurden mehr als 43
Millionen Euro ausgegeben – lediglich 2,3 Prozent für Prävention.
Gleichzeitig sind die Österreicherinnen und Österreicher
präventionsfaul, nur 15 Prozent gehen jährlich zur
Vorsorgeuntersuchung. Dabei könnte Krankheiten wie Knochenschwund
oder Diabetes Typ 2 vorgebeugt werden. Länder wie Deutschland haben
bereits ein eigenes Präventionsgesetz. Laura Franz und Sophie-Kristin
Hausberger gehen den Fragen nach, warum Österreich so stark auf
Reparaturmedizin setzt und warum das teuer und ungesund ist.